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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gastlader bis gastmeisterin (Bd. 4, Sp. 1482 bis 1484)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gastlader, m. der einen zegast ladet, monitor Maaler 157d, Frisius 834a; der geistliche als gastlader (vgl. DWB gastbote) Dannhauer ev. mem. 524.
 
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gastlich, gästlich,adj. zu gast, mhd. gastlîch, ahd. bezeugt durch ungastlîchî f., ungastlichkeit Graff 4, 269. das wort ist übrigens im 17. und 18. jahrh. in den wbb. wieder verschwunden, selbst bei Adelung, es scheint etwa durch Vossens Homer erst wieder in gang gekommen, der ξείνιος damit wiedergibt. die umlautsform nhd. unter 1 und 2, b, mhd. gestlîch z. b. Trist. 136, 11 in der Heidelb. und der Florent. hs., gästlîch Barl. 88, 23 in C.
1) wie ein fremder, s. DWB gast II, 1; mhd. z. b. im adv. (s. Haupts Erec s. 438):

wand sî sagent, eʒ tuo wê.
swer sîme herzeliebe sî
alsô gastlîchen bî. Iwein 5198,

in ihrer nähe, ohne ihr als freund nahen zu dürfen, vgl. ein kus ungastlîch Parz. 405, 21. so noch im Allgäu gästlich adj. und adv., fremdthaend, zurückhaltend, z. b. beim essen, wenn man eingeladen wird theilzunehmen Schmeller 2, 78.

[Bd. 4, Sp. 1483]



2) zu gast im verhältnis zum wirt.
a) von des gastes seite, selten: wiltu ein gast sein, so mustu dich auch friedlich und gastlich halten. Luther bei Dietz 2, 12b;

gastlich steigen zu uns freundliche götter herab.
Herder.


b) gewöhnlich von des wirtes seite aufgefaszt:

Morgân enphie die geste ...
vil gestlîchen unde wol,
als man die geste enphâhen sol. Trist. 5369
Bechstein;

gastliche geschirr, convivalia vasa Maaler 157d, vgl. kottfleischgästlich teller Garg. 74b, für schlachtfestägste oder gasterei, gastung. gewöhnlich gleich gastfreundlich (s. d.): gastliche freündschaft und pündnus .. hospitium. Maaler, s. dazu unter gastfreund;

Oeneus der held hat einst den untadlichen Bellerofontes
gastlich im hause geehrt, und zwanzig tage geherbergt.
Voss Il. 6, 217;

der gastliche tisch hier. Odyssee 14, 158;

Zeus der gastliche, welcher die heiligen gäste geleitet. 9, 271;

ich will ihnen recht gern diese gastliche gefälligkeit erzeigen. Göthe 17, 127, wie man sie dem gaste schuldet. gastliche aufnahme finden, gewähren, gastlich bewirten u. ä.; ein gastlicher freund Neubeck 66, gastfreund, auch bei Voss ( Campe). substantivisch:

von fern her kommen wir gezogen
und flehen um ein wirthlich dach —
sie uns der gastliche gewogen,
der von dem fremdling wehrt die schmach.
Schiller 57b.


c) auf gast und wirt zugleich bezogen z. b. gastliche oder hofliche red, die man ob tisch tht, epularis sermo Maaler 157d; gastliche feierlichkeit, gastliches mahl Campe; gästliche frewd Henisch 1368, 58. vergl. DWB gasten 2, schmausen, gasterei, gastung.
d) auch von haus, dach, herd u. ä., die dem fremden gastliches unterkommen gewähren oder versprechen:

und die neuen bürger ziehen ...
in das gastlich offne thor.
Schiller 56b;

in das gastliche thor zieht sie als bürgerin ein. 76a;

seid gastlich, trümmer ihr der alten zeit.
wo klafft ein spalt, wo kann ich unterkauern?
Chamisso ged. (1852) 419;

ein gastlich
licht gewahrt er aus der hütte schimmern.
Platen (1847) 4, 293.

daher zum vertrauen, zum anschlusz einladend:

weh denen, die auf dich vertraun, an dich
die sichre hütte ihres glückes lehnen,
gelockt von deiner gastlichen gestalt.
Schiller 383b, Wallenst. tod 3, 18.


3) ähnlich und doch anders schweiz. gastlich, ansehnlich, wolgeformt, ungastlich ungeformt, auch bildlich unfreundlich, grob Stalder 1, 426. zwar tritt letzteres der bed. 2 ganz nahe, aber es wird ein nachklang sein von mhd. gesten schmücken, alem. auch gasten teufels netz 12192, eigentlich sich gesten sich auf ein fest und gäste rüsten (sp. 1474 fg.), wozu auch gastlîch bestand, wie gastunge festschmuck (s. DWB gastung 1, a).

dur alleʒ lant sô ruste man
sich ûf ein grôʒe hôhgezît ....
eʒ wart für manges wîbes brust
golt und gestein gespenget ...
durh ein gastlîch zieren. Reinfr. v. Br. 12197,

um sich auf das fest zu schmücken; gastlîche rîcheit, festpracht Barl. 311, 27, gastlîch gewant 88, 23, festkleid eines hochzeitgastes.
 
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gastlichkeit, f. subst. zum vor. (bei Campe als neu):

schöne freie regungen der gastlichkeit.
Schiller;

wo ... noch die alte
gastlichkeit wohnt.
Rückert poet. w. 2, 402.


 
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gastlos, ohne gäste:

ein verlasznes gasthaus gastlos.
Rückert poet. w. 2, 582.


 
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gastmahl, n.
1) convivium, coena, gastmal Maaler 157d, Henisch 1367, gastmahl accubatio epularis Stieler 1214, Frisch; durch visiten und gastmähler auszer dem hause gehalten. Göthe 26, 331. nl. gastmael Kilian.
2) auch von der speise selbst, wie mahl, schmaus:

Morus kam nach hofe schmausen.
ohne wust und ohne grausen
frasz er viel von einem raben,
den sie ihm zum possen gaben:
besser, dasz ich dich verzehre,
als dasz ich dein gastmal were,
sprach er ...
Logau 3, 5, 100.

[Bd. 4, Sp. 1484]



3) bildlich: er scheidet ungern und noch nicht satt vom gastmahle des lebens. Böttiger lit. zust. 2, 130; vgl. DWB gast 10, a,
 
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gastmahlig, adj. zum vor.: gastmalige freud. Fischart ehz. 19 (Sch. 425).
 
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gastmahlsopfer, n. opferthier zugleich als gastmahl: Moses hatte geboten, dasz ein gastmahlsopfer höchstens am zweiten tage ganz verzehrt sein müszte. Beckers weltg. 1, 116.
 
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gastmahlzeit, f. mahlzeit als gasterei, gästen zu ehren: erbahre gast-mahlzeiten sein zu billichen. Butschky Patm. 868.
 
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gastmeister, m.
1) in klöstern, der meister des gasthauses, mit dessen führung betraut, mhd. gastmeister Lexer 1, 743, Mones zeitschr. 18, 449, cod. dipl. Sax. II, 3, 433b, hospitalaris, hospitarius Frisch 1, 323b: der gastmeister furt in in die hundstuben. Pauli sch. u. e. 119 ff. (51 Öst.); mit vollem titel der pater gastmeister, z. b.: mein bruder muszte den sausack (schweinsmagen, wurst) zerschneiden .. zu nicht geringer freude unsers p. gastmeisters. Bronners leben 1, 174.
2) vorsteher und verwalter eines hospitals, siechenhauses, waisenhauses u. ä. (s. DWB gasthaus 3), s. im Teuthonista 100b, auch gasthausmeister.
3) auch für gastgeber, gastwirt Heinr. Jul. v. Br. 887. 889 ff., wo beide wechselnd auftreten. nl. gastmeester, maistre d'hostel, hostelier Kilian.
4) der vorsitzende einer gasterei, nach antiker weise: gastmaister, speismaister, hofmaister, der ein ordnung in dem trinken macht welcher ein jeder gast underworfen, magister in convivio, rex bibendi, symposiarcha. Henisch 1368, Stieler 2376.
 
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gastmeisterei, f. amt und wohnung des gastmeisters im kloster. H. Sachs 2, 4, 125a.
 
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gastmeisterin, f. vorsteherin des gasthauses in einem frauenkloster, nach folg. nicht selbst nonne: die dochter ist im closter zu Wald erzogen und alda mit ainem schreiner verheirat worden, auch lange jar gastmeisterin daselbs gewesen. Zimmer. chron. 2, 546, 35.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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