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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gasthofsfenster bis gastkleid (Bd. 4, Sp. 1481 bis 1482)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gasthofsfenster, n.: ein solcher stand am gasthofsfenster, um das straszenleben zu genieszen. J. Paul paling. 1, 95 (s. unter einkindschaft).
 
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gasthofsgemach, n. zimmer im gasthofe. Göthe 21, 155.
 
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gasthofsküche, f. Göthe 47, 108.
 
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gasthut, m. in der redensart den gasthut abziehen (sieh folgendes):

wann er nun den gasthuet abzeucht.
H. Sachs 3, 2, 190b;

den gasthut will ich euch abziehen. todtentanz v. 1744 s. 84 bei
Schm.2 1, 953.


 
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gasthütlein, n.
1) das gasthütlein abziehen, die scheu als gast ablegen, zu vertraulich werden, ausschreiten u. ä.:

ja muter, er macht wol ein schein,
sprach sie, als ob er heisz der gtle,
doch bald er abzog das gasthtle,
ist er der dückischte dockmawser.
H. Sachs 1, 444b;

ein ausgelaufner münch kame auf die loblich kunst der truckerei, versprach sich, vier jar zu lernen. und als er ein kurze zeit darbei war, zohe er das gasthtlin bald ab, also dasz alles geschwetz sein war (nur er das wort führte) ... Wickram rollw. 38, 6; Domicianus was .. doch in den ersten jaren mäsziger. aber er zohe das gasthtlin ab, fiel in allerlei grobe laster. Frank chron. 1531 135b.
2) umgekehrt auch einem das gasthütlein abziehen, ihn nicht mehr als gast behandeln, ihm mehr zumuten u. ä. er (Christus) ziehet ihnen das gasthütlein ab und fraget sie: könnet ihr den kelch auch trinken, den ich trinken werde? Otho 1350, vgl. dens. unter gastherr. bei Schönsleder S 4c man hat ihms gasthtl abgezogen, desiit hospitaliter tractari, dann 'in ordinem redigere', zur zucht zurückrufen, zurechtweisen. vgl. DWB gasthandschuh.

[Bd. 4, Sp. 1482]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gastieren ,
1) gleich gasten 2, bewirten, gastiren Stieler 614, doch wol schon im 16. jahrh., bei Frisch 1, 323a 'gleichfalls etwas spöttisch' (d. h. wie gasterei, s. d.): freunde und bekandte gastiren. Olearius pers. baumg. 2, 21; er will uns gastiren. Göthe 8, 171, vorher tractiren 169 (Egm. 1); aber eine gesellschaft .. zu gastiren war ich keineswegs eingerichtet. 24, 273;

willst nicht salz und schmalz verlieren,
muszt, gemäsz den urgeschichten,
wenn du leute willst gastiren,
dich nach schnauz und schnabel richten. 3, 187;

und (sie) d'ganz fammilli het verkösti't un gastiert.
Arnold pfingstm. 119.


2) auch von der ganzen gesellschaft, schmausen: convivari, epulari Frisch, vgl. gasterieren.
3) nach folg. wol auch von den speisen, servieren, Logau sagt von seinen reimen:

dann zwei hundert derer sind auszen schone bei viel jahren,
und ich seh in fremder schrift, dasz sie wol gastiret waren. 2, 8, 72.


4) die erste bed. in höhnischer umkehrung, gastieren prügeln Schütz siegerl. mundart 1, 26b; vergl. DWB übel tractieren, übel zu gaste sein unter gast 9, d.
5) von schauspielern u. ä., gastrollen geben.
 
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gästig, feculentus Henisch 1331, zu gäst.
 
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gästin, gastin, f. weiblicher gast, wenig gebraucht, doch schon ahd. kestîn hospita Graff 4, 269, ziemlich oft mhd. gestinne, gestîn; s. dazu gast 11 in weiblichem gebrauch.
1) eine fremde:

her dâchte, si ist ein gestin hî.
Bartsch mitteld. ged. s. 86;

das kein burger oder burgerin, gast oder gestin in diser stat Nuremberg .. peteln sol. Nürnb. pol. 316. 57, s. DWB gast 1 und 3, auch ein armew gestinne und noch kärnt. göstin, ortsfremde mit einwohnerrecht, unter gast 1, c, β.
2) eine fremde als besuch, als willkommner gast:

dasz ich (die weisheit) bei meinem Pietsche wohne
und ewig seine gästin sei.
Günther 164.

badegästinnen Riemer mitth. über Göthe 1, 391.
3) auch als f. zu gast 3, c, α, groszer gast, d. i. kerl. u. ä.: die fürstl. wittbe .. ist eine grosze angenehme gästin gewesen. Schweinichen 3, 68.
4) gastin ohne umlaut wird neuerdings gebraucht von schauspielerinnen u. ä. die auf gastspiel kommen.
 
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gastkammer, f. hospitale cubiculum Maaler 157d, Henisch 1367, Stieler 921, gastkamer Dasyp. 336a; wir bestellten einander auf den abend um 10 in eine gastkammer. Weise erzn. 80, fremdenzimmer in einem adelichen hause. noch bei Adelung als kammer, fremde zu beherbergen, in gasthäusern wie andern häusern, jetzt meist gastzimmer genannt, wenigstens in gasthäusern.
 
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gastkelner, m. kellermeister im gasthause eines klosters, s. Lexer 1, 742.
 
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gastkleid, n. vestis convivalis Frisch 1, 323b, 'ein feyerliches kleid, welches man nur anleget, wenn man zu gaste gehet' Adelung; mhd. gastkleit vielmehr das dem gaste vom wirte gegeben wird Lexer 1, 742, vgl. unter gast 5, a, auch gastrock.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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