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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
auswechselhauer bis ausweichschiene (Bd. 1, Sp. 1011 bis 1012)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) auswechselhauer, m. der den auswechsel herstellende bergmann.
 
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auswechseln, commutare, austauschen, nnl. uitwisselen: geld, waaren, gefangene auswechseln; ein mann musz gegen

[Bd. 1, Sp. 1012]


den andern ausgewechselt werden; er war heute wie ausgewechselt (s.ausgetauscht); geiseln auswechseln. bergmännisch, den schacht auswechseln, von frischem bezimmern. figürlich, gedanken, herzen auswechseln, austauschen. ein in die runde laufender und auswechselnder perpendicul, welcher die gleichste mensur von der zeit machet. Bechers närr. weish. vorr.; wenn wir jetzt brust gegen brust und schicksal gegen schicksal auswechseln sollten. Schiller 204; was die bewohner ihrer (der welt) verschiedenen theile gegen einander auswechseln. Göthe 24, 30;

bist du denn ganz verwandelt? äuszerlich
erscheinst du mir die vielgeliebte selber,
doch ausgewechselt ist, so scheints, dein herz. 9, 355.


 
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auswechselung, f. commutatio, jetzt üblicher als auswechsel. auswechselung des papiergelds gegen silber.
 
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auswedeln, flabello exstinguere, auswehen: ein licht auswedeln.
 
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ausweg, m. exitus, nnl. uitweg, engl. way out: ich konnte aus dem wald lange keinen ausweg finden; aus dem brennenden hause kein ausweg mehr;

da wird es nacht vor meinen sinnen,
nichts, nichts, kein ausweg, keine hülfe,
keine, im ganzen umkreis der natur.
Schiller;

gestern auf Herisau und heute wieder heim. auf dem auswege (hinwege) hatte ich ein stück weit einen reisekameraden. der arme mann im Tockenb. 252; aus dieser verlegenheit gab es nur einen ausweg; auf vernünftige auswege sinnen; auswege und mittel; ausweg, durch den man der consequenz auszuweichen sucht. Kant 2, 349. vgl. DWB ausflucht, DWB auskunft.
 
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auswegen, s. DWB auswägen und DWB auswiegen.
 
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ausweger, m. ponderator. Garg. 247b.
 
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auswehen, flando exstinguere, nnl. uitwaaijen: du wehst mir das licht aus; der wind weht die fackel aus;

kein erdensturm vermag
die fackel auszuwehen.
Jacobi allerlei 7;

auch hinaus, heraus wehen: weil nun das in sich selbst schon zwistige Rom so wenig als ein groszer leib die ruhe länger vertragen konnte, ward es lüstern, die zwirbelwinde seiner ehrsucht über den luftigen alpen auszuwehen. Lohenst. Arm. 1, 895; der sturm hat bäume ausgeweht. intransitiv, exstingui: das licht weht aus; die fackel ist ausgeweht.
 
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ausweichen , excedere, deflectere, nnl. uitwijken:
1) aus dem wege weichen: weich aus! ausgewichen! zuruf der fuhrleute;

weich aus! was wilt du hinnen thon?
H. Sachs III. 3, 32a;

ich wil durch dein land ziehen, und wo die strasze gehet, wil ich gehen, ich wil weder zur rechten noch zur linken ausweichen. 5 Mos. 2, 27; der fuhrwagen musz dem postwagen ausweichen; einem betrunknen soll man ausweichen;

mein fusz wich oft
von seinem pfad zur seite aus.
Gieseke;

wie oft bin ich mit zwang dir schamroth ausgewichen.
Gellert 1, 328.


2) aus der fuge weichen: das holz weicht aus; die mauer ist merklich ausgewichen; der musiker weicht vom grundton aus; der clavierspieler, der sonst geduld genug hatte, wuste nicht mehr in welchen ton er ausweichen sollte. Göthe 17, 234.
3) dem stosz ausweichen, sich ihm nicht blosz stellen: weich aus! ein fechterausdruck.
4) aus dem besessenen weichen: weich aus von mir, böser geist!; der teufel wich aus, fuhr aus.
5) figürlich, der rede, frage, bitte, versuchung ausweichen: da setze dich hin und sprich, aber ohne auszuweichen; ich strebte dieser maszregel auszuweichen; es wird ein gesetz verdreht, ein befehl übertrieben oder (ihm) ausgewichen. Wieland 6, ix; ausweichende antwort.
 
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ausweichen, emollire, erweichen, nnl. uitweeken: gesalzenes fleisch ausweichen, auswässern; der hering musz in milch ausgeweicht werden; der regen hat den hut ganz ausgeweicht.
 
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ausweichschiene, ausweichstelle, f. bei eisenbahnen.