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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausloben bis auslöschen (Bd. 1, Sp. 911)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausloben, finem facere laudis und laudes perficere: mhd.

ein frowe wil ze schedelîche
schimpfen, ich habe ûʒ gelobet.
Walth. 45, 8;

nhd. der herr professor Pauli hat
zwar ausgelobt, doch euer leben
schreibt Knirknar gern an seiner statt.
Gökingk 1, 6;

gott ist alleine grosz und schön,
unmöglich auszuloben.
P. Gerhard;

summa, wenn man gott ausloben wird, so wird man sein wort und predigt auch ausloben. Luther 5, 176b.
Man setzt auch ausloben im sinne von ausgeloben, pollicert: einen preis ausloben, vorausbestimmen; das ausgelobte pachtgeld. im deutschen recht heiszt ausloben, von seiten des erben, dem das gut zufällt, die übrigen kinder entschädigen.
 
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auslobung, f. in der letzten bedeutung des auslobens: die auslobungen abgehender kinder. Möser 1, 113.
 
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auslochen, excavare, excavando evellere. bergmännisch, erze auslochen, sie unter dem rasen und in schwebenden mitteln, nicht aber aus der tiefe holen, verwandt mit ausliechen. die zimmerleute lochen die seule, die schwelle aus, wenn sie das zapfenloch daran ausarbeiten.
 
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auslöchern, foraminibus instruere.
 
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auslocken, elicere, nnl. uitlokken: thränen, welche von den herzbrechenden complimenten waren ausgelocket worden. Weise kl. leute 19; so musz man diese gesellen nicht in ihrem neste angreifen oder sie auslocken. med. maulaffe 375; sie thut verschiedne fragen ihn auszulocken und zu hören, ob sein herz schon eingenommen. Lessing 7, 279;

von unsern wächtern
hab ich bisher gar vieles ausgelockt.
Göthe 9, 35;

funken, welche eine glückliche anwandelung aus der einbildungskraft auslockt. Kant 10, 357; man hat ihn ausgelockt, ihm alle seine heimlichkeiten ausgelockt.
 
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auslodern, flagrare desinere: die flamme hat ausgelodert, ignis consedit; ausgelodert die umgekehrte fackel. Humboldt ans. der nat. 2, 307.
 
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auslöffeln, ope cochlearis exhaurire, elambere, ausschöpfen: die mutter nannte mich einen schelm, wenn ich ihr den heiszen brei ausgelöffelt hatte. Arnim schaub. 1, 16.
 
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auslohen, exurere, durch flammende lohe reinigen: eine stückform auslohen, mit reisholz.
 
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auslohnen, mercedem dare, im bergbau, die arbeiter auslohnen. unterirdische geister, denen man für verrichtete arbeit kleidungsstücke hinlegte, riefen betrübt ausgelohnt, ausgelohnt! und kamen nun nicht wieder in vielen sagen (mythol. 453).
 
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auslöschen, exstingui, erlöschen, praet. auslosch für auslasch: das liecht der gerechten macht frölich, aber die leuchte der gottlosen wird ausleschen. spr. Sal. 13, 9;

der ewig helle brand
lasch in den händen aus.
Lohenst. Cleop. 15, 514;

mein sohn, für den die sonne nicht auslosch,
dessen auge der sommernacht sanftschimmerndes licht sieht.
Klopstock Mess. 11, 1473;

er trift das lichte tocht, es zittert und löscht (f. lischt) aus.
Zachariä 1, 17;

lisch aus, mein licht, auf ewig aus!
stirb hin, stirb hin in nacht und graus!
Bürger 13b;

mein gedächtnis löscht (f. lischt) aus. Schiller 151; ganz lischt der mensch nicht aus. Klinger 11, 159; am abend, wo wir unten im westen stehen und auslöschen. J. Paul Hesp. 1, 95; seine auslöschenden tage. 1, 269.
 
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auslöschen, exstinguere, praet. auslöschte: und wöllen meinen funken ausleschen, der noch ubrig ist. 2 Sam. 14, 7; darum wird mein grim sich wider diese stete anzünden und nicht ausgeleschet werden. 2 kön. 22, 17; und haben die thür an der halle zugeschlossen und die lampen ausgelescht. 2 chron. 29, 7; und mein grim sol angezündet werden uber diesen ort und nicht ausgelescht werden. 34, 25; das auch viel wasser nicht mügen die liebe ausleschen. hohelied 8, 7; das glimmend tocht wird er nicht ausleschen. Es. 42, 3. Matth. 12, 20; ergreifet

[Bd. 1, Sp. 912]


den schild des glaubens, mit welchem ir ausleschen könt alle feurige pfeile des bösewichts. Eph. 6, 16; welche haben des fewers kraft ausgeleschet. Ebr. 11, 34; so mögen wir ausleschen das erste gebot sampt dem ganzen evangelio. Luther 5, 41b; welchs sie leider nicht vermögen, sondern alles verkeren und ausleschen. 6, 212a; Joannes Husz, der z Costnitz vor dem concilio mit feur ist ausgelöscht worden. Frank weltb. 49a; lesch das liecht aus, so sind die weiber all gleich. spr. 1, 24a; ein wenig mit lilgen angemahlt, die schier ausgelescht waren. Garg. 205a; derer bücher sollte man mit dem nassen schwamm, die urheber aber mit peitschen vertilgen und auslöschen. Schuppius 776;

hett ich den pfaffen in meim zorn
ergriffen, hett im ausgelescht das liecht.
H. Sachs IV. 3, 10b;

denn seit ich nicht dich mehr habe,
losch (f. löschte) die freud ihr lämpchen aus.
Gökingk 3, 188;

wolan, wenn noch mein recht den wütrich schrecken kann,
er komm, in meinem blut lösch er es aus.
Gotter 2, 61;

mit dem nasz geweinten schleier
lösch ich meine thränen aus.
Bürger 11b;

und auch dann zerfällt mein staub hier, zwischen
ausgelöschter herzen aschenrest. 98a;

freudig eilt ich in dem kalten tode
auszulöschen meinen flammenschmerz.
Schiller;

und ist dein stamm vertrieben, oder durch
ein ungeheures unglück ausgelöscht.
Göthe 9, 15;

jedes unerfreuliche unbequeme gefühl der mittleren zeit war ausgelöscht. 17, 397; diese barschaft sollte einen theil der schulden auslöschen, die auf traurigen, ja unseligen zuständen lasteten. 48, 34; theils hat man gesucht durch ein miswollendes verschweigen meine frühern bemühungen gänzlich auszulöschen. 54, 312; die ideen sind einmal alle ausgelöscht. Lenz 1, 223; dort will ich dem vater noch fluchen, der das blühende leben der tochter auslöscht. Klinger 2, 123; nur der tod kann das brandmark der sünde an meiner stirne auslöschen. Leisewitz Jul. von Tar. 5, 6; er löschte alle seine wünsche aus. J. Paul uns. loge 2, 130; der ausgelöschte regenbogen. Kampanerth. 74; bis endlich ein neuer genius alle richtungen durch eine neue auslöscht. nachdämm. 72.