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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausnagen bis ausnecken (Bd. 1, Sp. 920 bis 921)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausnagen, erodere, aushölen: die mäuse nagen den ganzen käse aus.
 
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ausnähen, acu pingere, in gold und seide ausmachen, sticken: sie seind angethon mit baumwollin kleidern fast wol ausgenäet, anstatt des harnasch. Frank weltb. 204b; da hat sie krenzlein gebunden und ausgenehet. Mathesius 10a; die alten poeten oder heidenpropheten machen gut ding von ihren klugen fabeln und diesem alten Mida, der auch schon sein ausgenete bergkap getragen. 13b; ausgenähte arbeit. Simpl. 2, 274;

aus solchen ihren schleirn klar
nam Hecuba den besten gar
mit gold und silber ausgeneht.
Spreng Il. 124a;

erst muste er einen alten ausgenähten ledernen beutel aufziehen. Arnim kronw. 1, 66; das laub war gleichsam mit verkohlten Johanniswürmchen schwarz ausgenäht. J. Paul Kampanerth. 34; die bunt ausgenähete beschreibung von Viktors aufenthalt in Maienthal. Hesp. 3, 203; ein mädchen sucht kunden im ausnähen.
 
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ausnahme, f. exceptio: keine regel ohne ausnahme; alle ohne ausnahme, mit ausnahme von zwein; eine oder keine ausnahme machen; mit gewissen ausnahmen; ganz gewis hat er sich wiederum alle übel als ausnahmen aus den allgemeinen gesetzen eingebildet. Lessing 5, 25; wo kaum ihr neuer tochtermann nebst wenigen blutsverwandten von dem allgemeinen urtheil über die calvinistische partei in die ausnahme gesetzt worden war. Schiller 1074; die ausnahme politischer schriften von der pressfreiheit widerspricht denen erfordernissen einer freien verfassung. denkschr. des fr. von Stein 71.
 
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ausnahmlos, adj.
 
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ausnahmlosigkeit, f. in der bildlichen form der gesetzmäszigkeit d. i. der ausnahmlosigkeit. Fichte nachg. werke 1, 250.
 
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ausnahmsfall, m.
 
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ausnahmsweise, adv.
 
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ausnarren, desipere desinere:

Crispus meint, wer in der jugend ausgenarrt, sei klug bei jahren,
Crispus, mein ich, sei noch immer jung an witz und alt an haaren.
Logau 2, 9, 94.


 
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ausnaschen , ligurire,
1) intransitiv:

ich wil mein esel nimmer hinleihen,
dasz er ausnasch auf fremde waid. fastn. sp. 167, 2.


2) transitiv:

du thust all heimlich winkl ausnaschn.
Ayrer fastn. sp. 11a;

sie hatten jene heitere unbefangenheit der kinder, die nur den honigbehälter der minute ausnascht. J. Paul Tit. 1, 17.
 
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ausnebeln, exire in nebulam, verduften:

ein schmerz, der nebelt aus in worte, seufzer, zehren,
erleichtert herz und brust.
Lohenst. Ibr. 56, 139;

der zeichner ohne innere empfindung wird wol einen schatten, aber nur einen in unbestimmtheit ausnebelnden schatten des wahren naturcharakters erhalten. Lavater phys. 4, 2, 1.

[Bd. 1, Sp. 921]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausnecken, ludibrio habere, ausspotten.