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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausschein bis ausscheuchen (Bd. 1, Sp. 947 bis 948)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausschein, m. splendor elucens: ein glanz und ausschein seiner herlichkeit. Frank 5, 67. mhd. ûʒschîn. Leyser 27, 18. s. abschein.
 
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ausscheinen, elucere, nnl. uitschijnen, engl. outshine: wenn feuer über das dach ausscheinet. Kaltenbäck panteid. 1, 34a; in anderm sinn aber transitiv exstinguere, delere:

aus edelsteinen,
gemacht den lächerlichen blitz der erdengötter auszuscheinen.
Wieland 17, 124;

so eben hat die sonne da ein talglicht ausgeschienen. Lichtenbergs Hogarth 1, 112.
 
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ausscheiszen, gleichsam excacare, alvo egerere, mhd. ûʒ schîʒen, ein uraltes, ehmals unanstöszigeres wort: blut ausscheiszen. Stieler 1757;

dasz Niger edel, must du wissen,
ein reiger hat ihn ausgeschissen.
Logau 1, 8, 53,

was auf einen hergebrachten, der bewahrung werthen volksscherz zurückgeht:

ein rab
schisz einen Schwab,
und aus dem stank
erwuchs ein Frank;

ausführlicher bei Schmeller 3, 524:

doch ist ein sprichwort,
die Schwaben seien von hohem stam,
sie scheisz ein reiger ab einem baum
nider auf die erden, bei dem Rhein,
davon die Schwaben komen sein,
und von der Schwaben stank
sind komen die Frank,
und aus der Franken eier
sind komen die unsaubern Beier.

der volksglaube liesz die urstämme aus steinen oder auf bäumen entsprieszen, und von den bäumen durch vögel herab geworfen werden (mythol. s. 538. gesch. der d. spr. 780).
 
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ausscheiteln, capillos secernere, das haar aus dem gesicht, aus der stirne scheiteln. die tuchmacher benennen ausscheiteln das aufbäumen, aufziehen der werfte.
 
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ausschelfen, folliculis eximere, enthülsen, ausschälen: die nüsse soltu schwingen lassen, wann sie anfahen sich auszuschelfen. Sebiz 358.

[Bd. 1, Sp. 948]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausschellen, campanula proclamare: es ist eben ausgeschellt worden; dem musz man so was an die nase heften, wenns morgen am marktbrunnen ausgeschellt sein soll. Schiller 183. vgl. mhd. ûʒschellen. GA. 3, 54 und ausklingeln.
 
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ausschelten, duriter increpare: die mutter schalt das kind aus; ich bin ausgescholten worden; ich fand unsern hofmeister, welcher seinen sohn mit vielem eifer ausgescholten hatte. Rabener 2, 11. 6, 208.
 
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ausschenken, divendere liquores, cauponam exercere: wein, brantwein, bier ausschenken, maszweise verkaufen, auswirten, in Süddeutschland verleitgeben, ausleitgeben. bei den handwerkern, den gesellen ausschenken, ihm beim auswandern den ehrentrunk reichen, im gegensatz des einschenkens, des bewillkommens mit dem trunk. s. DWB ausgeschenk. ausschenken effundere: du solt auch seine schüsseln, becher, kannen, schalen aus feinem golde machen, damit man aus und einschenke. 2 Mos. 25, 29. 37, 16; denn der herr hat einen becher in der hand und mit starken wein vol eingeschenkt, und schenkt aus demselben. ps. 75, 9; ausschenken und verschwenden. H. Sachs I, 275a; brentenwein ausschenken. Garg. 49b. dann aber auch ausschenken donare, largiri, hinschenken, hingeben, reichlich schenken:

da will ich könglich gab ausschenken.
H. Sachs IV. 1, 23b;

dem nackenden kleider schenket usz. trag. Joh. B 8.

on allen reuw ausgeben. Maaler 45b.
 
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ausscheren, ausschor, tonsuram absolvere, gleich dem einfachen scheren sonst mit dat. der person: das haar ist mir ausgeschoren, abgeschnitten. figürlich hiesz einem (die wolle) ausscheren, ihn übel, hart, eigennützig behandeln:

ich hab manigem uszgeschorn,
der gieng dan trauriclich dahin. Hätzl. 306, 52;

auch hat die jungfraw mich mit zorn
gehandelt, und mir ausgeschorn
mit worten so heftig und scharf.
H. Sachs I, 112d.

die tuchbereiter scheren aus, wenn sie die tücher, nachdem sie gefärbt worden sind, zum dritten und letzten mal scheren. das erste scheren heiszt ihnen bärteln, das zweite schlechthin scheren, das dritte ausscheren.
 
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ausscheren, ausscherte, secernere, segregare, ausscharen:

ir eigne freund sie selbst verachten,
und von in auszuscheren trachten.
H. Sachs IV. 3, 101b;

das kein zweivel ist, dieser spruch rede vom bapst und seinen geistlichen, und Christus selbs hie absolviert und ausscheret alle pfaffen und münch, indem das er verdampt alle orden und klöster. Luther 2, 113b; fohlen ausscheren, absondern. Rosenzweig rosztäuscher s. 86. in einigen landstrichen ausschieren, z. b. für forstmäsziges aussondern des holzes, vgl. DWB ausschalmen.
 
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ausscheuchen, fugare, abigere, verscheuchen: man hat ihn hier ausgescheucht.