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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausleitgeben bis ausleuchten (Bd. 1, Sp. 909 bis 910)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausleitgeben, vinum, cerevisiam vendere, ausschenken, dem vorausgehenden wort unverwandt, und mit leit, mhd. lît potus, leitgebe caupo gebildet: ein guter hauswirt soll den schlechteren wein auf seine schenk und wirtshäuser verlegen und ausleitgeben lassen. Hohberg 1, 361a; das bier desto wolfailer ausleutgeben (so). 2, 90b. man sagt in Baiern auch verleitgeben und verleiten = verschenken. Schmeller 2, 521.
 
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ausleitgebung, f. venditio vini: eine herschaft kann bei jahrmärkten von ausleitgebung ihres getränks nicht wenig gebessert und bereichert werden. Hohberg 1, 52a.
 
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auslenden, s. DWB ausländen.
 
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auslenken, deflectere, ausweichen: der fuhrmann lenkt schon aus;

siehe, er lenkt unsern ehrenbogen aus
und unsern goldbehängten rossen.
Ramler;

Friedrich zog in seine königsburg,
und lenkt dem triumph aus.
Schubart 2, 281.

bergmännisch, auslenken oder auslängen, einen ort neben dem gange treiben, auf einem überfahrnen gange fortbrechen.
 
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auslernen, perdiscere, perdoceri: er ist nie gewest, der es ausgelernet hätte. Sir. 24, 38; sunderlich die im regiment, die haben den gmeinen man ausgelernet. Frank weltb. 38a; das buch der natur ist zu grosz und zu hoch, unser leben zu kurz, unser vernunft zu alber es auszulernen. Lohenst. Arm. 2, 482; sich selbst hat niemand ausgelernt. Zinkgref 26, 26 und Göthe 2, 261; den menschen kann man nicht auslernen; kein alter hat ausgelernt, er habe denn das gras wachsen hören. Lehmann 17; welcher ein ausgelernter erzvogel war. Felsenb. 2, 30; ausgelernter practicus. Schiller 118a;

in guter schule
hat er des schmeichlers künste ausgelernt. 422;

in jedem frevel ausgelernte sünder. Gotter 1, 395; ein ausgelernter schlosser; man lernt nie aus. Göthe 14, 263. es heiszt auslernen auf etwas, auf ein handwerk auslernen; ich glaube, dasz sie auf das kuppeln ausgelernt haben. Lessing 1, 371;

wie gehts dem feuerwerker?
drauf ausgelernt, wie man nach maszen wettert.
Göthe 2, 17.


 
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auslese, f. delectus, auswahl: du hast die auslese; Mardonius hatte um sich die auslese der tausend tapfersten Perser; auslese halten. s. DWB auslase.
 
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auslesen , nnl. uitlezen, in zwei bedeutungen,
1) deligere, eligere: du kannst darunter auslesen, auswählen; ausgelesene, ausgesuchte mannschaft; uszgelesener schalk. Eulensp. 84; ob allen schelken uszgelesen. 92; erbsen, früchte auslesen, die tauglichen aussuchen; leset aus, und nemet schafe, jederman für sein gesinde. 2 Mos. 12, 21; ich wil zwelf tausent man auslesen. 2 Sam. 17, 1; und las die knechte aus, das beste volk, das er unter inen fand. Judith 3, 7; sich den sonderling zu seiner rolle auslesen. Gökingk 1, 19; der pabst hatte eine kardinalsbeförderung vorgenommen, wozu er die reichsten prälaten auslas. Klinger 3, 252; die wilde geisterwelt hat mich zu ihrer beute, zu ihrem spiele ausgelesen. Tieck 11, 96.
2) perlegere: und wenn du das buch hast ausgelesen, so

[Bd. 1, Sp. 910]


binde einen stein dran und wirfs in den Phrath. Jer. 51, 63; als dise antiquitet ward ausgelesen. Garg. 286a; les er doch ganz aus! Schiller 206b; seine eigenen prosaischen zusammenschmierungen haben wir nicht auslesen können. Göthe 33, 65.
 
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auslesen, n. delectus: worauf wir ihr das auslesen unter den kleidern lieszen. Felsenb. 3, 267; der neue statthalter hatte ein schreckliches auslesen unter der ganzen nation. Schiller 858; du hast das auslesen.
 
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auslesung, f. dasselbe: morgen habe ich die auslesung (der rekruten). Göthe an fr. v. Stein 1, 215.
 
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ausletze, f. postremum delectamentum:

zur ausletz mir mein wiln erfüll.
Eyring 3, 188.

vgl. DWB letze.
 
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ausleuchten, domum redeunti facem praeferre, heimleuchten, feierlich entlassen, nnl. uitlichten: es war schon finster, die magd sollte ihnen ausleuchten; zu ausgang des lesens komen diese knaben all in eim feld zusamen, und machen inen alda von stroh gute handvöllige fackeln, ieglicher zwo, gehend zu nacht singend in einer ordnung in die stadt, damit leuchten sie dem herbst aus. Frank weltb. 51b. gewöhnlich in übelm sinn, einen aus dem haus werfen, und figürlich, hart behandeln, den angreifer abfertigen, bald mit dem acc., bald dem dat. der person: solt man solchen schelmen nicht mit hunden aushetzen oder mit ruten ausleuchten? Luther 4, 383b; solt man den nicht als toll und töricht zum land ausleuchten? 5, 421b; viel fromer leute würden sich hüten und solche buben helfen ausleuchten, wenn sie wüsten, das solche grosze fahr hette. 5, 492a; Eneas Silvius hette wol verdient, das im die gelerten ausleuchteten. 8, 219b.