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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausschauen bis ausschelfen (Bd. 1, Sp. 947)
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[Bd. 1, Sp. 947]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausschauen, prospicere, aussehen, ausblicken:

mit starrendem blicke
schauet er in die finsternis aus.
Klopstock Mess. 4, 1208;

mein hin geheftetes auge
schauet aus in die nacht, und kann nicht weinen. 5, 405;

oft schaut sie vergebens
in die finsternis aus.
Zachariä.

Zuweilen auch, wie aussehen, welches doch gewöhnlicher ist, für speciem habere: du schaust gesund aus; er schaut recht vergnügt aus; es schaut nach gewitter aus, wir werden, dem anschein nach, ein gewitter bekommen.
 
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ausschauern, cum impetu effundere, stromweise, schauerweise ergieszen:

die wunden noch schauern sie blut aus. Mess. 8, 608.


 
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ausschaufeln, palis ejicere: wasser ausschaufeln, einen teich ausschaufeln.
 
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ausschäumen, exspumare: wilde wellen des meers, die ihr eigen schande ausscheumen. br. Judas 13; sterbende schülerinnen schäumten den namen ihrers lehrers unter flüchen und zuckungen aus. Schiller 191;

o endlich kann ich meine brust entladen,
ausschäumen endlich gegen meinen feind
der tiefsten seele langverhaltnen groll. 671.

der eber, als ihm die hunde nahten, schäumte aus.
 
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ausscheffeln, acervatim expendere, nach dem sprichwort, was man einleffelt ausscheffeln, mit löffeln einnahm, mit scheffeln ausgeben; hie gehören her, von denen man sagt, sie heben einen leffel auf und zutretten eine schüssel, oder wo grosze güter sind, als zu königen und fürstenhöfen, da man einleffelt und ausscheffelt, macht grosze rechnung. Luther 6, 147a.
 
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ausscheiden , nnl. uitscheiden, in doppeltem sinn,
1) transitiv, secernere, aussondern: uszscheiden das osterlemblin usz der herd. Keisersb. post. 2, 114; bergmännisch, die erze ausscheiden, vom tauben gesteine absondern, ausschlagen; die guten von den bösen ausscheiden; einen krankheitsstof ausscheiden. sich ausscheiden, discedere: ein paar jahre im warmen klima zubringen, ob sich dieses übel vielleicht ausscheide. Arnim schaub. 2, 368.
2) intransitiv, discedere, abgehen: ich musz von euch ausscheiden; ich dächte ich schiede gänzlich aus. Lessing.
 
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ausschein, m. splendor elucens: ein glanz und ausschein seiner herlichkeit. Frank 5, 67. mhd. ûʒschîn. Leyser 27, 18. s. abschein.
 
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ausscheinen, elucere, nnl. uitschijnen, engl. outshine: wenn feuer über das dach ausscheinet. Kaltenbäck panteid. 1, 34a; in anderm sinn aber transitiv exstinguere, delere:

aus edelsteinen,
gemacht den lächerlichen blitz der erdengötter auszuscheinen.
Wieland 17, 124;

so eben hat die sonne da ein talglicht ausgeschienen. Lichtenbergs Hogarth 1, 112.
 
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ausscheiszen, gleichsam excacare, alvo egerere, mhd. ûʒ schîʒen, ein uraltes, ehmals unanstöszigeres wort: blut ausscheiszen. Stieler 1757;

dasz Niger edel, must du wissen,
ein reiger hat ihn ausgeschissen.
Logau 1, 8, 53,

was auf einen hergebrachten, der bewahrung werthen volksscherz zurückgeht:

ein rab
schisz einen Schwab,
und aus dem stank
erwuchs ein Frank;

ausführlicher bei Schmeller 3, 524:

doch ist ein sprichwort,
die Schwaben seien von hohem stam,
sie scheisz ein reiger ab einem baum
nider auf die erden, bei dem Rhein,
davon die Schwaben komen sein,
und von der Schwaben stank
sind komen die Frank,
und aus der Franken eier
sind komen die unsaubern Beier.

der volksglaube liesz die urstämme aus steinen oder auf bäumen entsprieszen, und von den bäumen durch vögel herab geworfen werden (mythol. s. 538. gesch. der d. spr. 780).
 
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ausscheiteln, capillos secernere, das haar aus dem gesicht, aus der stirne scheiteln. die tuchmacher benennen ausscheiteln das aufbäumen, aufziehen der werfte.
 
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ausschelfen, folliculis eximere, enthülsen, ausschälen: die nüsse soltu schwingen lassen, wann sie anfahen sich auszuschelfen. Sebiz 358.