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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
austreter bis auströdeln (Bd. 1, Sp. 1004 bis 1005)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) austreter, m. desertor. Haltaus 87.
 
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austreugen, austrocknen, Stieler 2326. vgl. DWB abtreugen und DWB austrocken.
 
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austrieb, m. 1) exactio: austrieb der herde, der schweine auf die weide; auch sobalden der hirt (die schweine) heimtreibet, ein jeder das seinige einthue, und bis zum austrieb im stall halten soll. Carber markordn. von 1657 art. 49; die schwein haben dis mit den schafen gemein, dasz ihnen der frühe austrieb und die mit thau befeuchtete weide ungesund ist. Hohberg 2, 308a. 2) austrieb heiszt am weinstock der sprosse im winkel der knospe, gemeinhin eberzähn genannt, w. m. s.
 
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austriefen, destillare, nnl. uitdruipen: an einer ritze des fasses trof wein aus, den wir gierig sammelten; es war doch allzu wenig ausgetroffen, als dasz er uns hätte laben können; aus Odins ring triefen alle neun nächte acht gleich schwere ringe aus. Snorri 132.
 
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austrillern, cantiunculam vibrare: er trillert sein liedchen aus.
 
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austrinken, ebibere, nnl. uitdrinken. an einem rechten het ein armer baursman ein sach und kam zu seinem fürsprechen und schenkt im ein hafen mit guter milch. der ander kam und schenkt im ein saugferlin oder spinferlin, das gut zu braten war. das urteil gieng wider den, der dem fürsprechen die milch het geben. da sprach derselbig baur, 'wo ist mein gute milch hinkomen?' der fürsprech antwortet, 'das saugferlin hat sie ausgetrunken'. sch. und ernst 86;

trinks gar aus mit gten trewen!
Scheit grob. g 4;

er hat kaum ausgetrunken,
springt im sein herz enzwei.
Uhland 218;

trinks aus und machs nit lang! 590;

hilf mir den wein austrinken! 693;

und war sein lust sauber auszutrinken. Garg. 43b;

dis gläslein weins das gilt dir halb,
trinks gar aus du mein liebes kalb.
er satzt das gläslin an den mund,
er tranks wol aus bis an den grund. 89a;

trinkts gar aus! 91b;

da hub er an zu trinken
den becher halber aus. 93a;

Martialis gefallt unser genaden, der trank soviel hochbecher aus, als viel seiner bulschaft nam buchstaben innhielt. 91b; ich tranks etwan gar aus, jetz lass ich nichts drinnen. 101a;

drauf trink ich den becher aus.
Fleming 47;

[Bd. 1, Sp. 1005]


sie bemerkten, dasz ich mein glas etwas langsamer austrunk als sie. Rabener 4, 67; ich habe gegraben und ausgetrunken die frembden wasser. 2 kön. 19, 24; die hefen des daumelkelchs hast du ausgetrunken. Es. 51, 17; denn der kelch deiner schwester Samaria ist ein kelch des jamers und trawrens, denselben mustu rein austrinken. Ez. 23, 34; was ist es anders als menschenschicksal, sein masz auszuleiden, seinen becher auszutrinken. Göthe 16, 132; trink aus, dasz wir fortkommen! 42, 3; der eilfer solle köstlich gewesen sein, davon sich jedoch kein beweis führen lasse, weil er schon ausgetrunken sei. 43, 272;

und doch hat jemand einen braunen saft
in jener nacht nicht ausgetrunken. 12, 81.

vgl. ausneigen.
 
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austrippeln, levi incessu exire: ein lustig austrippelndes kind.
 
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austritt, m. excessus, egressio: der austritt aus dem wagen, aus dem schif, aus dem walde; beim ersten austritt aus dem hause. med. maulaffe 536; der austritt des flusses auf die wiesen; sein austritt aus der gesellschaft; der austritt eines planeten aus dem schatten des andern. austritt heiszt auch der ort auf den man aus dem hause zur umschau tritt, der balcon.
 
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austrocken, austrocknen, exsiccare, nnl. uitdroogen.
1) transitiv, wir haben gehört, wie der herr hat das wasser im schilfmeer ausgetrocknet fur euch her. Jos. 2, 10; wie der herr das wasser des Jordans hatte ausgetrocknet. 5, 1; wie eine hitze, die den regen austrocket. Es. 18, 4; ich habe mit meinen fuszsolen ausgetrocket alle verwarete wasser. 37, 25; ich wil die wasserstrom zu insuln machen und die seen austrocken. 42, 15; bistu nicht, der das meer der groszen tiefen wasser austrocket? 51, 10; ich wil ir meer austrocken und ire brunnen verseihen lassen. Jer. 51, 36; der herr wird aus der wüsten her auffaren und iren brun austrucken. Hos. 13, 15; die sonne trocknet den flusz aus; ein austrocknender wind; einen teich austrocknen.
2) intransitiv: das wasser trocknet aus; das land trocknet aus. für das part. praet. bleibt transitive oder intransitive bedeutung zweifelhaft: die wasserbeche sind ausgetrockent. Joel 1, 20; wie reimbt oder stimpt sich aber ein ausgetrocknet heisere stimm? Garg. 23b; ausgetrocknete wangen. Klinger 11, 255; der arme innere mensch von dem wechselfieber der leidenschaften ausgetrocknet. J. Paul Hesp. 1, 43; unter so viel hundert augen war keines so verwelkt und ausgetrocknet, aus dem nicht die heisze quelle der rührung aufgestiegen wäre. jubels. 151.
Wir verwenden heute austrocknen in beiden bedeutungen und austrocken, wofür man auch hin und wieder austreugen sagte, ist veraltet. die unterscheidung zwischen transitivem austrocken und intransitivem austrocknen, wenn er sie so faszte, hat Luther selbst nicht strenge durchgeführt. das nnl. uitdroogen steht gleichfalls transitiv und intransitiv. ganz fern steht jenem austrocken das austrucken exprimere, welches einige für ausdrucken schreiben.
 
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auströckne, f. siccatio, siccitas, nur bei Paracelsus: so mag es nicht bestand haben, allein die täglich auströckne der erden sei da. 1, 518a; so nun die auströckne angeht, so dörret sich die lung aus. 1, 520c. wir sagen austrocknung.
 
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auströdeln, festinare: er gieng mir viel zu sachte, ob er schon ziemlich eilte. trödelt aus! rief ich ihm nach. Rabeners br. 22.