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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausnergeln bis ausöden (Bd. 1, Sp. 922 bis 923)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausnergeln, extorquere: und, was noch schrecklicher ist als ein hitziges fieber, einfalt und heuchelei müssen das bette des sterbenden nicht belagern, und ihm so lange zusetzen, bis sie ihm ein paar zweideutige worte ausgenergelt, mit welchen der arme kranke sich blosz die erlaubnis erkaufen wollte, ruhig sterben zu können. Lessing 8, 336. s. DWB nergeln, DWB nörgeln.
 
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ausnesteln, fibulam solvere, dissolvere.
 
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ausnippen, ebibere degustando: wann sie nun ihr gläslein oder halbes ausgenipt und darbei der frau sechswöchnerin und des lieben kindes gesundheit getrunken hat. hebamme 687;

statt die tausend (blumenkelche) auszunippen,
die euch Florens milde beut,
saugt aus Amaryllis lippen
aller tausend süszigkeit.
Bürger 83a.


 
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ausnöthen, extorquere, expellere, abnöthigen: aus welcher ursach disz ganz gewechs im menschlichen leib ein art und eigenschaft hat, zu wermen, zu zertheilen und auszunöten oder zu treiben. Thurneisser infl. wirkungen 20.
 
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ausnöthigen, dasselbe: es ist auch eitel ausgenötigte heuchlerei, was sie (der gemeine mann in Deutschland) inen (den pfaffen) thun oder ehr entbieten. Frank weltb. 44b; bis dasz sie (die erde) mit gewalt ausnötigt vil wassers. Garg. 284b.
 
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ausnötung, f. expressio: durch pressunge oder sunst ausnöttunge darvon getruckt. Thurneisser infl. wirk. 109.
 
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ausnüchtern, crapulam solvere, nüchtern werden: er sof also, dasz er niemals ausnüchterte. Abele 4, 1; ich habe mich ein wenig wieder ergangen und habe ziemlich wieder ausgenüchtert. Schoch stud. leben C 5.
 
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ausnutscheln, ausnutschen, exsugere. Stieler 1184. taubenknochen, äpfelschalen. s. DWB abnutscheln.
 
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ausnutzen, usu plane consumere, stärker als abnutzen:

[Bd. 1, Sp. 923]


ein erdrich ausnutzen, ausmärglen, ersaugen. Maaler 44b; neue ersparungen des kleinsten aufwands ihrer ausgenutzten kräfte. Wieland 7, 69; der thürgrif hat sich ausgenutzt. gewöhnlicher mit umlaut,
 
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ausnützen: welche all zuletzt, wann er sie zu seim verordneten werk, darz er si erweckt hat, ausgenützet, so liederlich seind umbkummen. Frank chron. a 5b; bis das es zum teufel und ausgenützt ist. Wernstreit kriegsb. des fr. 25; bis er sie zu seinem dienst ausnützt. 83; musz die ausgenützt rt zuletzt in ofen. 164; ihr erster grundsatz schien zu sein, den gegenwärtigen augenblick zum vortheil ihrer ausschweifenden lüste auszunützen. Wieland 6, 48;

ein mantel, so entfasert, abgefärbt
und ausgenützt (frühere ausg. abgenützt). 9, 3.


 
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ausöden, vastare, veröden: das land ist ganz ausgeödet. ahd. arôdan (Graff 1, 150). s. DWB ausösen.