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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausplatzen bis auspoltern (Bd. 1, Sp. 924 bis 925)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausplatzen, rumpi, dissilire: ausgeplatztes knopfloch, am ermel ausgeplatzt; er platzte aus mit dem geheimnisse, konnte es nicht länger verhalten; platzte aus in lautes gelächter. bergmännisch, auf dem festen gestein platzen die bergeisen aus.
 
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ausplaudern, deblaterare, effutire, ausschwätzen: er plaudert aus, plaudert alles aus; wenns nur nicht heiszt, Lorenz hats ausgeplaudert. Schlampampe s. 102; personen, die auf den freund toll werden, wenn er ausplaudert. J. Paul Hesp. 1, 105; sich recht ausplaudern, satt plaudern.
 
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ausplumpen, was auspumpen. Lohenst. Arm. 1, 589.
 
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ausplündern, expilare, despoliare, nnl. uitplunderen: der feind plünderte das ganze land, alle kirchen aus; einen schriftsteller ausplündern.
 
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ausplüschen, franz. pelucher:

und um seine schultern spielet
ausgeplüscht ein hermelin.
Herder 5, 93.


 
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auspochen , excutere, explodere, pulsare, nnl. uitpoken,
1) weidmännisch, einen marder auspochen, durch klopfen und schlagen aus dem holen baum treiben, in dem er versteckt liegt.
2) bergmännisch, auspochen, durch klopfen das zeichen zur ausfahrt geben. was heiszt: du wirst mit uns bald ausgepocht haben. Luther 6, 226b ?
3) bei den landsknechten verbindet sich pochen und plündern: die Engelburg bochten sie aus und blünderten alles, so sie funden. Frank chron. 309b; liesz alle sündische güter auspochen und plündern. Micrälius 3, 491. auspochen also aus dem versteck klopfen.
4) pelzwerk ausklopfen, reinigen.

[Bd. 1, Sp. 925]



5) heute einen schauspieler auspochen, ihm durch pochen, klopfen misfallen zu erkennen geben.
 
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auspöckeln, exsiccare, ausdörren: heringe auspöckeln; ich halte auch nicht, dasz ich dazumal auf meinem ganzen leibe ein pfund fleisch hätte zusammenbracht, so sehr war ich ausgepöckelt. Weise erzn. 70.
 
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auspolieren, expolire, ausglätten, sowol fertig glätten, als durch die glättung wegnehmen: flecken auspolieren; wer dergleichen aus seiner religion auspolieret, hätte eben so gut gar keine. Lessing 10, 14.
 
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auspolierung, f. was endlich die auspolierung des verstandes betrift, so wäre zu besorgen, dasz dieselbe gänzlich unterbliebe. J. E. Schlegel 3, 279.
 
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auspolstern, effarcire, ausstopfen: ein bett, einen stul auspolstern; jene wolthätige trägheitskraft, womit die schlechtesten wesen ausgepolstert sind. J. Paul teuf. pap. 1, 88; dasz es zuletzt wol gar an haaren fehlen dürfte, womit man die köpfe der schönen auspolstert. lit. nachl. 4, 153.
 
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auspoltern, desinere tumultuari.