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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausspeisen bis ausspielen (Bd. 1, Sp. 976 bis 977)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausspeisen, exedere, ausessen: arme leute haben bald ausgespeiset. Stieler 2078.
 
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ausspeizen, frequentativ von ausspeien: weil sie die liebe der warheit ausspeizt und nicht weniger annemen will. Frank chron. 498b.
 
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ausspelzen, cortice nudare, ausschälen: auskernen und ausspelzen. J. Paul Fixl. 17; Firmian hatte sich besonders vorgenommen, vorzüglich diese paar tage recht auszuspelzen oder abzurahmen. Siebenk. 3, 5; warum er (in der gesellschaft beim minister) nicht einen gewissen ausgespelzten, eingetrockneten kleisteraal, einen schwächling voll impertinenz angesehen hätte. Tit. 2, 33.
 
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ausspenden, expendere, distribuere, largiri: hie will ich, was ich vermag, willig darthn und ausspenden. Frank laster der tr. A 2;

ofnen des königs testament,
wie er sein reich hat ausgespendt.
H. Sachs III. 1, 179c;

[Bd. 1, Sp. 977]


in drei bücher ausspänden, diducere in tres libros. Facius bei Fronsperg 3, 228; belonung ausspenden. Gökingk 1, 186; der zufall spendet parteiisch glück und unglück, kränkungen und ehren aus. Gotter 1, 170; der die kleine blüte von wollust, die im wahnwitz sprossen kann, noch wirthschaftlich ausspendet. Schiller 758; eine schöne sittliche natur liegt wie ein capital zu grunde, von dem die interessen nur sparsam und gleichsam nur als würze in den gedichten ausgespendet sind. Göthe in Hirzels fragm. s. 12;

es fehlt dir nie an närrischen legenden,
fängst wieder an dergleichen auszuspenden. 41, 253;

gegen die vielen ehverbote half das ausspenden (dispensatio) der gnade der kirche in einzelnen fällen. Hugo encycl. 1835 s. 154. s. DWB spenden.
 
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ausspender, m. und hatten i. f. gn. nicht mehr, als sie von Prag auszogen, als 335 th. bei sich zur zehrung, darüber war ich ausspender und hatte es in meiner verwahrung. Schweinichen 1, 149; einen älteren beleg liefert Oberlin 79.
 
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ausspendieren, was ausspenden: weil ich bekennt habe, ich seie ein spenditor gewesen und von den sachen bei rechter zeit einzukaufen geredt habe, will ich auch mit selbiger kürze sagen, wie man die sachen ausspendieren solle. Schuppius 739.
 
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ausspendung, f. freigebige ausspendung. Zinkgr. 31, 11.
 
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aussperren, 1) distendere, divaricare: die beine aussperren; die flügel aussperren: ein silberner adler mit ausgesperreten flügeln. pers. reiseb. 1, 7, vgl. DWB ausstrecken. 2) excludere: man hatte sie (die hunde) zwar ausgesperrt. Göthe 18, 139; da ich ihn aber nicht einsperren kann, so soll er wenigstens ausgesperrt werden. an Schiller 470.
 
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ausspicken, probe illardare, mit speckstreifen durchziehen: den hasen, hahn ausspicken; ganz vollkommen ausgespicktes und allerniedlichstes ehr- und tugendbrätlein. ped. schulfuchs 162; den beutel mit geld ausspicken.
 
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ausspiegeln, speculis instruere: ein gemach, glänzend ausgespiegelt; ein pfauenhahn vollkommen ausgespiegelt.
 
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ausspielen , nnl. uitspelen, in verschiednem sinn,
1) das spiel anheben: wer spielt aus?
2) im spiel, eine bestimmte karte oder farbe auswerfen: was hat er ausgespielt; du must die beste karte, trumpf ausspielen, austrumpfen, was sonst auch DWB vorziehen, hervorziehen hiesz:

wer das meist hab, der zeuch für! fastn. sp. 626, 20;

eine gesellschaft von spielkarten, die sich selber mischten, ausspielten und stachen. J. Paul Tit. 2, 102. auch sein leben ausspielen, aufs spiel setzen; dieses sündhafte prunken und pracht ausspielen, dieser übermut der vornehmen reichen welt. Tieck nov. 6, 7.
3) zu ende spielen: das kartenspiel, das musikstück ausspielen; und feierlich spielt ich mein possenspiel aus. Stolberg 1, 134; immer ex tempore zu leben und sein ganzes dasein in impromptüs auszuspielen. Tieck 4, 259; dieses ist unter allen stücken, die ich je gesehen, das einzige, das nicht ausgespielt worden ist. Lichtenberg 3, 277; niemand macht mir mehr freude, als die hundsfutter, die ich nun so ganz vor mir gewähren und ihre rolle gemächlich ausspielen lasse. Göthe an fr. von Stein 1, 135; das repetierwerk und nachspiel des ausgespielten lebens. J. Paul holzschn. 10, 187. ausgespielt haben, nil amplius posse; ausgespielte leidige tropfen. Garg. 273a.
4) ausspielen, verloszen, gegen geringen einsatz vieler: ein haus, ein pferd ausspielen.