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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gärtler bis gärtnergesell (Bd. 4, Sp. 1420 bis 1423)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gärtler, m. gärtner, z. b. von Jesu (s. Joh. 20, 15):

in aller weis, in aller bärd,
sam es der herr ein gärtler wär. ein christl. kath. rüefbüechl (hs.) v. j. 1601 bl. 87a (
L. Erk).

schweiz. gärtler s. unter gärtlen.
 
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gartling, m. ein landmasz im Hannöv., ein gartling land, ein gartling wiese in amtlichen bekanntmachungen, nd. gardling, gerdling gleich ¾ morgen Schambach 59b, gebildet wie vorling m. n., landmasz von morgen 277a. letzteres aber war ahd. (Landau territor. 49) furhlanc Dronke trad. Fuld. s. 99, nrh. furlang Lacomblet urk. 1, 23, also 'eine furche lang' (vgl. DWB furche als ackergrenze sp. 676); so könnte auch in gartling das ling aus lang geschwächt sein, s. DWB gart als landmasz sp. 1392 und 'einis veldis lanc' Anno 795 (s. III, 1476), eines ackers lang I, 172, ackerlänge, ackerlang adj. (Gökingk lied. zw. lieb. 35); vgl. gartine.
 
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gartmünz, s. gartenminze.
 
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gartnen, gärtnen, gleich gärtlen, sicher weit älter als die zeugnisse; auch engl. to garden, franz. jardiner.
1) gartnen, die gartenbeet zrüsten, informare areas. Maaler 157c, noch schweiz. im garten arbeiten, gärtnerei treiben Stalder 1, 425; gartnen, jardiner, faire le jardin. dict. Genf 1695 127;

ob man schräpfen oder loszen (aderlassen) soll,
seien, pflanzen oder billen gên (geben),
latwergen oder trank innên (einnehmen),
kinder entwennen oder gartnen.
Thurneisser archid. 46.

vgl. ebenso gartner neben gärtner.
2) gärtnen, bair., alem.: appenz. gærtna Tobler 212b; dann verkriecht er (der schnee) sich in die erde, so dasz ich noch mit den frühesten gärtnen kann. der arme mann im Tock. 217; von dem was bei der arbeit, beim gärtnen oder fischfang .. gesündigt wird. Scheffel Ekkeh. 65; item die pieszen (s. DWB beete) sol man in der ganzen wochen vor pfingsten gärtnen oder sezen. Tegernseer klosterkalender, Germ. 9, 204, also selbst als trans. brauchbar, Schmeller 2, 67 gibt für bair. gártnen, gártln als bedeutung 'insbesondere den kohlsamen aussäen, die weiszkohlpflanzen in die krautbeete versetzen', und das ist jenes gärtnen der pieszen aus dem 16. oder 15. jahrh.
3) nd. mit rom. endung gârdenêren, gârnêren Schütze 2, 6, Richey 69, garnéren, gärnéren (gärner gärtner) Brem. wb. 2, 489; ebenso nl. hovenieren; doch ist die nd. endung mehr durch die alte aussprache gârdenêr für gärtner herbeigeführt (s. DWB gärtnern). daher auch in norddeutschem hochdeutsch gärtnierer gärtner, ein todtengräber sagt von sich: auf diesem acker bin ich gottes gärtnierer. Hippel lebensl. 3, 188; ähnlich nl. gaardenier, hovenier gärtner. ebenso an gärtner angeschlossen nordd. gärtnerieren, im garten arbeiten Frommann 2, 226, Danneil 262a, nd. gardnereren Dähnert 142b.
 
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gärtner, m. hortulanus.
I. Die formen.
a) ahd. in doppelform, gartâri, garteri und gartinâri (Graff 4, 252), das erstere scheint älter, gebildet vom stamme oder vom starken gart (sp. 1388), das zweite von der schwachen form. alts. nur gardâri einmal bezeugt, mhd. nur gartenære, gartnære, gartener, später auch gertenære (fundgr. 1, 372b), die einfachere form nur noch in wîngartære gl. Blas. 32b (neben gartinære das.), wîngerter weisth. 1, 754, wie in wîngart die starke form am längsten blieb (sp. 1388). vgl. übrigens gärter, auch gärtler.
b) der heute allein geltende umlaut hat sich nur allmälich durchgesetzt, noch im 15. bis 17. jahrh. erscheint gartner umlautlos (wie noch nd., s. c), oberd. wie md.: gartner, ortulanus, orticula, ceparius. voc. 1482 k ijb; andere kumen wie die thorherrn under den gartnern mit den letzen belzen (umgekehrten

[Bd. 4, Sp. 1421]


pelzen). Keisersb. evang. 1517 153a; spricht Jhesus zu ir, weib, was weinestu? wen suchestu? sie meinet es sei der gartner. Luther Joh. 20, 15 (auch weingartner Matth. 21, 33. 34); die unfleiszigen gartner ders., doch auch gertner, s. Dietz 2, 11b. noch bei Rist gartner, auch gahrtner, d. h. er sprach gârtner, wie gârte, s. sp. 1389 (β), und wie wol schon Luther, auch in gærtner ist die länge weit verbreitet. auch oberd. gartner noch Dasypodius 96d, Maaler 157c.
c) nd. im 16. jh. gardener Chytraeus 340 (gesprochen wahrscheinlich gârdenêr), im 15. jh. gardener, auch gerdener Dief. 402a, jetzt gârner Schütze 2, 6, Dähnert 142b, aber auch gärner Brem. wb. 2, 489; daneben erweitert gärtnierer (s. DWB gärtnen 3). engl. gardener, nl. aber gaardenier (mehr hovenier u. a.), was sich denn mit franz. jardinier berührt, das doch seinerseits, wie noch hörbar ital. giardinajo, in der bildung mit ahd. gartinâri zusammenfällt.
II. Bedeutung und gebrauch.
1) zu garten im engeren sinne.
a) einer der den gartenbau kunst- oder zunftmäszig übt und versteht, z. b.: die gärten der königlichen anlage zu Sanssouci stehen unter der aufsicht von sechs gärtnern und einem planteur. einer derselben hat den alten küchengarten daselbst .. zu besorgen ... der dritte die melonerie .. der vierte die orangerie u. s. w. (der planteur die irregulären pflanzungen im garten nebst einigen plantagen in Potsdam). Krünitz 16, 268 vom j. 1779. bei Stieler 613 sind unterschieden küchengärtner, baumgärtner, kunstgärtner, bei Steinbach 1, 560 auch weingärtner, blumengärtner, kohlgärtner, zwiebelgärtner, lustgärtner, vgl. 'blumist (blumengärtner), kunstgärtner, obst- und küchengärtner' Göthe 43, 365, blumist und tafelgärtner 39, 234, handelsgärtner 17, 305. für kunstgärtner, ziergärtner auch blosz 'gärtner, der mit gartenwerk umbgehet, hüpsche lust im garten zuricht, der den garten mit lustigen gängen zieret, topiarius' Henisch 1359. dann schloszgärtner, hofgärtner, stadtgärtner, klostergärtner u. ä.
b) einzeln wol auch für gartenarbeiter überhaupt, z. b.: arborator, ein gartner, der die böum erhauwet und seübert, ein baumschorer. Frisius 131a, Maaler 157c.
c) gärtner schlechthin auch für gemüsegärtner oder auch obstgärtner: gartner oder kreuter, altor, olitor, cultor olerum vel mercenarius. voc. 1482 k ijb, auch ceparius das., vgl. olitor, gartner, gertner, gertener Dief. 395a; die gertner, die mit irem gewechse und früchten, als ruben, kraut und andern den rechten mark (im gegensatze zum obsmarkt) teglichs besuchen. Nürnb. poliz. 271; allen gartnern und gertnerin, so hie burger sind. 272 (es sind zugleich obstgärtner). ebenso die alte innung der gärtner in Frankfurt a. M. (in Leipzig kohlgärtner). es entspricht dem bloszen garten für gemüsegarten sp. 1394 unten. von obstgärtnern z. b.: ain puecheineu zullen .. sol ennaw (d. h. die Donau abwärts, nach Wien) fueren den gartneren (in Nuszdorf) ir obs. weisth. 3, 702.
d) aber auch für den weingärtner: vindemiator, gartener. Melber varil., vgl. Dief. 620a; item ainem schopfer und ainem gartner sol man geben des tags 1 sch. den. .. und essen und trinken (für arbeit im weinberg). Mones zeitschr. 10, 314, wie ebenda garten gleich wingarten vorher, in einer taglöhnerordnung der rebleute zu Constanz vom j. 1436.
e) redensarten, besonders vom bock (s. d. 8) und gärtner:

und so der bock ain gärtner wirt,
die jungen bäum er selten ziert (vgl. ziergärtner).
Schwarzenberg 89a,
Henisch 1359;

wer ein bock z einem gärtner setzt
und schaf, geisz und gens an wolf hetzt ... eins freiharts predig Frankf. 1563 C ija.

von der heil. Gertrud und den gärtnern: eine zeit von ungefähr drei wochen war mein probierjahr, in welcher eben S. Gertraud mit den gärtnern zu feld lag, also dasz ich mich auch in deren profession gebrauchen liesz. Simpl. 1, 34 Kz. (1, 9), die heilige unter ihnen als ihre führerin (wie S. Martin unter den gänsen sp. 1263), denn an ihrem tage (17. märz) beginnt die feld- und gartenarbeit, daher sprichw. z. b. Sünte Gerderût gêt de êrste gærnerske (gärtnerin) ût. Woeste volksüberl. 60, vgl. R. Köhler im lit. centralbl. 1866 s. 1192. anlasz dazu gab das denken über die sprache, indem man Gertrût anlehnte an gerte, garte.
f) bildlich, z. b. gott, der lehrer als gärtner:

zwar ist es (dein antlitz) als ein gart, alda mit höchstem fleisz
der höchste gärtner wolt die blumen ... vermischen.
Weckherlin 668;

[Bd. 4, Sp. 1422]



du (mein lehrer) kannst allein ein urtheil sprechen,
ob noch mein herz dem herzen gleicht,
das du geformt hast, ob dem keime,
des gärtner du gewesen bist,
ein solcher baum entwachsen ist,
als du wol hofftest.
Gökingk 2, 34;

die, welche des volkes gärtner sein sollen. Gotthelf 6, 335, die lehrer.
2) im östlichen theile Deutschlands das, was anderwärts seldner, köter, kotsasz, kossäte, brinksitzer heiszt, 'ein bauer ohne feld, rusticus casarius' Steinbach 1, 560; s. dazu unter köter (vergl. RA. 318) über die allgemeinen verhältnisse, die hier in der hauptsache dieselben sind.
a) zeugnisse: achimus, kossat vel gertener. Bresl. voc. (mhd. wb. 1, 866a, 30), ebenso in drei andern md. vocc. bei Dief. 11c achimus, gertener, gertner, sie heiszen lateinisch sonst hortulani (ortulani), in Schlesien z. b. seit dem 13. jh. bezeugt. im gegensatze stehn, wie im nordwesten ackermann und köter (s. V, 1888), so hier ackermann und gärtner, z. b.: der könig zu Babylon füret alles, was grosz war im lande, weg, und liesz alleine die armen geringen ackerleute und gertner im lande. Luther 3, 230b, nach 2 kön. 25, 12, wo er aber weingartner und ackerleute setzte, dort jedoch übertrug er wie so oft (s. z. b. unter kiefer, kröte 2, b) die bekannten heimischen verhältnisse auf die fremden. ebenso bauer und gärtner: mit deme schultheise .. gebuern und gertenern. cod. dipl. Siles. 4, 39 (14. jh.); summa summ. 4 malder 11¾ scheffel ist des kornes .. unter die pauren und gärtner ausgetheilet worden (in einem notjahre). 4, 96, vom jahre 1630;

der bauer hatte schon das winterfeld bestellet.
der gärtner für den frost nach nohtturft holz gefället ...
Fleming 79 (Lappenb. 167).

im folgenden als einer der geringsten in der gemeinde:

viel augn sehn mehr, denn eins allein,
was einer nit wust, weisz die gemein ...
oft gab ein gärtner schlechten (einfachen) rath,
der sehr nütz war, viel gutes that. Froschmeus. V 7a.

in einem schles. dorfe z. b. werden im j. 1632 als unterthanen verzeichnet (auszer dem erbschulzen und kretschmer): 12 erbpauern, 4 besatzte bauern, 1 freigärtner, 6 erbgärtner und 38 hausleute (häusler). cod. dipl. Sil. 4, 97.
b) bei Adelung sind die gärtner »diejenigen hintersättler, welche keinen acker, wohl aber ein stück garten haben, von dessen ertrage sie sich nähren, und dadurch von den übrigen häuslern unterschieden«, wonach sie doch unter den häuslern auch inbegriffen sein könnten. in Schlesien stehn sie nach Weinhold 26a zwischen bauer und häusler in der mitte, haben nur einen garten bei dem hause, in Ostpreuszen nach Hennig 80 (vom j. 1785) »diejenigen landleute, die nicht auf taglohn arbeiten, sondern (für ihre dienste) auf deputat und naturalien angesezt sind« (vgl. u. c), gewöhnlich mit einem garten bei ihrer wohnung (den gärtner im gewöhnlichen sinne unterscheidet man durch gärtnierer). nach Wohlbrück gesch. des ehemaligen bisth. Lebus (Berl. 1829) 1, 286 besaszen sie in Schlesien und der mark Brandenburg keinen oder doch geringen acker und meistens nur gärten; so noch jetzt in der Leipziger gegend, wo die gärtner oft genug auch acker haben, aber kein ackervieh. in einer chursächs. verordnung von 1735 über den milizvorspann im Leipziger kreise wird bestimmt, dasz derselbe lediglich auf die würklichen pferdner oder anspänner ausgeschrieben werde .. die gärthner und häusler aber das bothschaftlaufen verrichten. Klingner dorf- und baurenrechte 2, 799, sie sind also ohne pferde wie die häusler (während cothsassen genannt werden, die unter die anspänner mit zu rechnen sind, im nordöstl. theile des kreises). vergl. eine verfügung das. 145, dasz kein gärtner einiges anspann- oder zugvieh halten, sondern ihre felder denen bauren und keinem fremden zu arbeiten verdingen sollen.
c) übrigens war, wie bei köter (s. d. 1, d), der begriff auch in sich weiter entwickelt, besonders in Schlesien (s. Weinhold); da waren zunächst unterschieden freigärtner und hofegärtner, letztere von den frohndiensten oder hofediensten benannt, von denen jene frei waren; dann dreschgärtner, zum drescherdienste auf dem hofe verpflichtet, groszgärtner, die so viel feld hatten, um ein pferd darauf halten zu können, landgärtner, die einen acker zu bauen hatten im dienste des hofes gegen einen bestimmten theil des ertrages (vergl. gärtnerbrief), ferner erbgärtner, und mietgärtner (mittgärtner), dorfgärtner, pfarrgärtner u. andere, s. Meitzen im cod. dipl. Sil. 4, 365a.
d) der garten, nach dem sie von haus aus benannt sind, kann aber nicht wol der im gewöhnlichen sinne blosz sein. in

[Bd. 4, Sp. 1423]


der Leipziger gegend nennen sie sich jetzt gartengutsbesitzer (nach gutsbesitzer für das veraltende bauer), ihre besitzung auch früher schon gartengut (s. d.), sie musz aber einst garten geheiszen haben, und zwar vielleicht in dem altgerm. sinne der sich sp. 1392 (γ) herausstellte, eingehegtes stück vom gemeindegrunde, einem einzelnen zugemessen zur wohnstätte; diese alte bedeutung erhielt sich hier durch den gegensatz zum felde (sp. 1393) oder acker, der noch im 16. jh. ausgedrückt ist in ackermann gegen gärtner (s. a). bemerkenswert scheint dabei wenn noch feldstücke mit der benennung gärten vorkommen, z. b. schlesisch in Schönbrunner flur die Pommergärten, wo an frühere benutzung als garten nicht zu denken scheint, s. cod. dipl. 4, einl. 71.
e) garten für gärtnergut erscheint wirklich in Schlesien neben gärtnerstelle, gärtnernahrung, z. b. cod. dipl. 4, 100 vom verkauf eines gartens, dabei alle beschwerden (lasten), so diser garte vor diesem ertragen, vom j. 1644; hufen und gärten als eintheilung der güter das. einl. s. 61, wie gärtnerstellen s. 42; item aldo ist ein garte, den sullen sie miten wider das closter .. und sullen scharwerken, wen man in gebawet (die feldarbeit thut). 4, 257 vom j. 1410, vgl. dazu garteneinfall. im 13. jahrh. z. b.: ortus liber, a ducalibus censibus, laboribus et gravaminibus (lasten) exemptus, im j. 1258 neben villae und mansi (hufen) genannt. cod. dipl. 2, 4, wol der besitz eines freigärtners. dafür übrigens auch gärtner selbst, z. b. im j. 1690 werden verkauft vier pauergütter ... sammt dero zugehörigen 4 erbgärtnern und ausgesetzten 3 mittgärtnern cod. dipl. 4, 114, vgl. umgekehrt den garten gesetzt für den besitzer sp. 1394.
f) auch slav. erscheint das wort zum theil, z. b. poln. ogrodnik gärtner zugleich in diesem besonderen sinne (vgl. auch littauisch žardininkas instmann sp. 1400), und da unser wort auf den osten beschränkt erscheint, liegt der gedanke an slav. ursprung nahe. aber ohne der untersuchung vorgreifen zu können, musz ich doch darauf verweisen, wie einmal garten in diesem sinne sachlich bei uns sich ganz eingewurzelt zeigt und dann wie es in Schlesien mit der hufe zusammen auftritt, die von den Deutschen ins land mitgebracht wurde gegenüber der poln. dziedzina, die daneben lange fortbestand. auch in der Niederlausitz bei den Wenden hat der gärtner vielmehr den deutschen namen, kossaz, kossät Zwahr 166 (polabisch kann ich ihn nicht finden), und wenn gärtner selbst im übrigen Deutschland nicht entwickelt ist, so zeigt sich doch gleichsam der ansatz dazu in genügenden spuren, s. DWB gartenbauer 1, gartenhaus 1 (und 3), besonders gartenhuhn 1.
3) gärtner gleich zehrgärtner, s. d. und Adelung.
4) der goldkäfer oder goldschmidt. Birlinger Augsb. wb. 181b.
5) ein doppelt gekrümmtes ausreutmesser. das., vgl. gärtnerkneif und gerter Frisch 1, 321c.
Nur aus einem druck- oder lesefehler entstanden ist Stielers angabe sp. 613: gärtner etiam est nomen cancri, scylla dicta; das stammt aus Henisch 1360, der gartner hat, diesz aber ist verlesen für gariner bei Maaler 157b, das selbst schon verlesen scheint, s. unter DWB garnat.
 
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gärtnerbrief, m. urkunde zur feststellung des dienstverhältnisses eines gärtners (s. d. II, 2) zur herrschaft, in Schlesien. Weinhold 26a.
 
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gärtnerbruder, gleich gartenbruder, s. Frisch 1, 322a.
 
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gärtnerbursche, m. lehrbursche oder laufbursche eines gärtners.
 
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gärtnerei, f.
1) gartenwerk M. Kramer 1719 2, 87a, gardening Ludwig 692, gartenarbeit oder gartenkunst Adelung; alles was die baum- und küchen-gärtnerey betraf. Göthe 17, 305. nutzgärtnerei, kunstgärtnerei, versuchsgärtnerei, landschaftsgärtnerei u. a.
2) gartenanlagen (früher gleichfalls gartenwerk genannt), gröszerer garten mit einschlusz des geschäftlichen betriebes:

er wohnet weit von hier, die Alster ganz vorbey,
noch hinter Böckelmanns bekannten gärtnerey.
Hagedorn 1, 62 (der schwätzer);

das rittergut soll nebst gärtnerei verkauft werden. Campe; von Heilbronn ... fort. der weg führt erst durch schöne gärtnerey. Göthe 43, 80, collectivisch.
3) vom garten eines handelsgärtners, handelsgärtnerei, mit einschlusz des geschäftlichen betriebes.
4) gleich gartengut, gärtnernahrung, in Sachsen.
 
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gärtnerfreude, f. Rückert poet. w. 2, 494.
 
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gärtnergesell, m. geselle eines gärtners. Gotter 3, 182, früher gärtnerknecht, s. d.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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