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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausspazieren bis aussperren (Bd. 1, Sp. 976 bis 977)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausspazieren, exspatiari, s. DWB abspazieren:

kommt, laszt uns ausspazieren!
Opitz;

geschieht es, dasz zur zeit sein halbgott ausspaziert.
Logau 3, seite 216;

wann ein Christ am sontage wil ausspazieren. Schuppius 207; als er ausspazierte, feldhüner zu fangen mit dem tyras. Simplic. 1, 186;

kaum kann der hohe storch zum froschfang ausspazieren.
Hagedorn 2, 123.


 
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ausspeculieren: heiszt disz nit tief ausspeculiert? Fischart bienenk. 1588. 59a.
 
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ausspeien, exspuere, exscreare, nnl. uitspuwen, uitspugen: blut, gift und galle, eiter, feuer ausspeien; ich wil ire missethat an inen heimsuchen, das das land seine einwoner ausspeie. 3 Mos. 18, 25. 28; die güter, die er verschlungen hat, musz er wider ausspeien. Hiob 20, 15; deine bissen, die du gessen hattest, mustu ausspeien. spr. Sal. 23, 8; und der herr sprach zum fische, und derselb speiet Jona aus ans land. Jon. 2, 11; da speieten sie aus in sein angesicht (goth. spivun ana andavleizn is, ahd. spuwun sie sîn annuzi). Matth. 26, 27; weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem munde. offenb. 3, 16; solchen worten und exempeln, als des heiligen geistes worten und vermanungen müsset ir warlich folgen, und die gedanken, so euch davon treiben, ausspeien und auswerfen. Luther 5, 528a; da spüwten sie usz und sprachen, das wer nit ein zimlich beth. Eulensp. 58; hub dann der pfarrherr neben im an ausspeien. Garg. 51b;

dasz ein flusz verschluckt wird von der erden,
und anderwerts hernach musz ausgespeiet werden.
Opitz 1, 46;

ein weib, das gerne trinkt, speit unversehens aus
ihr ehr, ihr gut gerücht, auch endlich hab und haus.
Logau 2, 2, 24;

das das haus seinen bauherrn oder seine kinder bald ausspeie, zu dessen erbauung arme leut stein und ziegel zuführen müssen. Schuppius 56; dasz ihme gott einen solchen medicum zugeschicket, der ihm eine purgation eingeben soll, dasz das land ihre einwohner ausspeie, wie das land Kanaan. 365; dasz du, butterlecker, solches aus deinem schamlosen lästermaul wider deinen nechsten ausspeiest, aber an beweis wird es dir ewig mangeln. 635;

o speit ihn aus von euch, dasz er die beste sache,
die besten bürger nicht durch sich verdächtig mache.
Lessing 3, 338;

und wie aus ofnem höllenrachen
speit es verderben zündend aus.
Schiller 79b;

pfui, speit ihr aus, die hure da!
Göthe 1, 204;

und was er noch mehr aus ärger und galle ausspie, das ich alles vor lachen nicht verstand. Fr. Müller 1, 233; die ganze stadt ist voller staatsmänner und man kann auf der gasse fast nicht ausspeien, ohne in gefahr zu stehn, einen politicus zu treffen. verächtlich: das ist zum ausspeien.
 
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ausspeisen, exedere, ausessen: arme leute haben bald ausgespeiset. Stieler 2078.
 
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ausspeizen, frequentativ von ausspeien: weil sie die liebe der warheit ausspeizt und nicht weniger annemen will. Frank chron. 498b.
 
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ausspelzen, cortice nudare, ausschälen: auskernen und ausspelzen. J. Paul Fixl. 17; Firmian hatte sich besonders vorgenommen, vorzüglich diese paar tage recht auszuspelzen oder abzurahmen. Siebenk. 3, 5; warum er (in der gesellschaft beim minister) nicht einen gewissen ausgespelzten, eingetrockneten kleisteraal, einen schwächling voll impertinenz angesehen hätte. Tit. 2, 33.
 
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ausspenden, expendere, distribuere, largiri: hie will ich, was ich vermag, willig darthn und ausspenden. Frank laster der tr. A 2;

ofnen des königs testament,
wie er sein reich hat ausgespendt.
H. Sachs III. 1, 179c;

[Bd. 1, Sp. 977]


in drei bücher ausspänden, diducere in tres libros. Facius bei Fronsperg 3, 228; belonung ausspenden. Gökingk 1, 186; der zufall spendet parteiisch glück und unglück, kränkungen und ehren aus. Gotter 1, 170; der die kleine blüte von wollust, die im wahnwitz sprossen kann, noch wirthschaftlich ausspendet. Schiller 758; eine schöne sittliche natur liegt wie ein capital zu grunde, von dem die interessen nur sparsam und gleichsam nur als würze in den gedichten ausgespendet sind. Göthe in Hirzels fragm. s. 12;

es fehlt dir nie an närrischen legenden,
fängst wieder an dergleichen auszuspenden. 41, 253;

gegen die vielen ehverbote half das ausspenden (dispensatio) der gnade der kirche in einzelnen fällen. Hugo encycl. 1835 s. 154. s. DWB spenden.
 
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ausspender, m. und hatten i. f. gn. nicht mehr, als sie von Prag auszogen, als 335 th. bei sich zur zehrung, darüber war ich ausspender und hatte es in meiner verwahrung. Schweinichen 1, 149; einen älteren beleg liefert Oberlin 79.
 
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ausspendieren, was ausspenden: weil ich bekennt habe, ich seie ein spenditor gewesen und von den sachen bei rechter zeit einzukaufen geredt habe, will ich auch mit selbiger kürze sagen, wie man die sachen ausspendieren solle. Schuppius 739.
 
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ausspendung, f. freigebige ausspendung. Zinkgr. 31, 11.
 
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aussperren, 1) distendere, divaricare: die beine aussperren; die flügel aussperren: ein silberner adler mit ausgesperreten flügeln. pers. reiseb. 1, 7, vgl. DWB ausstrecken. 2) excludere: man hatte sie (die hunde) zwar ausgesperrt. Göthe 18, 139; da ich ihn aber nicht einsperren kann, so soll er wenigstens ausgesperrt werden. an Schiller 470.