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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gästengefülsel bis gastfreiheit (Bd. 4, Sp. 1475 bis 1476)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gästengefülsel, n. gäste als füllung eines salons. J. Paul flegelj. 2, 40 (1800 s. 63).
 
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gasterei, f. gastmal, gastung.
1) gasterei hd., seit dem 16. jh. (vgl. 2): es habend jetzund in Teutschland mit gewalt überhand genommen grosze gasterei und banket. Aventinus 325b; aber im paurenkrieg giengen die gastereien zu Rotweil um, die wurden iez von dem, dann von aim andern gehalten (s. kränzlein 4). als die gasterei an herr Joh. Wernhern kam .. Zimmer. chron. 2, 400;

man munkelt (blosz) in dem rath, bei voller gasterei
bricht man was härter aus (spricht deutlicher).
Gryphius 1, 273;

stellet unter den armen eine gasterei an. Olearius ros. 7, 11; ein theologus sagte einsmals in einer gasterei zu Marpurg. Schuppius 133. bei Stieler 615 eine herrliche vornehme gasterei, jährliche gasterei, epulum solemne, wechselgasterei circumpotatio. später, bei Frisch 1, 323a als 'etwas verächtlich' bezeichnet (eine folge der ausartung), 'gastmahl, gastung ist höflicher', vgl. gastieren, auch gasterieren.
2) nebenform mit umlaut gesterei, so bei Luther (Dietz 2, 12b) und noch bei Ludwig gästerei neben gasterei, wie mnd. gesterye, s. z. b. bei Möser phant. 2, 317, auch nrh., und da schon im 15. jahrh., gestery Teuth. 105b, gesterei Fromm. 2, 437a; auch schwed. dial. gästeri Rietz 231a, älter dän. giesteri Molbech 1, 289. nl. aber gasterije Kilian.
 
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gasterieren, eine gasterei geben oder dran theilnehmen, auch gästerieren (s. gasterei 2), beides nd. Dähnert 144a, wie nl. gastereeren; schwedisch dial. gästerera, als gast besuchen Rietz 231a.
 
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gästespeiser, m. conditor et instructor convivii Stieler 2078.
 
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gastesrecht, n. gleich gastrecht:

an dem frevelnden geschlecht
rächet Zeus das gastesrecht.
Schiller 53b (siegesfest).


 
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gastfeirung, f. als übers. von hospitium Spreng Aen. 318b (9, 359), anstalt zu ehren des gastes, der gastfreundschaft.
 
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gastfrau, f. 1) frau als gast, fremde frau (als händlerin), s. Schmeller2 1, 855. 2) gastgeberin, s. DWB gastherr.
 
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gastfrei , freigebig gegen gäste, mit gastung u. ähnl.; frei selber hiesz einst schon freigebig (s. V, 1874). auch nl. gastvrij (schon Kil.), dän. gjestfri, schw. gästfri. s. auch gastmild.
1,
a) es erscheint im 16. jahrh. (noch nicht in den vocc. des 15. jh.): gastfrei, hospitalis. Dasyp. 336a, Alberus l 4b; gastfrei heiszt der da gerne herberget. Luther bei Dietz 2, 12b; seid gastfrei unternander. 1 Petr. 4, 9 (φιλόξενοι εἰς ἀλλήλους), Hebr. 13, 2; das gemüet gastfreier leut ist das beste, ξενίων θυμὸς ἄριστος. Henisch 1366;

sei gastfrei, wie du pflegst.
Fleming 91 (Lapp. 165).


b) auch gastfreies haus, dach, gastfreie pflege u. ähnl.: in dem gastfreien hause dieses guten mannes. Wieland 8, 308;

voll hoffnung, in den waldbewachsnen gründen
ein gastfrei dach für diese nacht zu finden.
Göthe 13, 178;

dort durchruheten jene die nacht, und er pflegte sie gastfrei.
Voss Odyss. 15, 187 (1806).

einen gastfrei halten, s. 2, b.
c) mit scherzhaftem doppelsinne: jener priester scherzte, da ihm ein politicus vorhielt diesen locum (gemeinplatz, sprichwort), ein priester solle gastfrei sein, ja sagte er, er soll frei von gästen sein. exempl. priester 143, die scherzhafte auslegung muszte nach folg. geläufig sein:

Parcus hat sonst keine tugend, aber gast-frei wil er sein,
läszt, damit er disz erlange, keinen in sein haus hinein.
Logau 3, 8, 41.


2) mit weiterbildung des begriffes
a) freigebig überhaupt: da wöllen vil kargling und filz .. erst durch testament nach irem tod wunder stiften und gastfrei leut sein mit dem das nimmer ihr ist. Frank spr. 1, 154b, es kann freilich an stiftungen zur speisung armer u. ä. gedacht sein (vgl. gasthaus als hospital). auch frei hingebend überhaupt, wo an gastung nicht mehr gedacht wird: ich fürchte den regen nicht, sagte Joseph (kaiser Joseph II.) auf der parade zu Mez, als ein freundlicher officier ihm seinen regenschirm anbot, mit gastfreier aufopferung seiner frisur. Sturz 1, 216.
b) in einen gastfrei halten trat eine wendung des begriffs nach der andern seite ein, wie bei kostfrei (s. d. 2, c): gastfrei

[Bd. 4, Sp. 1476]


gehalten, der kein ürten gibt (die zeche nicht mit bezahlt), asymbolus. Maaler 157d, zugleich wie frei gehalten, frei ausgehend beim bezahlen; gastfrei, immunis pretio. Schönsl. S 4b. s. ebenso kostfrei 2.
c) daher dann selbst von dem, was frei oder gastfrei gegeben wird:

wie viel schmarotzer in die zechen (eilen),
wo bursch und gläser gastfrei sind.
Günther 165,

die studenten gastfrei, frei gehalten, aber auch die gläser, das bier, freibier. schon im folgenden klingt das an: gastfrei mal, epulum. Maaler 157d.
3) es blieb nicht unbeeinfluszt von kostfrei, das älteren bestand und eine ganz ähnliche bedeutung hatte (eigentlich freigebig mit aufwand machen); im 16. jh. werden beide gern gesellt: ganz kostfrei und milt was er (Zwick) gegen den armen dürftigen, gastfrei den frömbden, weislosen und ellenden. Ambr. Blaurer, vorr. zu H. Zwick christenl. underricht, wie man sich zu ainem säligen stärben beraiten sölle, Costanz 1545, kostfrei von freigebigkeit, gastfrei von gastlichkeit; kost- und gastfrei. Kirchhof wendunm. 50b, von fürsten; ein kostfreier und gastfreier man, welcher gerne herbriget und milde ist. Mathes. Syrach 2, 46a, wo beide schon verschwimmen, kostfrei ist nachher in gastfrei über und darin untergegangen.
 
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gastfreie, f. hospitalitas. Maaler 157d, Frisius 635a.
 
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gastfreigebig, gleich gastfrei, ergibt sich aus dem subst.: weilen auch die Sodomiten .. der gast-freigebigkeit dermaszen zuwider gewesen .. Simpl. 1685 2, 414. 3, 186, bei Kurz 4, 101; Heynatz antibarb. 2, 5 belegt es noch ende 18. jahrh. aus einer schweiz. quelle.
 
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gastfreiheit, f. hospitalitas. Alberus l 4b, Henisch 1367, im 18. jahrh. z. b. Möser phant. 1, 164, Gotter 2, 145, Göthe 33, 282. vgl. kostfreiheit.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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