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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausscharten bis ausscheinen (Bd. 1, Sp. 946 bis 947)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausscharten, bei den kürschnern, leder auszacken, schartig bilden.
 
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ausschattieren, adumbrare, abschattieren: zu den umrissen soll er seine tusche nur stärker machen, zum ausschattieren kann er sie alsdann schon schwächer nehmen. Göthe an Knebel 325.
 
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ausschätzen, dedecorare, beschimpfen, vgl. engl. tax schelten, tadeln: dasz nicht grobe hübeler, ausschwätzer und wäscher darüber (über mein buch) kommen, mich damit in meiner gruben ausschätzen. Schweinichen 1, 13;

ganz hönisch mich ausschetzten gern.
Joach. Sartorius psalm 69, 12.

[Bd. 1, Sp. 947]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausschauen, prospicere, aussehen, ausblicken:

mit starrendem blicke
schauet er in die finsternis aus.
Klopstock Mess. 4, 1208;

mein hin geheftetes auge
schauet aus in die nacht, und kann nicht weinen. 5, 405;

oft schaut sie vergebens
in die finsternis aus.
Zachariä.

Zuweilen auch, wie aussehen, welches doch gewöhnlicher ist, für speciem habere: du schaust gesund aus; er schaut recht vergnügt aus; es schaut nach gewitter aus, wir werden, dem anschein nach, ein gewitter bekommen.
 
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ausschauern, cum impetu effundere, stromweise, schauerweise ergieszen:

die wunden noch schauern sie blut aus. Mess. 8, 608.


 
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ausschaufeln, palis ejicere: wasser ausschaufeln, einen teich ausschaufeln.
 
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ausschäumen, exspumare: wilde wellen des meers, die ihr eigen schande ausscheumen. br. Judas 13; sterbende schülerinnen schäumten den namen ihrers lehrers unter flüchen und zuckungen aus. Schiller 191;

o endlich kann ich meine brust entladen,
ausschäumen endlich gegen meinen feind
der tiefsten seele langverhaltnen groll. 671.

der eber, als ihm die hunde nahten, schäumte aus.
 
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ausscheffeln, acervatim expendere, nach dem sprichwort, was man einleffelt ausscheffeln, mit löffeln einnahm, mit scheffeln ausgeben; hie gehören her, von denen man sagt, sie heben einen leffel auf und zutretten eine schüssel, oder wo grosze güter sind, als zu königen und fürstenhöfen, da man einleffelt und ausscheffelt, macht grosze rechnung. Luther 6, 147a.
 
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ausscheiden , nnl. uitscheiden, in doppeltem sinn,
1) transitiv, secernere, aussondern: uszscheiden das osterlemblin usz der herd. Keisersb. post. 2, 114; bergmännisch, die erze ausscheiden, vom tauben gesteine absondern, ausschlagen; die guten von den bösen ausscheiden; einen krankheitsstof ausscheiden. sich ausscheiden, discedere: ein paar jahre im warmen klima zubringen, ob sich dieses übel vielleicht ausscheide. Arnim schaub. 2, 368.
2) intransitiv, discedere, abgehen: ich musz von euch ausscheiden; ich dächte ich schiede gänzlich aus. Lessing.
 
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ausschein, m. splendor elucens: ein glanz und ausschein seiner herlichkeit. Frank 5, 67. mhd. ûʒschîn. Leyser 27, 18. s. abschein.
 
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ausscheinen, elucere, nnl. uitschijnen, engl. outshine: wenn feuer über das dach ausscheinet. Kaltenbäck panteid. 1, 34a; in anderm sinn aber transitiv exstinguere, delere:

aus edelsteinen,
gemacht den lächerlichen blitz der erdengötter auszuscheinen.
Wieland 17, 124;

so eben hat die sonne da ein talglicht ausgeschienen. Lichtenbergs Hogarth 1, 112.