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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gastpracht bis gastrichter (Bd. 4, Sp. 1484 bis 1485)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gastpracht, m. gastgepränge, luxus bei schmausereien: Geiler, ein freimüthiger und freimündiger prediger hier im münster, predigte vor zeiten von dem straszburgischen gastpracht ao. 1505. Dannhauer ev. mem. 506.
 
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gastprediger, m. der eine gastpredigt hält.
 
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gastpredigt, f. concio itineraria Stieler 1471, Kirsch 2, 129b, Dähnert 144a, die ein fremder prediger als gast hält: sollten sie veranlaszt werden eine gastpredigt zu thun ... Rabener 1755 3, 30. 32; ich wollte nämlich als student in meinem geburtsdorfe mit einer gastpredigt ausstehen. J. Paul Qu. Fixlein (1796) 357.
 
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gastraun, muto. voc. inc. teut. h iija, s. DWB castraun.
 
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gastrecht, n.
1) judicium forinsecum voc. 1482 k iija, judicium summarium etc. Stieler 1550, recht und gericht für fremde (s. gastgericht): wenn einer ein gastrecht haben will und des rechten gerichts tag nit warten wil, der geit vier masz weins den burgern, und dem knecht eine masz (dafür) daʒ er die burger zusamen treibt. weisth. 6, 226, schwäbisch 14. jahrh.; der selbe man beclagete einen besessen burger .. unde benûmte gastrecht (nahm es in anspruch). Magdeb. fragen s. 173; wer in der stat bobin jar unde tag wonhaftig ist .. der sal recht haben, gebin unde nemen .. nicht nôch gastrechte. 174; in gastrechten sprechen sache des stadtunterrichters, bair. 14. jh., z. b. in Traunstein, s. Schm. 2, 78; befehlen wir, dasz ir ime als einem gast .. schleunigen gastrechtens stat thut (d. h. gelegenheit gebet). das. vom j. 1577; welcher von dem schultheiszen ein gastrecht begeren will. Fronsp. kriegsb. 1, 2b (glosse: ein besonder rechtstag); wie gastrechtens recht ist, s. Scherz 476; von einem gastrecht 2 kgr., als gebühr an den

[Bd. 4, Sp. 1485]


gerichtsfrohn. Schott land- u. stadtr. 2, 69, aus Bautzen ende 16. jh.; vgl. DWB gastrichter. nl. gastrecht Kil., dän. gjesteret.
2) recht und ordnung im gasthause, bei gastereien (vgl. DWB gastordnung), z. b. ein gedicht eines Königsbergers im 16. jh. nennt sich tafel- und gastrecht, wie sich ein jeder in der herberge verhalten soll, s. Gött. gel. anz. 1873 s. 1248.
3) jus hospitii Henisch 1368, das recht der gastfreundschaft, das diese dem gaste wie dem wirte auferlegt, was sich mit dem vorigen freilich berührt.
a) beiderseitig, wie gastfreundschaft eigentlich:

verbann uns nicht! ein freundlich gastrecht walte
von dir zu uns ...
Göthe 9, 97, Iphigenie zu Thoas,

vgl.gastes recht genieszen das. s. 15 von Iphigenien, das freundlich gastrecht wird förmlich zugleich recht der gastfreundschaft meinen;

doch mit Odysseus, sagt er, befreund' ihn väterlich gastrecht.
Voss Odyss. 1806 17, 522.

wider das gastrecht handlen, jus hospitii violare Henisch.
b) von wirtes seite, das gastrecht üben u. ä.:

allein die glücklichen wuszten
nicht, was es (das gold) war, und übten das gastrecht ohne sold.
Wieland Oberon 2, 9;

aber komm doch herein, dasz ich dir biete das gastrecht.
Voss Odyss. 5, 91;

das gastrecht gegen jemand verletzen, einem hungernden seine bitte um speise und obdach abschlagen. Klinger 6, 129.
c) von gastes seite: ein alt gastrecht bei einem als (d. h. immer) aus freundschaft einzukehren haben. Henisch 1368; das gastrecht verwirken, ein haus verscherzen, tesseram hospitalem frangere. ders.; lud den dichter .. ein, das gastrecht bei ihm zu nehmen. Wieland 19, 290; die freundschaft und das gastrecht brechen, von einem der seinen gast beraubt. Klinger 8, 337; dieser letzte .. unfug machte, dasz auf einmal alle studenten .. befehl erhielten, aufzubrechen und das kloster zu verlassen, wo sie das gastrecht so unedel misbraucht hatten. Bronners leben 1, 227.
 
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gastrede, f. tischrede. Garg. 174b, s. unter kallung.
 
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gastreich, hospitalis Henisch 1368, Schönsl. S 4b, gastfrei; vgl. DWB gastreichlich. bildlich, geistlich von einem den der heilige geist in besitz genommen als sein reich und eigenthumb: da schweig (schweigen?) alle menschen, das man disen besessen, gastreichen, vergötten menschen etwas heisz oder lehre. S. Frank parad. 1538 275a, wenn es nicht verderbt ist aus geistreich, das lange auf den heil. geist bezogen wurde.
 
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gastreichlich, hospitaliter. Maaler 157d.
 
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gastreise, f. reise auf gastrollen u. ä.
 
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gastrich, stinkend Henisch 1368, s. garstig II, 1, c.
 
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gastrichter, m. der im gastrechte (s. d. 1) recht spricht, s. Schm. 2, 78.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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