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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausriechen bis ausröcheln (Bd. 1, Sp. 939 bis 940)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausriechen , ausduften in mehrfachem sinne,
1) intransitiv, exhalare, evaporare, den geruch verlieren: die blumen haben ausgerochen, ausgeduftet; die wäsche riecht nach und nach aus;

deckt mit dem hut es wider zu,
dasz der feihl nit ausriechen thu.
H. Sachs IV. 3, 50a.


2) transitiv, odorari, aufspüren: etwas ausriechen, mit der nase ausfindig machen; alle winkel, jeden gestank ausriechen. odorem spargere: die blumen riechen die ganze stube aus.
 
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ausriechung, f. exploratio: die linderung und ausriechung der angst und geschwulsten des herzens. Schuppius 755.
 
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ausrieseln, effluere, emanare, ausrinnen, hervor rieseln, sprudeln.
 
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ausriffen, exornare, auszacken, auszieren, ausriffeln?

das wort gottes, die heilig schrift
er (Luther) mündlich und schriftlich ausrift.
H. Sachs II. 1, 87a,

ahd. sind riffilun zacken, rostra serrantia (Graff 2, 497) und riffilôn vellere (s. riffeln), ausriffen also entweder ausschmücken oder reinigen, ausreinigen. in der Schweiz meint riffeln nagen (Stald. 2, 276), was auf ausschaben, expolire führt. gehört zu diesem riffen, riffeln auch das heutige riefe, rinne, streif, so entspränge der sinn von ausriefen, ausfalten, striare? kaum aber setzte H. Sachs ausrift für ausrüft, ausruft pronuntiat, obschon ein druck der wittenb. nachtigall von 1523 wirklich ausrüft liest.
 
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ausringen , in mehrfachem sinn,
1) exprimere humorem torquendo: das wasser ausringen, aus dem tuch oder linnen drücken; die nasse wäsche ausringen; ausringen wie ein bauchwäscherin. Garg. 22b.
2) luctando perficere, den kampf vollenden, sterben:

ausgelitten hast du, ausgerungen
armer jüngling deinen todesstreit. Lotte an Werthers grabe.


 
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ausrinnen, effluere, ausflieszen: ausrinnendes wasser; das gefäsz rinnt aus, hat einen risz; dadurch dise zäherliche feuchtigkeiten ausgetrocknet und auszurinnen getriben worden. Garg. 156b; wo des jammers undankbare thränen im durchlöcherten siebe der ewigkeit ausrinnen. Schiller 161b; dasz man die edelsten handlungen aus eigennützigen quellen ausrinnen lässet. J. Paul teuf. pap. 2, 48.
 
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ausrippen, secernere in costas, venulas: ausgerippte pflanzen.
 
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ausrisz, m. avulsio, discessus, fuga, digressio: ein ausrisz in der wand; ausrisz der flüchtlinge, ausbruch aus dem gefängnis, endlich excursus, was auslauf, digressio: ein ausrisz und umbschweif. Hellbachs grobianus vorrede 6.
 
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ausritt, m. equitatio: im ausritt vom Harze. Göthe an fr. von Stein 1, 143; möchte ihnen doch ihr erster ausritt ins

[Bd. 1, Sp. 940]


gebiet der dichtkunst nach einer so langen pause besser hekommen sein. an Schiller 98.
 
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ausritzen, rimis instruere.
 
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ausröcheln, spiritum exhalare, das leben ausröcheln.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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