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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
auskellen bis auskind (Bd. 1, Sp. 892)
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[Bd. 1, Sp. 892]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) auskellen, trulla exhaurire, mit der kelle ausschöpfen. bergmännisch.
 
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auskeltern, prelo exprimere: die trauben auskeltern, den wein, most auskeltern. figürlich, aber wies jetzt unsre gnädige herren anfangen, uns bis aufs blut auszukeltern. Göthe 42, 7; ausgekelterte wangen. J. Paul Hesp. 2, 14; auslachen und auskeltern. flegelj. 2, 81; so sehr kelterte er muntere reisegefährten aus. Katzenberger 1, 3. dann auch wieder finem facere exprimendi.
 
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auskerben, incisuras facere, nnl. uitkerven: die sichtbaren balkenköpfe waren, wie es der zimmermann nicht lassen kann, ein wenig ausgekerbt. Göthe 38, 163; ausgekerbte blätter: ein glänzend blatt in finger ausgekerbet. Hallers alpen 40.
 
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auskernen, enucleare, mhd. ûʒkirnen, gewöhnlich erkirnen: die nusz auskernen, ausgekernte pfirsich. oft aber figürlich:

swer swenden welle sin hirne,
daʒ er tiefiu wort ûʒ kirne. Renn. 23 459;

wenn sich die winde legen
der köstlichen und ausgekernten gunst.
Schönborn bei
Gryphius 2, 502;

als hülsen seiner ausgekernten stunden. J. Paul uns. loge 3, 176; sie spielen mit dem ausgekernten leben, wie mit einer locke. Hesp. 1, 238; jeden tag, jede stunde auszukernen. 3, 184; aus der form alle fälle auskernen und ausspelzen. Fixl. 17; ich liesz die ausgekernte perücke vicarieren. lit. nachl. 4, 85. bergmännisch, die erze auskernen, sondern. ausgekernter rieme ist den fleischern ein stück aus dem hinterviertel des rindes.
 
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auskesseln, excavare instar aheni: bergmännisch, der ort kesselt sich aus, die grube bricht ein, verschüttet sich kesselförmig. s. DWB kessel.
 
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ausketzern, bergmännisch, findere, mit ritzen versehen: die wand ausketzern, um keile einzutreiben. s. DWB aufketzern. in der Schweiz könnte ausketschen bedeuten ausschleppen, in Baiern heiszt katsch aus! apage, mach dich fort! Schmeller 2, 345. s. aushatschen.
 
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auskeuchen, anhelando emittere: du hast jenen elenden gesehen, Amalia, der in unserm siechenhause seinen geist auskeuchte. Schiller 111. Maaler 43a schreibt auskauchen.
 
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auskielen, caules pennarum conficere, alle kiele treiben:

und wie ein adler thut, der nicht läszt ungeflogen,
wiewol er kümmerlich erst jetzt hat ausgekielt,
und noch der nordwind nicht mit seinen federn spielt.
Opitz 2, 18.


 
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auskiesen, eligere, auserkiesen, nnl. uitkiezen, mit starker und schwacher form, wie bei auserkiesen:

da mag ein jeder im besundern
ein baum auskiesen für das best.
Waldis Esop 2, 27;

glück hat zu seinem kinde Sutrinum ausgekiest.
Logau 1, 10, 81;

das sind die heiligen zwölfe,
Selia, die zu vertrauten der mittler gottes sich auskor.
Klopstock Mess. 3, 125;

und aus der groszen gedrängten versammlung
koren ihn Moses sich aus und Abraham ihm zu erscheinen 15, 1027;

folgte dem führer den pfad hinauf, den gott für ihn auskor. 16, 203;

zur gespielin kor das herz sie sich aus. werke 1, 210;

so kies er ihn (den weg) sich aus, und walle auf selbigem frisch und fröhlich einher. 12, 410; des lehnherrn hausfrau soll mitgehen und ein fasz wein auskiesen, als darnach soll das gericht auch ein fasz auskiesen, kiesen sie ihn gut, so haben sie ihn gut. weisth. 3, 783.
 
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auskiffeln, frequentativ von auskeifen. schon im vocab. 1482.
 
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auskind, n. extraneus, peregrinus: soll das rechtlich gut folgen den rechten erben und nechsten ganerben und nicht den auskindern. weisth. 3, 346. vgl. DWB ausmann.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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