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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gastgeberei bis gastgerechtigkeit (Bd. 4, Sp. 1478)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gastgeberei, f. gastwirtschaft, als gewerbe, nordd., z. b. in den schausp. des herz. Heinr. Jul. v. Braunschweig 881. 887, nd. gastgefereie 449; noch dän. gjestgiveri, schw. gästgifveri.
 
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gastgeberin, f. gastwirtin. Stieler 650.
 
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gastgeberknecht, m. knecht des gastgebers, kellner. Heinr. Jul. v. Br. 878.
 
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gastgebig, gastfrei, hospitalis Denzler 2, 122a, er hat auch gastgebigkeit; vgl. gasthaltig.
 
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gastgebin, f. gastgeberin in älterer form, von gastgebe m., im 15. jh. z. b.: offen gastgebin. Nürnb. pol. 30; da tet unser herr an dem selben bild ein grosz zeichen ... durch sein liebe gastgebin sant Martha. heiligenleben 105a. mhd. gastgëbinne Lexer 1, 742.
 
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gastgebot, n. gasterei, schmaus: richtet folgendes ein grosz gastgebot an. Schütz Preuszen (1599) 46; die comödie .. redet von hochzeiten, gastgebotten, spielen. Opitz poet. 23; bei dem gastgebot seines falschen bruders. Schuppius 159; in dem weitläuftigen gastgebote unseres lebens. Weise kl. leute 282; die alten .. erforderten zu einem wolgelegenen gastgebot: 1. lustige leute. 2. einen anmuthigen ort u. s. w. zeitvertreiber (1700) 463; alles was zu einem rechtwürdigen gastgeboth gehöret. Ettner med. maulaffe 884;

indem dasz Doris noch .. von ihres gatten ankunft redte
und von dem gastgebote sprach,
das sie sich ausgesonnen hätte ..
Gellert (1784) 1, 190;

der männliche Pope .. erklärte ein blosz mahlendes gedichte für ein gastgebot auf lauter brühen. Lessing 6, 475 (Laok. 17); das gastgebot des storches in dem audienzgemache zu C- (ein gemälde). Thümmel 3, 541. bei Adelung gastgeboth, 'ein groszes gastmahl, ein feierlicher schmaus, wozu man gäste bietet, d. h. ladet', und auch Lessing hat es so verstanden, wie seine verbindung mit auf zeigt; vgl. DWB gastbote.
Das wort, jetzt nur dichterisch, ist wol hd. nie recht ins leben gekommen, denn in den wbb. fehlt es lange, so bei Stieler, ja noch im 18. jh. bei Rädlein, Ludwig, Kirsch, erst bei Steinbach 1, 166 find ich gastgeboth. dennoch erscheint es schon im 16. jh., aber bei Norddeutschen, und heiszt damals häufiger gastbot (s. d.), das in nd. gebrauch bis ins 15. jh. zurück geht oder weiter. danach wird es von dort ausgegangen sein, wenn nicht auch dahin erst vom nordischen aus, wo z. b. dän. giestebud im 16. jh. im rechtsleben eingewachsen erscheint, s. Molbech dansk gl. 1, 289, altschwed. gästabudh Rietz 231a, dazu dänisch selbst gjestbuden als gast geladen, gjestbyde gäste laden, schwed. gästbuden zu gaste gebeten, mundartl. gässbö zu gaste bitten Rietz 231a. übrigens auch nl. früher gastgebod neben gastbod.
 
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gastgebür, f. jus hospitalitatis Stieler 861.
 
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gastgeld, n.
1) gastgelt, sportulae, gelt das man einem jeden gast für die malzeit gab Henisch 1466, ohne die deutsche erläuterung (die sich auf das lat. wort bezieht) Stieler 682.
2) umgekehrt geld das vom gaste oder für gastung gezahlt wird. so z. b. noch bair. gastgeld, graszins für aufnehmvieh (das die alp als gast beweidet) Schm.2 1, 953.
 
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gastgemach, n. cubiculum hospitale Stieler 1197, vergl. gastzimmer; ein gastgemach z. b. in einem schwäb. kloster im 16. jh. s. sp. 1467 unter gast 7, a.
 
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gastgepränge, n. gepränge beim gastmahl (vergl. gastpracht):

auch dem dichter winkt sie (die sommerrose) freude
zum gelag' und gastgepränge,
Dionysos schönem feste.
Chr. A. Overbeck Anakreon 89.


 
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gastgerechtigkeit, f. gleich gastrecht:

wenn ich komme gastgerechtigkeit zu fiehn.
Göthe 11, 239.

auch wol für gastwirtsgerechtigkeit.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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