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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
aushecken bis ausheizen (Bd. 1, Sp. 884 bis 885)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) aushecken , pullos excludere, ausbrüten, engl. hatch, s. DWB hecken.
1) der vogel heckt jährlich sieben junge aus; die taube heckt keinen sperber aus; jeder vogel ist gern da, wo er ausgeheckt wurde; eier aushecken. pers. rosenth. 7, 10.
2) dann auch von andern thieren für parere, gignere:

wiewol sie (die hasen) teglich junge trügen
und die ausheckten und auszügen.
H. Sachs I, 503c;

der igel wird auch daselbs nisten und legen, brüten und ausheggen unter irem schatten. Es. 34, 15; wenn die hewschrecken ausgeheckt haben. Luther 3, 313; und wie ein kartentäuscherischer saur laur, sampt eim schneckenfresser schreibt, soll auch der heut verruft Luther von eim aufhocker ausgeheckt sein. Garg. 105b.
3) zähne aushecken, dentire: das kind heckt zäne aus. Stieler 728; die zähnlein leicht aushecken. Ettners hebamme 828.
4) procreare, machinari, excogitare, wie ausbrüten, hervorbringen:

was hat der deutsche krieg, der sich so lang erstrecket,
von früchten und von nutz doch immer ausgehecket?
Logau 3, 5, 69;

Syrien heckte zur nachahmung die encratiten aus, welche auch aquarii genannt werden, mitleidenswürdige ketzer, die allen genusz des weins und des fleisches für sündlich ausgaben. Hagedorn 3, 95; ich freue mich, wie ein poet, der ein sinngedicht ausgeheckt hat. Rabener 6, 14; ein labyrinth metaphysischer spitzfindigkeiten und umschweife, die am ende vornemlich gedienet haben, ungeheure bücher auszuhecken und den verstand durch ekel zu ermüden. Winkelm. 4, 35;

nun schwitzt er tag und nacht, ein zweites (epigramm) auszuhecken.
Lessing 1, 2;

jede mess ein büchlein auszuhecken.
Gökingk 1, 219;

die kalte einbildung eines spätern verfälschers, dem man es nie verzeihen könnte, so etwas umsonst ausgeheckt zu haben. Möser 1, 369; wodurch nach und nach ein ganzer schwarm entbehrlicher, ja sogar naturwidriger neigungen ausgeheckt wird. Kant 4, 344; das vielköpfige ungeheuer, das nach jedem streiche neue köpfe ausheckt. 8, 137; der künstliche zwang der bürgerlichen verfassung heckt witzlinge und vernünftler aus. 10, 7; die vernunft würde dann lauter leere begriffe aushecken. 10, 93;

[Bd. 1, Sp. 885]


wenn Javell für alte grillen
neue namen ausgeheckt.
Kästners verm. schr. 1773 1, 272;

mit selbst ausgeheckter furcht. Fr. Müller 2, 152; er thürmet sich nicht selbst ausgeheckte erschwernisse hin. 3, 147; manch hirngespinst ausheckt es. Platen 132; damit sie (die wärme) neues giftiges, scharfes unglück aushecke. J. Paul Hesp. 4, 163; die schlechteren pasquille, die ich blosz auf hiesiger erde ausheckte, lege ich hier der gelehrten welt mit achtung vor. paling. 1, xxv; die artige schilderung deiner erlebnisse mit ihm auf der seefahrt, die dein muthwille ausheckte. Bettine br. 2, 88; wirklich heckte man auch einen rettungsplan aus. Dahlmann franz. rev. 352. die beispiele lehren, dasz das wort nur in übelm, herabsetzenden sinn so verwendet wird.
 
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ausheeren, populari, verheeren:

wo hastus herz genommen,
dasz du dem, der ganz Teutschland werth,
an geld und gut fast ausgeheert
darfst unters antlitz kommen?
Soltau 473;

so wer manch getrewer stand im reich
gemachet nicht dem betler gleich
und also ausgeheeret. 476.


 
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ausheften, affixum removere: einen bogen ausheften.
 
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ausheilen, persanare, völlig heilen: all offen schäden, die sich in viel löcher ausheilend. Paracelsus 1, 1120b; da er denn seine wunden in einer höle mit kräutern ausheilete. Lohenst. Arm. 1, 849; mein vater war fast tödlich verwundet worden, doch hatte er sich einigermaszen wieder erholet und kam bald darauf nach hause, um sich völlig ausheilen zu lassen. Felsenb. 1, 492;

ein hirsch, der sich nicht wol befand,
blieb lange zeit daheim, die ballen auszuheilen.
Hagedorn 2, 30;

es heilte sich seine seele langsam aus. J. Paul Kampan. 9. auch intransitiv: die wunde heilt aus, persanatur.
 
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ausheilung, f. die gänzliche ausheilung aller wunden. Wieland 7, 335.
 
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ausheimisch, extraneus, exsul, extra domum constitutus, nnl. uitheemsch, ausländisch, auswendig:

lasz dich nicht ausheimisch sagen,
wenn gute leute nach dir fragen.
Ringwald laut. warh. 110;

also bin ausheimisch auch ich, denn ich tödtete jemand
unseres volkes.
Voss Od. 15, 271;

wenn fremde auch das ausheimische bei uns zu suchen haben. Göthe 46, 322; so wird der ausheimische in kurzer zeit bei uns zu markte gehen müssen. daselbst; wenn der kopf weisz was er will und das herz nicht nöthig hat ausheimisch zu sein, dasz es ihm wol werde, so gehts ja wol. an fr. v. Stein 2, 203; so haben die Ditmarscher geschlechter den ausheimischen zu einem vetter angenommen und nicht geringer geachtet als den angebornen sippen. Niebuhr 1, 341. anheimisch wurde oben auf ein adverb zurückgeleitet, doch kein ausheims kommt vor. freilich auch kein subst. anheim, ausheim, von dem das adj. herflösse. vgl. DWB einheimisch.
 
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ausheiraten, dotare, ausstatten: dasz ein römischer rat sein tochter von armut wegen ausheiraten must. Facius bei Fronsp. 3, 277a.
 
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ausheischen, deposcere, provocare, erfordern, herausfordern, nnl. uiteisschen: heimsuchen, ausheischen. weisth. 2, 226; die er mit namen erfordert und ausgeheischen hatte (depoposcerat), sagten, sie wollten hinziehen. Rihel Liv. 619; do ist er zu der thor usgegangen und hat den erbrichter usgeheischen (aus dem haus gefordert). Magdeb. weisth. s. 33.
 
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ausheischer, m. provocator. Frankf. reform. 9, 3, 8.
 
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ausheitern, serenare, erheitern, aufheitern: der saft des erdrauchs macht die augen threnen, häutert (so) aber das gesicht aus. Hohberg 1, 549a; begegnete lauter ausgeheiterten himmelsgesichtern. J. Paul Hesp. 1, 119; der weite ausgeheiterte himmel. 1, 240; sie hob ihr antlitz unaussprechlich ausgeheitert empor. Fixl. 58; sie lieszen einander ausgeheitert aus den armen los. Tit. 3, 71; tugendhafte tage, wo alles in uns ausgeheitert und beleuchtet ist. uns. loge 3, 102. ausheitern ist mehr als aufheitern, nemlich vollständig aufheitern, durchheitern, wie auswärmen mehr als aufwärmen. s. DWB aushellen.
 
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ausheizen, percalefacere: die stube musz vorher ausgeheizt werden; obwol ich mir die zimmer im schlosz ausheizen und zurichten liesz. Schweinichen 3, 208.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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