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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gastgut bis gasthausmeister (Bd. 4, Sp. 1479 bis 1481)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gastgut, n. fremdes kaufmannsgut: kein bürger soll alhie gast oder fremde güter zu wasser und zu lande einbringen oder ausführen. stadtr. von Rügenwalde bei Schott 2, 76, anf. 17. jh.; vgl. mnd. gastewîn, fremder wein Brem. wb. 2, 490.
 
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gasthaber, m. gleich gasthalter bei Stieler 723.
 
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gasthalter, m.
1) hospes Melber l 2b, wirt, pandocheus, stabularius Dasyp. 336a, tabernarius Alberus l 4a, Henisch 1367, Stieler 740, bei Adelung als oberd., 'anständige benennung eines gastwirthes'; vergl. gäste halten, enthalten sp. 1464 und gasthaltung. nl. gasthouder Kil.
2) coenator, thaliarchus Kirsch 2, 130a, d. h. der eine gasterei gibt und ihr vorsitzt, wie gastgeber 2.
3) im 15. jahrh. auch mit umlaut gasthelter Dief. 180a aus Melber, gasthelder xenodocharius 633a aus einem rhein. voc.; vgl. DWB hälter, DWB behälter.
 
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gasthalterei, f. gastwirtschaft. Stieler 742.
 
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gasthalterin, f. gastwirtin: einer hüpschen hurtigen gasthalterin kan es nicht fehlen, wann sie nur sich ihrem namen nach halten will. ped. schulf. 30, zweideutig.
 
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gasthaltig, philoxenus, ein liebhaber der frembden oder bilger Dasyp. 336d. 181d; vgl. gastgebig zu gastgeber.
 
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gasthaltung, f. das halten von gästen: alle und jede einwohner dieser stadt, sonderlich die sich der gasthaltung und wirthschaft befleiszigen. Leipz. stadtordn. 1701 s. 410 (in der überschrift gastwirthe).
 
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gasthandschuh, m. handschuh zum ehrenempfang der gäste angezogen, in folgender nd. redensart, die auch hochd. ihr entsprechendes gehabt haben musz: de gasthanschen ûttên, einem der sich nicht danach aufführet, auch nicht weiter als gast (dat.) begegnen. Dähnert 144a, vgl. DWB etwas mit handschuhen anfassen, zart behandeln, auch gasthütlein.
 
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gasthaus, n. ein wort vom höchsten alter zugleich und noch jetzt in voller geltung, ahd. kasthûs, gasthûs diversorium, hospitium Graff 4, 1054, ags. gasthûs, gästhûs hospitium Grein 1, 374, altengl. gesthûs Orm. 7040, altn. gestahûs Fritzner 200a; mhd. mnd. gasthûs, nl. gasthuis, nord. wie engl. erloschen.
1) haus für gäste, aber im gewöhnlichen gebrauch unterschieden vom wirtshause als haus wo fremde einkehren, denen das übernachten

[Bd. 4, Sp. 1480]


die hauptsache ist, also gast- noch im alten strengeren sinne (sp. 1464), während im wirtshause auch leute aus der stadt als gäste verkehren. das dafür gewöhnliche wort ist übrigens in älterer zeit herberge (s. z. b. unter gast sp. 1464), auch ins franz. früh übernommen als auberge, während wir von dort in sehr neuer zeit hôtel statt gasthaus angenommen haben. wie alt ist gasthaus in diesem sinne, besonders der 3. bedeutung gegenüber? das ahd. gasthûs, diversorium im Tatian 5, 13, in dem Maria einkehrt (κατάλυμα Luc. 2, 7) mag in der letzten bed. gedacht sein (s. unter 3, a), in der eigner weise noch Frisch gasthaus allein anführt, während es Maaler, Rädlein ganz übergehn; aber im 16. jh. bei Dasyp. 258c diversorium, ein herberg, gasthaus.
2) speisehaus, ohne übernachten, als 'zuweilen' bei Adelung, wobei zu beachten dasz gasthäuser im 1. sinne sehr häufig zugleich als speisehäuser für stadtgäste arbeiten, d. h. nichtbürger, einwohner ohne eignen herd, also gäste in dem sinne sp. 1456; vgl. schon im 16. jh. taberna meritoria, ein gasthaus, wirtshaus Dasyp. 135a, im 15. jh. gasthus als taberna neben hermopilium, xenodium, xenodochium voc. inc. teut. h iija. bei Henisch 1367 doch auch gasthaus, bierhaus, weinhaus, taberna.
3) haus für gäste in dem besondern sinne als hilfsbedürftige fremde, als ellende, s. sp. 1456, daher auch ellendherberg oder gasthause, xenodochium voc. 1482 g 1b. k 3a (vgl. III, 410), mlat. hospitale, woher frz. sowol hôpital in jüngerer als hôtel in älterer form, mit gasthaus eben übereinkommend. ebenso gasthof 2.
a) gasthaus, xenodochium, hospital worein man pilgrim aufnimt Frisch 1, 323a, gasthaus für die frembdlinge Henisch, das lat. wort im 15. jahrh. als gasthus neben hospital, spital Dief. 633a, nov. gl. 84a, ebenso diversorium Dief. 188b. So besonders in klöstern, auch für reisende aller art, nicht nur arme:

ir (der mönche) gasthûs und ir spitâl
heten niht gesatztiu mâl (bestimmte mahlzeiten),
wan ze swelher zît der man
geriten ode gegangen kan,
der vant daʒ eʒʒen ie bereit.
Haupt 8, 95,

wo gasthûs und spitâl zwar als verschieden erscheinen, aber nur in der einen hs. und auch da nicht im zwecke; Luchnau .. floch wider auf das closter. dem volgt Wilwolt mit stichen und schlegen bis durch das tor zu dem getter da man in das gasthaus get (in Heilsbronn). Wilw. v. Sch. 69. Aber auch in städten, meist als fromme stiftungen, oft von besonders dazu gegründeten bruderschaften besorgt, gern im anschlusz an klöster, s. über die elendenherbergen in Frankfurt a. M. Kriegk bürgerth. 1, 153 ff., wo denn auch eine solche dicht neben einem spital vorkommt, aber beide mit éiner kirche zwischen ihnen; aber gasthaus erscheint da nicht. in Aachen im 14. jh. ein gasthuys up den hoff, hospitale supra curiam (ehemaliges st. Blasienspital für arme fremde), und ein gasthuys in der Radermart, novum hospitale, s. Laurent 423. nl. bei Kilian gasthuys hospitium publicum, hospitium sacrum, franz. hospital, hostel-dieu.
b) gasthaus nosocomium, valetudinarium, worinnen kranke und schwache sind Frisch, spital für die kranken Henisch, d. h. der begriff dadurch erweitert dasz man in den gasthäusern im vorigen sinne auch für kranke die sorge und pflege übernahm und einrichtete. nl. gasthuys der sieken, hospital des malades Kil., und so noch nl. gasthuys und allein in dieser bedeutung (gasthuiskerk, hospitalkirche). auch hochd. noch im 17. jahrh.: der fromme hauptmann zu Capernaum, welcher seinen kranken knecht nicht liesz ins gasthaus oder in das pesthaus bringen, sondern .. Schuppius 335; im Teuth. 100b auch ein gasthuys dair in men weisken ind vundelinge opvoedt, orphanotrophium, und eins dair men kinder ind jongen voedet, bephotrophium.
c) gasthaus ptochodochium, worinnen arme beherbergt werden Frisch, gasthaus der bettler Henisch, gasthuys des bedelaers Kil.; hd. z. b.: ich musz der hochlöblichen stadt Hamburg das zeugnis geben, dasz darin alle jahr ein groszes auf die armen spendiret werde. ich wil nicht sagen von dem gasthause, von dem waisenhause, von dem zuchthause, von dem pesthause, von dem pochenhause, darauf jährlich ein groszes gehet. Schuppius 330 (sieben böse g., zuschr.); dasz noch viel arme fromme leut im gasthaus und in andern hospitälern sein. 186; drei gasthäuser (in Bremen), von denen das von Ansgarius gestiftete St. Jürgens hospital das bedeutendste gewesen. Kobbe Bremen u. Verden 1, 221; gasthûs, ein spital wo arme, alte, unvermögende leute verpfleget werden Brem. wb. 2, 490, ostfries. armenhaus Fromm. 4, 133, Stürenb. 66b, der hinzusetzt, dasz es in der bed. wirtshaus dort gar nicht besteht (wie nl.). nd. selbst als correctionshaus, d. h. mit dem armenhaus vereinigt Fromm. 3, 432.

[Bd. 4, Sp. 1481]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gasthausfrau, f. xenodochiaria, ein gasthusfraw. gemma Straszb. 1518 EE 1a, hospitalverwalterin, s. DWB gasthaus 3; vgl. DWB gastmutter.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gasthausmeister, m. xenodoxiarius, ein spittalmeister oder gasthusmeister gemma Str. 1518 EE 1a, hospitalarius, gasthuismeister, hospitaelmeister. Teuth. 100b, auch kurz gastmeister.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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