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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gassenbreit bis gassengericht (Bd. 4, Sp. 1448 bis 1449)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gassenbreit, adj., mit breiten gassen: die gassenbreite Mykene. Bürger 213a (Il.), nach εὐρυάγυια. anders im adv., so breit wie die gasse, z. b. gassenbreit marschieren, von soldaten in reih und glied; vgl. DWB gassenlang.
 
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gassenbube, m. gassenjunge. Kinkel erzähl. 165. Heine rom. 206.
 
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gassendieb, m. a pick-pocket Ludwig 693, taschendieb.
 
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gassendreck, m. coenum, fimus, lutum. Stieler 345.
 
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gassenengel, m. heuchler die sich vor den leuten heilig stellen Frisch 1, 322c: so könden (d. i. können) etlich gassenengel bei den leuten den schalk so meisterlich bergen, dʒ man schwern möcht es wern engel, aber daheim sind sie hausteufel. Frank spr. 2, 156a.
 
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gassenerde, f. erde, trockner koth von der gasse: kasten, in welche kurzer mist, geraspeltes horn und durchsiebte gassenerde kommt (zum ansäen der tabakspflanzen). C. Herzog taschenb. f. reis. d. den Thür. Wald Magd. 1832 s. 451.
 
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gassenfahrend, auf der gasse umlaufend: wann der mann ein fürwitziges gassenfahrendes, genäschiges und muthwilliges Elslein hat, die den zelter gehet und gern geschelte weinberle friszt. Albertinus narr. 314; vgl. DWB landfahrend.
 
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gassenfahrerin, f. gassenfahrendes weib: wann der mann solchem seinem schönen weib und gassenfarerin ein häuslich kraut zuessen gibt und sie mit etwan einem prügel salbet .. Albertinus schaupl. 300, es sind solche, die laufen zu allen hochzeiten, tänzen und schawspielen, rennen alle gassen auf und nider, wie es vorher heiszt.
 
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gassengänger, m. von leuten die gassatim gehn (s. sp. 1434): 'von gassengengern'. wer auch des abents auf der

[Bd. 4, Sp. 1449]


gassen fur odder nach laut der bierglocken in unformlichen geschrei und unzimlichem wesen befunden und ergriffen wirt .. landgr. Philipps reform. B ijb; von gassengengern und nachtschreiern handelt auch art. 28 der Frankenhäuser stat. v. 1534, s. Michelsens rechtsd. aus Thür. 490. s. auch gassengehen.
 
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gassengehen, n. das treiben der gassengänger: des gassengehens und nachtgeschreis ist ja, gott lob, nicht sonderlichs, wie es vor zeiten gar gräulich gewest. Luther br. 4, 694. vgl. DWB auf der gassen gehn in gleichem sinne unter gassentreter.
 
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gassengericht, n. öffentliches gericht auf der gasse, schwäb., z. b. die markgrafen von Burgau hatten in dem flecken Elze das gassengericht (Haltaus 586, Schmid schwäb. wb. 221), die Fugger in Hausen (Birlinger Augsb. wb. 447a); auch schweiz., z. b. in Appenzell, vom landwaibel in publico compito abgehalten, s. Haltaus 586, Tobler 213b.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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