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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
auswirkung bis auswollen (Bd. 1, Sp. 1019 bis 1020)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) auswirkung, f. item sie (die Jacobiten) glauben, das nit mer dann ein natur und auswirkung in Christo sei gewesen. Frank weltb. 137a; des göttlichen worts ursprung ist der vater, und des worts auswürkung, gaist und kraft wirt der h. gaist genent. 4, 160.
 
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auswischen , abstergere, nnl. uitwisschen,
1) die augen auswischen, lacrimas extergere; sich die augen auswischen, trocknen. der arme mann im Tockenb. 299; einem andern die augen auswischen, ihn tüchtig zahlen lassen; meine augen sind selbst gut ausgewischt. Göthe in Böttigers lit. zust. 2, 148; die ohren auswischen; das schlüsselloch, die kanone. einen auswischen, ihm den kopf waschen.
2) die schüssel, das gefäsz auswischen; die brühe mit brot auswischen, aufwischen; die schuhe auswischen, beim eintritt ins haus:

auswischens solt dich nicht befleiszen.
Scheit grob. B 2;

was soltus ietzund wischen aus?
bald gestu wider aus dem haus. D 4.


3) einem eine ohrfeige, oder auch blosz eine, eius auswischen, einen ausschmieren, ihm ein denkzeichen anhängen.
4) geschriebenes, gezeichnetes mit brot, gummi, schwamm auswischen, auslöschen. flecken auswischen. hellbemahlte urne längst ausgewischter tage. J. Paul Tit. 1, 78.
5) auswischen hiesz sonst heimlich entwenden. Alberus setzt: furor, suffuror, furtum facio, subvolo, subduco, subtraho, surripio, ich steel, entwend, entfür, wüsch aus;

und hat kein gelt, so tt er bsen,
wo er was mög ertapen, erfischen,
stelen, finden und sonst auswischen.
Thurneisser archidoxa 38.


6) intransitiv, elabi: wir sind ölig, glatt und hell wie die äl, truckt mans, so wischts aus, schlieszt mans, so glitschts aus. Garg. 204b.
 
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auswischer, m. reprehensio: er bekam einen redlichen auswischer. Witzenb. 22. sonst auch blosz wischer.
 
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auswischlein, n. lenis reprehensio:

nemt auch vil auswischlein davon.
H. Sachs V, 366c.

[Bd. 1, Sp. 1020]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) auswittern , in mehrfachem sinn, vgl. DWB abwittern.
1) corrodere: die luft wittert das erz aus; die rauhe luft wittert den marmor allmälich aus.
2) odorari, investigare:

doch der prophet
weisz unsre mängel droben auszuwittern.
Göthe 5, 251;

konnte man sich doch unter der geistreichen gesellschaft, welche unsre dame umgab, einen gelehrten denken, welcher diese nachbildung ausgewittert hätte. 22, 81; sie hätten gewis fleisch und andere gute dinge verborgen, die wir auszuwittern noch nicht recht gelernt hätten. 30, 117; weil geld noch immer leichter zu verbergen sei, als thiere, die man wol auswittere. 30, 114; ich hatte am morgen die gerichtsschränke durchstöbert, um irgend eine wissenschaftliche trüffel unter diesem schmutzigen boden auszuwittern. J. Paul biogr. bel. 1, 151;

die ihr mit scharfen nasen ausgewittert
viel höchst gefährlicher geheimer bünde.
Uhlands ged. 181;

und was auszuwittern
widers zittern.
Rückert 231.


3) intransitiv, detonare, ausdonnern, auswettern:

je härter donnerschlag je schneller ausgewittert.
Gryphius 1, 154;

er kam, nachdem es ausgewittert,
und fand die eiche halb zersplittert.
Lichtwer 2, 6;

da sie endlich ausgewittert. 1, 9;

die längsten regenmonate der menschheit haben ausgewittert. J. Paul Hesp. 2, 226.
4) tempestate solvi: das erz wittert aus; den thon ein jahr lang unter freiem himmel auswittern lassen; ausgewitterte klüfte. Göthe 16, 222; die kalktheile wittern aus, der quarz bleibt stehen. 51, 63; so wie die oberste lava auswitternd sich zu erde bildete. Stolberg 7, 228; die zeit hat allerdings vieles von dem scheinbaren glanze dieses gemäldes geraubet, und die kraft der farben ist zum theil ausgewittert. Winkelmann 1, 39.
5) die bienen wittern aus, schwärmen nach trübem wetter.
 
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auswitterung, f. exhalatio vaporis, vgl. einwitterung.
 
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auswitzen, cautum, ingeniosum reddere, witzigen: ein ausgewitzter, gewitzigter bursche.
 
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auswohnen, auszerhalb wohnen, mhd. ûʒe wonen, nnl. uitwonen: wenn man aber das halten wil, so müst man auch dafür sein, das man nicht in einer stad allen frembden, auswonenden gebe. Luther 1, 199a. man sagt auch transitiv, das haus auswohnen, durch langes bewohnen abnutzen, verderben.
 
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auswölben, camerare: ein ausgewölbtes zimmer, ausgewölbter keller; die helle mit himmelblau und himmelroth ausgewölbte see seines innern. J. Paul Hesp. 1, 172.
 
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auswölken, serenare, aushellen: ein stummer, ausgewölkter abend.
 
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auswollen, exire velle: ich besorg wo es auswölle, quorsum accidat timeo. Maaler 48a; disz ist bei ihnen der gebrauch, dasz wenn der könig mit seinem frauenzimmer aus will, sich niemand auf den gassen darf sehen lassen. pers. reiseb. 4, 44.