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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausknitteln bis auskömmlich (Bd. 1, Sp. 894 bis 896)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausknitteln, fustibus expellere:

der baur und bürger wird kanalj und pack betitelt
und seinem anwachs früh die menschheit ausgeknittelt.
Voss 6, 181.


 
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ausknöpfen, globulis eximere.
 
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ausknüpfen, exsolvere, knoten auflösen.
 
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ausknurren, desinere mussitare:

nun gute nacht! so hat er ausgeknurrt.
Voss 6, 177.

[Bd. 1, Sp. 895]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausknütschen, tundendo, conterendo eluere, ausbleuen, ausdrücken, andere schreiben knötschen: da haben sie ir ausknötzschen und ausblewen an ein wasser gerichtet, wie bei uns die tuchmacher und weiszgerber ire walkmülen haben. Mathesius 119b. vgl. knütschen, zerknütschen.
 
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auskochen , excoquere, percoquere, aussieden, nnl. uitkoken.
1) fertig kochen, das fleisch, gemüse wol auskochen; die arznei ist noch nicht ausgekocht. bildlich, etwas auskochen, wie ausbrauen, fertig werden lassen: Faust kochte alles im stillen aus. Klinger 3, 267; er kochte den zorn in seinem herzen aus. 6, 153; wir haben es noch nicht ausgekocht, etwas mit einander auszukochen.
2) heraus kochen: dem fleisch alle kraft auskochen; das fett auskochen; einen topf auskochen, reinigen; das garn, die wäsche auskochen; die leiche ward ausgegraben und alles gift ausgekocht.
3) intransitiv, das fleisch hat ausgekocht; jedoch hat auch diser schwäbisch keiser Heinrich dem pabst bald ausgekocht (es nicht mehr zu danke gemacht). Fischart bienenk. 128a; wie ists euch nun, habt ihr ausgekocht (euch gestillt, beruhigt)? Klingers th. 4, 153.
 
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ausköken, eructare: sie sind toll im weissagen und köken die urteil eraus. Es. 28, 7; nachdem er solches mit ziemlich schwerer und stamlender zunge ausgekecket. Schuppius 547.
 
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auskommen , exire, egredi, nnl. uitkomen.
1) ausschliefen aus der schale: die glucke hätte schon 20 tage auf den eiern gesessen und noch wäre keins ausgekommen. Göthe 37, 251; nnl. waneer zullen de kuikens uitkomen?
2) ausbrechen, vom feuer, los werden, gleichsam aus den banden oder auch als ein entschlüpfter vogel: wenn ein fewr auskompt und ergreift die dornen. 2 Mos. 22, 6; denn das fewr kam aus. 3 Mos. 9, 24; von dem sol ein fewr auskomen uber das ganze haus Israel. Ez. 5, 4; ist durch ein auskumens feur seins nachpauren ein stadel brennend worden. Mariä wunderzeichen 1521. 69. (Scheible 6, 989). schon im Meraner stadtrecht: swenne daʒ fiwer ûʒ kumt. Haupt 6, 424.
3) auch das gerücht, mhd. mære, liesz man einem flücken vogel gleich, aus dem nest ins land, unter die leute ausfliegen (mythol. s. 850):

dô daʒ mære ûʒ quam. En. 1916. Herb. 14 374,

und ebenso heiszt es nun: sein gerücht kam weit aus. 2 chron. 26, 15; es kam ein erlogen geschrei aus. 2 Macc. 5, 5; es kam aber die sage von im ie weiter aus (usmêrnôda þata vaurd). Luc. 5, 15; und da das wort auskam. 2 chron. 31, 5; oder ist das wort gottes von euch auskommen? 1 Cor. 14, 36; und auskommen gieng in den allgemeinen begrif über von devulgari, bekannt werden: und wo es würde auskommen bei dem landpfleger. Matth. 28, 14; es war aber der name noch nicht auskommen, hie aber wird er ausgeschrien und lautbar. Luther 4, 191a; wo aber die sache auskommen solt. Wickram rollw. 87b; wanns von ihnen auskompt. Kirchhof mil. disc. 121; was würde man aber sagen, wenn es auskäme. Lessing 1, 383; ich bin ein geschlagener mann, wenn das ding auskommt. Tieck Cev. 1, 43; von Stolbergs religionsveränderung als einer noch nicht ausgekommenen sache nicht zu reden. Niebuhr leben Nieb. 1, 285; ich möchte nicht gern, dasz die anecdote weiter auskäme. J. Paul uns. loge 1, 23; wenn auch eine solche erklärung auskäme. Göthe an Schiller 170. Zumal galt auskommen (wie ausgehen) von dem, was in schrift und druck öffentlich bekannt gemacht wurde, wofür wir heute lieber herauskommen, erscheinen verwenden: da ich nu iederman auf diesen kampfplatz fodderte, aber niemand sich einstellete, dazu auch sahe, das meine disputationes imer weiter auskamen. Luther 1, 53b; es möcht denen von Mitweide auch also geschehen, wo meine schrift auskeme, wie es leichtlich geschehen ist umb solche gemeine schrift. 6, 325a; weil dies buch weit ist auskomen beide in lateinischer und deudscher sprache. 3, 405b; ehr aber dieses mandat auskamb, eroberte der churfürst Vierraden mit list. Micrälius a. P. 3, 444; endlich wan sich andere verwundern und verdrieszen lassen solten, dasz ich so wenig für eine so lange vergangene zeit nu auskommen lasse. Weckherlin vorr. zu den weltl. ged.; Clavigo kann das papier nicht auskommen lassen. Göthe 10, 87.
4) ausgehen, von menschen gebraucht, aus dem hause kommen: ich komme wenig aus; er ist in acht tagen nicht ausgekommen; Jeriho war verschlossen, das niemand aus oder einkomen kunde. Jos. 6, 1; bis alles volk zur stad auskam.

[Bd. 1, Sp. 896]


2 Sam. 15, 24; ich lige gefangen und kan nicht auskomen. ps. 88, 9; alle die aus einem schifbruch auskummen (davon kommen), opferen sie Iphigenie. Frank weltb. 94a.
5) ausgehn, zu ende gehn, verstreichen, exire, praeterire: wann die fierzehen tage usz komen. weisth. 3, 549; wenn dieselben XL tag uszkoment und verschinen worent. Keisersb. post. 4, 30.
6) zu ende kommen, zurecht kommen, fertig werden, ausreichen, auslangen, mit einem oder mit etwas: dann es ist kein tugend mit eim guten mann auskommen, sonder eim bösen. Garg. 71a; mit ihm kann kein mensch auskommen;

noch wil mein arbeit nicht erklecken,
das ich auskem in meinem haus.
H. Sachs II. 4, 2a;

das ich denn niendert mit im kan auszkumen. fastn. sp. 733, 17;

man würde dann gewis mit einem verehrungswürdigen publicum gar nicht auskommen können. Tieck 15, 4; ich kann mit dem gelde, mit dem übersandten wechsel nicht auskommen, auslangen;

mit viel geld hält man haus,
mit wenigem kommt man aus;

mit einer solchen entschuldigung wirst du nicht auskommen; damit ist schon auszukommen; der schneider kommt mit dem zeuge nicht aus. mhd. mit dem guote ûʒ komen und êre erjagen. pass. Köpke 156, 171.
 
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auskommen, n. copia victus, facilitas in consuetudine: ein gutes, reichliches, sicheres, ehrliches, schlechtes, nothdürftiges auskommen; er hat sein gutes auskommen; man kann damit ein gutes auskommen erlangen. pers. baumg. 2, 21; gib nach deinem göttlichen willen ein auskommen mit der versuchung, dasz wirs können ertragen. Schuppius 436; in allen dingen, so uns beschwerlich zufallen, ein auskommen verleihen. 437; eine art von schwermut, deren ursache niemand errathen konnte, und die seine gemütsart nach und nach so sehr versäuerte, dasz kein auskommen mit ihm war. Wieland 8, 338; dasz Albert hier bleiben und ein amt mit einem artigen auskommen vom hofe erhalten wird. Göthe 16, 64; da war nun gar kein auskommen mehr mit ihr. 11, 53; herzogin Luise läszt ihnen sagen, sie möchten bald wieder gesund werden, denn ohne sie sei kein auskommens. an fr. v. Stein 1, 4; ein auskommen treffen, mittel und wege einschlagen.
 
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auskommentlich, suppetens, sufficiens, womit man auskommt, ausreicht: welcher in sich ein auskommentliches masz (von vernunft) hatte, die ganze welt zu beherschen. Lohenst. Arm. 1, 27; dasz die natur ein theil der welt für andern ländern auskommentlicher versorget habe. 1, 107; derer vermögen zu erhaltung des geschlechts nicht auskommentlich war. 1, 976; ihre tracht ist durchgehends, wie ihr sie an mir sehet, ihre speise auskommentlich, aber sonder uberflusz. 1, 1338; das markmännische reich, wenn es auch schon in gegenwärtiger verfassung bliebe, hätte schon eine auskommentliche grösze. 2, 1400. heute veraltet und durch das folgende oder durch genügend, hinlänglich, ausreichend vertreten.
 
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auskömmlich, womit auszukommen, auszureichen ist, genügend.