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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
aushin bis aushölen (Bd. 1, Sp. 887 bis 888)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) aushin, adv. = hinaus, gebildet wie anhin, ausher:

greift an und laszt in auszhin tragen. fastn. sp. 62, 67;

wa wills zuletzt doch auszhin gon?
Murner schelm. 60, 5;

an dem aushin und einhin tringen.
H. Sachs III. 1, 123a;

lauf aushin auf den almen. Ambr. lb. 339, 12; do wir wit uszhi kamen. Tho. Plater 78; liesz man iederman uber brugg uszhi. das.; giengen wir mit einandren uszhi in ein kammer. 80; aushin Rom, die du keinen glauben haltest! Hutten 5, 284; wisch aushin betz! Eyring 2, 436;

das er nach nahrung aushin denkt,
und stünd der galgen gleich vor der thür. 1, 433.

Maaler 42b.c führt eine ganze reihe von aushin an.
 
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aushinken, claudo pede exire: der fusz schmerzt mich, ich will doch aushinken.
 
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aushippen, ausschelten. Wickram rollw. 51. ed. mulh. 88. s. ausholhippen.
 
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aushobeln, edolare: ein ausgehobelter sarg;

hövelt euer neues haus
bräutgam aus!
Fleming 1685, 385.


 
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aushoffen, desperare: wer will gleich aushoffen?; die ausgehofte hofnung. pers. rosenth. 6, 1.
 
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aushöhnen, deridere: gab er ihnen die ernstliche vermahnung mich nicht auszuhöhnen. Felsenb. 2, 405; laut wurde der verräther ausgehöhnt;

ich höhne laster aus, ich schimpfe böse zeit.
Logau 3, 6, 2.


 
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aushöhner, m. derisor: ein rechter spotter und aushöhner der leute.
 
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aushöhnung, f. derisio, verhöhnung.
 
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aushöken, minutatim divendere, duriorem facere annonam. Stieler 849. auch aushökern.
 
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ausholen , educere, nnl. uithalen, ausrecken, ausreichen, auslangen.
1) ausrecken zum streich oder schlag: holet mit der hand die axt aus das holz abzuhawen. 5 Mos. 19, 5; zu einer kleinigkeit die axt so weit ausholen. Herder 1, 112. ebenso den arm, die hand ausholen und den streich, den schlag ausholen:

dasz man das richtbeil mir
mit ausgeholtem streich hätt an den hals gesetzt.
Gryphius 1, 455.


2) den schritt, den sprung ausholen, weit ausschreiten:

geht
mit grosz weit ausgeholten räuberschritten
der mord an sein entsetzliches geschäft.
Schiller 563.


3) das wort, die rede ausholen, ausforschen, herholen: discurse, dadurch mein vorsatz, sinn und gedanken ausgeholt werden sollen. Simpl. 1, 323; manches aber ist sicher, wie ich jetzt sehe, zu weit ausgeholt. Möser 1, vorr.
4) auf personen bezogen bedeutet das nnl. uithalen noch sinnlich aus dem hause führen, die dochter uithalen, freien (ahd. quenûn halôn, uxorem ducere). wir würden in jenem fall heraus holen verwenden, ausholen ist uns ausfragen, ausforschen: mit seinen freundlichen geberden holet er dich aus. Sir. 13, 16; ein gegner des Berengarius, der die anhänger desselben tief und genau ausgeholt zu haben versichert. Lessing 8, 416; sie liesz nicht ab mit glatten worten ihn auszuholen, was er für ein abenteuer bestanden habe. Musäus 4, 6; um den kammerherrn besser auszuholen. J. Paul Hesp. 2, 71; Julienne sucht ihn listig auszuholen. Tit. 5, 35; der reisemarschall holte den kandidaten mit mühe aus. komet 2, 169. man dürfte auch ein ausholen des brunnens, des wassers annehmen

[Bd. 1, Sp. 888]


und dem ausfragen die bedeutung des auspumpens, ausschöpfens unterlegen.
5) steht kein acc. dabei, so wird das verbum intransitiv, und er pflegt sich gern in eine instrumentalfügung zu verwandeln, oder es wird ein zu und im beigefügt; statt den arm, das schwert heiszt es mit dem arm, mit dem schwert ausholen; zum schlag, zum streich ausholen; kurz oder weit ausholen; im reden ausholen; er holt von neuem aus und springt; bei Schiller:

bewegungslos starr ich das wunder an,
den jagdspiesz in der hand, zum wurf ausholend,

wo man auch mit getilgtem comma den jagdspiesz zu ausholend nehmen könnte; der waldbruder mit bloszem dolch rennt ausgeholt auf mich los. Fr. Müller 3, 134;

doch ich mag tändeln, necken, stören, wie ich will,
sie keifen, lärmen, holen aus und sind mir gut.
J. E. Schlegel 2, 625;

hole zum glauben mit einem besonnenen überglauben aus. J. Paul dämm. 21; was dem frieden die wolthaten verfälscht und schmälert ist eben, dasz er alte kriegswunden zu verschlieszen und zu neuen auszuholen hat. 62.
 
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aushölen, excavare, nnl. uitholen: gräber aushölen; der regen hölt den stein endlich aus; nester aushölen; secht wie ich die bon wil holen und wie ein weinmilb aushölen. Garg. 93a; liesz Salomo schnitzwerk machen von ausgeholten cherubim. Schuppius 47;

ich sollt es wol
mit ansehn, wie er euch von tag zu tag
aushölen wird bis auf die zehen.
Lessing 2, 256;

singt opernauszüge, die ihre zarte nachtigallenbrust aushölen. J. Paul Tit. 1, 108;

an des altars hoher schwelle
thut ein grab sich auf, mit grauen
ausgehölt.
Platen 12b.

s. DWB aushülchen.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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