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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausweichen bis ausweis (Bd. 1, Sp. 1012 bis 1013)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausweichen, emollire, erweichen, nnl. uitweeken: gesalzenes fleisch ausweichen, auswässern; der hering musz in milch ausgeweicht werden; der regen hat den hut ganz ausgeweicht.
 
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ausweichschiene, ausweichstelle, f. bei eisenbahnen.
 
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ausweichung, f. declinatio: ich glaube nicht, dasz mich lady durch diese ausweichung noch unruhiger machen wollen. Lessing 2, 64; zur entkräftung oder ausweichung des gesetzes. Wieland 31, 178; in der sternkunde heiszt ausweichung der winkel, unter welchem ein planet von der sonne fern zu sein scheint.
 
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ausweichung, f. emollitio, emulsio.
 
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ausweiden , in zwei verschiednen bedeutungen,
1) eviscerare, ein wild aufbrechen, auswerfen, aus ihm das

[Bd. 1, Sp. 1013]


eingeweide nehmen: bern ausziehen und ausweiden. Petr. 30b; ein reh, einen hasen ausweiden; der unausgeweidete passagier (ein rehkalb). J. Paul Siebenk. 1, 8;

der junge schach verbot
in zukunft die monarchen auszuweiden.
Pfeffel 3, 117.

figürlich, ausgeleerte, ausgeweidete seelen. J. Paul Fibel 4; es war blosz ein hohles, ausgeweidetes vexierbuch. jubelsen. 104. s. ausweidnen.
2) depascere, abweiden, nnl. uitweiden: diese stelle der wiese ist ganz ausgeweidet.
 
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ausweidnen, eviscerare, exenterare, vgl. ahd. weidanôn pascere (Graff 1, 775): Maximilian gebot auch, das man in nach königlichem brauch nit solt ausweidnen. Frank chron. 216b;

Murguland todten leib nemen mit,
ausweidnen und wol palsamiern.
Ayrer 308b;

da schickt im der hofmeister dar
ein brief in eim ausgweidenten hasen.
H. Sachs I, 134a.


 
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ausweidung, f. evisceratio: einen groszen, den man nach der ausweidung im tode aufs paradebette legen sollte. J. Paul Hesp. 2, 39. ausweidung der hirsche, franz. la curée, mhd. curîe. Trist. 76, 1.
 
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ausweifen, absolvere glomerationem. Stieler 2451.
 
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ausweigern, sich, abnuere desinere: und wenn man sich zu lange weigert, so gibt es leute, die uns unrecht verstehn und nicht warten wollen, bis wir uns ausgeweigert haben. J. E. Schlegel 2, 432.
 
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ausweinen , efflere, nnl. uitweenen,
1) desinere flere:

wenn du, mein auge, nun
lang über meines lebens schicksal,
brechend im tode, nun ausgeweint hast.
Klopstock 1, 40;

und wir singen schöne lieder,
und wir haben ausgeweint.
Jacobi allerlei 68;

wir finden einst, wenn jeder ausgeweint,
uns wieder, um uns nie zu trennen.
Gökingk 2, 13.


2) satiari lacrimis, satt weinen: ach das herz bricht mir, ich musz mich entfernen, ich musz ausweinen. Gotter 2, 395;

einmal ist sie munter, meist betrübt,
einmal recht ausgeweint,
dann wieder ruhig, wies scheint.
Göthe 12, 174;

sie schlief zuletzt, bewegt und ausgeweint, wie sie war, in ihren kleidern ein. 20, 98;

als sie nunmehr sich gesättigt des voll ausweinenden grames.
Voss Od. 19, 213;

ausgeweinte augen (die ausgeweint haben). Musaeus 2, 81.
3) sich ausweinen, dasselbe:

wein dich aus, du volles herz!
Gökingk 3, 187;

und mich auf deinen händen über alle das entbehren auszuweinen. Göthe 21, 12; geliebter, theurer, lasz mich jetzt ausweinen. Fr. Müller 2, 213; das ausgeweinte, durchverzweifelte herz sank in ermattung hin. Göthe 10, 167.
4) transitiv, ich hab schier meine augen ausgeweinet. klagl. Jer. 2, 11; eine seele, die ihre augen schier ausgeweinet hat. Baruch 2, 18; weine reuethränen aus. pers. baumg. 9, 5;

nur einmal noch
die fromme kreatur zu sehen, die
nicht ruhen könne, bis sie ihren dank
zu seinen füszen ausgeweinet.
Lessing 2, 196;

ich hätte mich zu deinen füszen werfen, stumm meinen schmerz, meine reue ausweinen wollen. Göthe 10, 90; in dem beklemmenden jammer, den du ehmals so oft in meinen busen ausgeweint hast. 10, 102; bitterlich ausweinend ihren kummer. Fr. Müller 2, 215; o lasz mich mein leben an deinem busen ausweinen. Klingers th. 3, 377.
 
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ausweis, m. probatio, demonstratio, nachweis: der verlangte ausweis wird hiermit gegeben; nach ausweis der rechnung; nach ausweis eines beliebten journals. Göthe 31, 230; ein reisender ohne ausweis, legitimation.