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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausnehmung bis ausnutscheln (Bd. 1, Sp. 922)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausnehmung, f. delectus: kein sonderlich vergnügen ist bei der ausnehmung (der rekruten), da die krüppels gerne dienten und die schönen leute meist ehehaften haben wollen. Göthe an fr. von Stein 1, 218.
 
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ausneigen, lagenam exsiccare, bis auf die neige austrinken:

ein mensch, dem Jupiter nur einmal hat gegeben
zu trinken guten wein, der bleibt bei seinem leben
wol allzeit auch dabei. wann einer aber schon
zum wasser ist verdampt, kompt ewig nicht darvon,
wie sehr er schart und kratzt. drumb wacker ausgeneiget,
weil sonderlich hierauf der winter selber zeiget!
Opitz 2, 72.


 
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ausnennen, totum nomen indicare:

nein, der seraph nennt dich nicht aus.
Klopstock Mess. 8, 193;

welche namen nennen dich aus, du, der für sie blutet! 8, 463;

du der geliebten geliebtester! du, dich nennet kein nam aus. 8, 604;

sang ich den sichtbaren gott im heiligthume der schöpfung,
sein, den der seligste nicht ausnennet, vielnamiges abbild.
Voss 3, 102.


 
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ausnergeln, extorquere: und, was noch schrecklicher ist als ein hitziges fieber, einfalt und heuchelei müssen das bette des sterbenden nicht belagern, und ihm so lange zusetzen, bis sie ihm ein paar zweideutige worte ausgenergelt, mit welchen der arme kranke sich blosz die erlaubnis erkaufen wollte, ruhig sterben zu können. Lessing 8, 336. s. DWB nergeln, DWB nörgeln.
 
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ausnesteln, fibulam solvere, dissolvere.
 
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ausnippen, ebibere degustando: wann sie nun ihr gläslein oder halbes ausgenipt und darbei der frau sechswöchnerin und des lieben kindes gesundheit getrunken hat. hebamme 687;

statt die tausend (blumenkelche) auszunippen,
die euch Florens milde beut,
saugt aus Amaryllis lippen
aller tausend süszigkeit.
Bürger 83a.


 
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ausnöthen, extorquere, expellere, abnöthigen: aus welcher ursach disz ganz gewechs im menschlichen leib ein art und eigenschaft hat, zu wermen, zu zertheilen und auszunöten oder zu treiben. Thurneisser infl. wirkungen 20.
 
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ausnöthigen, dasselbe: es ist auch eitel ausgenötigte heuchlerei, was sie (der gemeine mann in Deutschland) inen (den pfaffen) thun oder ehr entbieten. Frank weltb. 44b; bis dasz sie (die erde) mit gewalt ausnötigt vil wassers. Garg. 284b.
 
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ausnötung, f. expressio: durch pressunge oder sunst ausnöttunge darvon getruckt. Thurneisser infl. wirk. 109.
 
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ausnüchtern, crapulam solvere, nüchtern werden: er sof also, dasz er niemals ausnüchterte. Abele 4, 1; ich habe mich ein wenig wieder ergangen und habe ziemlich wieder ausgenüchtert. Schoch stud. leben C 5.
 
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ausnutscheln, ausnutschen, exsugere. Stieler 1184. taubenknochen, äpfelschalen. s. DWB abnutscheln.