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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gastfreie bis gastgeb (Bd. 4, Sp. 1476 bis 1477)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gastfreie, f. hospitalitas. Maaler 157d, Frisius 635a.
 
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gastfreigebig, gleich gastfrei, ergibt sich aus dem subst.: weilen auch die Sodomiten .. der gast-freigebigkeit dermaszen zuwider gewesen .. Simpl. 1685 2, 414. 3, 186, bei Kurz 4, 101; Heynatz antibarb. 2, 5 belegt es noch ende 18. jahrh. aus einer schweiz. quelle.
 
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gastfreiheit, f. hospitalitas. Alberus l 4b, Henisch 1367, im 18. jahrh. z. b. Möser phant. 1, 164, Gotter 2, 145, Göthe 33, 282. vgl. kostfreiheit.
 
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gastfreilich, adv. gastlich, gastreichlich, ξενίως, φιλοξένως. Henisch 1367.
 
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gastfreund, m. gastfreünd hospes Maaler 157d, scheint von ihm gebildet um die wechselbeziehung des lat. wortes auszudrücken (s. DWB gast 5, d), denn Frisius, sonst seine quelle, behilft sich unter hospes noch ohne gastfreund mit einer mühsamen umschreibung, die Maaler abgekürzt wiederholt, diesem nach dann Henisch 1367. Sonst wird im 16. jh. vorher und nachher das homerische ξεῖνος unter andern umschreibungen mit gast und freund gegeben, z. b.: wie er .. ein gast und freund Ulyssis (vom vatter her) sei. Schaidenreiszer Odyss. 232a, δυσσῆος ξεῖνος πατρώιος 17, 522, vgl. viel geste, freund und bekandte Schaid. 6b (s. auch unter gastverwandt);

weil unsre vätter auserlesen
seind alte gäst und freund gewesen.
Spreng Il. 122a, ξεῖνοι πατρώιοι 6, 231,

vgl. umgekehrt ebenda:

dasz ich dein wirth und freund wil sein,
wan du komst in das lande mein (ξεῖνος φίλος v. 224).

auch Frisius 635a gibt hospitium wiederholt mit gastliche freundschaft wieder, aus dem Maaler sein gastfreund entnehmen konnte. Es ist aber nachher in den wbb. wieder verschwunden, z. b. nicht bei Schönsleder, Stieler, Rädlein, Steinbach, Frisch, d. h. es war nicht aufgekommen; erst Adelung bringt es wieder, mit wunderlichem misverständnis, 'ein fremder, welchen man als einen gast bewirthet', auf grund folgender stelle:

und waffen fielen nieder
da, wo mein gastfreund stand.
Ramler.

dann ist es haupts. seit Voss in gang gekommen, ohne doch ins leben einzudringen, obwol von gastfreundschaft da die rede ist:

lieber gastfreund, wirst du mir auch die rede verargen? Odyssee 1, 159;

lange preisen wir, schon von den zeiten unserer väter,
uns (als) gastfreunde. 1, 189. 15, 195;

der gastfreund in Korinth.
Schiller 58a;

s. auch gast in gleichem sinne gebraucht sp. 1465, und gastbefreundung, gastverwandt. auch nl. gastvriend, schon am ende des 16. jh. bei Kil. (doch nur hospes schlechtweg), dän. gjesteven, schw. gästvän.
 
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gastfreundlich, gastlich, wie ein gastfreund, als neu bei Campe, z. b. eine gastfreundliche aufnahme, einen gastfreundlich aufnehmen, mit belegen aus Voss: gastfreundliche pflege, gastfreundliches halmendach; seitdem ich dich gastfreundlich aufnahm. Göthe 57, 36 (Iphig. in prosa 1, 3);

mit groszem dank für ihr gastfreundliches erbieten
folgt Hüon nach. Oberon 4, 38;

[Bd. 4, Sp. 1477]


eine gastfreundlich schmunzelnde magd .. hatte .. Eugen gemeldet. Auerbach neues leben 1, 178. von thieren, vögeln: so bin ich weit entfernt, solche gastfreundliche verhältnisse zu stören. Göthe bei Eckermann (1868) 3, 150.
 
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gastfreundlichkeit, f. gastfreundliche gesinnung. Campe.
 
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gastfreundschaft, f. hospitalia officia Henisch 1368; er hat damals unsere gastfreundschaft genossen; gastfreundschaft üben. Campe. er gibt es auch, aber nur beiläufig, mit dem begriffe der gegenseitigkeit zwischen zweien (gastfreundschaft schlieszen, errichten), an die doch eigentlich niemand dabei denkt, so wenig wie bei gastfreundlich, obwol sie bei gastfreund der begriffskern ist, vgl. DWB gastbefreundung.
 
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gastfreundschaftlich, adj. zum vorigen. Campe.
 
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gastgabe, f. xenium, munus quod hospitibus datur, gastgab, ehrengab (zum letztern s. sp. 1468). Henisch 1367, gastgab Schönsl. S 4b, nl. gastgave Kilian; mhd. kurz gâbe, s. unter gabe 1, d; zur sache s. unter DWB gast 5, e; vgl. DWB gastgeschenk.
 
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gastgeb, sportula, zugeschickte malzeit, bei Kirsch 1, 1023a (Dief. 548c), scheint druckf. für gastgab, denn das alte gebe f. (s. DWB gabe I, b) kann es schwerlich sein.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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