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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gartenzierde bis garthagen (Bd. 4, Sp. 1416)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gartenzierde, f. topiarium opus, gartenzierd Dasyp. 335d, topiarium Maaler 157c, gartenzierde Steinbach 2, 1095, ziergärtnerei, gartenverzierung.
 
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gartenzierer, m. topiarius Maaler 157c, Henisch 1361, ziergärtner.
 
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gartenzierlichkeit, f. hortorum concinnitas Stieler 2648.
 
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gartenzimmer, n. wie gartenstube (s. dort): im zweiten stock befand sich ein zimmer, welches man das gartenzimmer nannte, weil man sich daselbst durch wenige gewächse vor dem fenster den mangel eines gartens zu ersetzen gesucht hatte. Göthe 24, 15 (es gieng aber auch auf die gärten hinaus), vgl.wurzgarten im scherben oder gärtlin von blumenwerk für den fensteren, horti imaginarii Henisch 1362.
 
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gartenzinne, f. zinne im garten, auf einem gartenhause, von Schillers gartenhause in Jena (s. unter gartenhütte):

nun schmückt er sich die schöne gartenzinne,
von wannen er der sterne wort vernahm.
Göthe 13, 170 (epilog zu Schillers glocke).


 
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gartenzins, m. pensio hortensis Stieler 2651: zwei hl. garten- und wiesenzins. Lennep landsiedelrecht 2, 118. niederd. garttins (15. jh.) Haltaus 586.
 
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gartenzwiebel, f. allium fistulosum, winterzwiebel, hohllauch. Nemnich.
 
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garter, m. gartknecht. Stieler 613, zu garten sp. 1386.
 
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gartgeher, m. subst. zu gart gehn (s. DWB gart 2, e): der minnesinger und gartgeher Anton von Schneeberg. A. Nagel bei Schmeller 2, 68, noch oberbair. gartgêer bettler.
 
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garthafen, garthafenkraut, ein kraut (s. folg. 1, f):

garthaffen, salven, maseran.
H. Sachs 3, 3, 68b;

beifusz, pappeln, garthaffenkraut. 5, 378b.


 
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garthagen , u. ä., ein kräutername.
1) die stabwurz, ebenreis, artemisia abrotanum, heiszt bei Nemnich 1, 466 auch gartenhahn, garthan, garthegen, garthau, gartheil, gertel, gertwurz (gartenwurz) u. ähnl., formen, die groszentheils weit zurückgehn.
a) garthagen z. b.: etliche salsen (saucen) stoszt man ab mit meilant, garthagen, ampfer. küchenmeisterei d 1, noch jetzt auch in der küche verwendet, z. b. als füllsel für die gans, daher auch DWB gänsekraut Nemnich 1, 467 (sp. 1273 nachzutragen). garthagen in vocc. des 15. jahrh. Dief. 4c, schon mhd. garthagen abrotanus sum. 21, 25, Graff 4, 798, ahd. garthago tricolanum Haupt 3, 380b (tricolagum sum. 18, 66), sodasz die pflanze in alter zeit irgendwie mit dem hag verknüpft scheint und gart- wirklich garten meinen wird (vgl. DWB gartenhag unter b), während anderseits gart gerte nahe liegt (sp. 1381) nach den langen schlanken zweigen der pflanze, die auch durch stabwurz, gertwurz, gertenkraut,

[Bd. 4, Sp. 1417]


ebenreis bezeichnet sind; doch gart gerte und gart garten mischen sich ohnehin in form und sinn (s. z. b. gart 1, d), und gartenwurz, gartenkraut können sogar selbst zu garte gerte gehören (sp. 1386). auf diesz gart- geht wol auch der ältere franz. name garderobe (Junius nom. 88a) zurück, aber mit umdeutung, weil man das wolriechende kraut zwischen die kleider im schranke legt (Nemnich 1, 467), wie es zu sträuszen beliebt ist, besonders für die bauern zum kirchgange (Vilmar 117).
b) auch deutlich gartenhag, 16. jh., z. b.: nim peterlinsomen, gartenhag .. Gersdorf wundarzn. 29, vgl. gartenhain, gartenhân unter c.
c) aus garthagen erklärt sich garthain, freilich für millefolium (schafgarbe), schabgarb vel garthain voc. inc. teut. bb 5a; aber noch hess. gartenhain m. artemisia abrotanum Vilmar 117; ebenso garthan: nimm rauten, salvien, wermut, garthan (der weiber monat zu fürdern) Wirsung arzn. 122, bei Nemnich garthahn, gartenhahn, letzteres noch z. b. hessisch, wie hain und hân aus hagen, für sich wie in ortsnamen und zusammensetzungen wie haindorn, hândorn Dief. 483c. 8c.
d) daneben aber garthaim Dief. 4c, Schm. 2, 69, diesz aber im voc. inc. teut. so: garthaim, satureia, aliqui dicunt millefolium idem. h iija. wieder auch gartham im 15. jh. Dief. 4c und noch bairisch, wo auch gartaun, mit verlust des h, wie schon ahd. in gardago tricolanum (s. unter a) Graff 4, 257. solcher wechsel von heim und hain kommt umgekehrt in ortsnamen vor, z. b. Holzhûsinhein, jetzt Holzheim Förstem. 2, 796, Hegeheim und Hegeheyn Weigand oberhess. ortsn. 291.
e) garthaglen, abrotonum mas, stabwurz, gertwurz Junius 88a, wie verkleinert (scheint zugleich plur.), und dazu stimmend (wie garthain zu garthagen) gartheil Nemnich, gartenheil Popowitsch 555. auch Nemnichs garthegen hat neben sich einfaches hägen, hegen gleich hagen, hag (IV2, 149. 775).
f) aber auch weiter entfernt und wirklich entstellt garthade abrotanum Dief. nov. gl. 3b (vgl. gartheide), und auch das garthafen vorhin bei H. Sachs wird nichts anderes sein; Adelung hat auch garthafer gleicher bedeutung.
2) aber auch von andern kräutern.
a) am begreiflichsten mhd. paliurus, garthagen sum. 40, 10, Graff 4, 798, wol eins mit paliurus hagendorn (auch blosz hagen) Dief. 406c, dem zu den hagen besonders beliebten strauche, in garthagen als den garten hegend bezeichnet; der name ist da so natürlich, dasz man diesz als die ursprüngliche bedeutung denken kann, während die stabwurz bei uns nicht von haus aus heimisch scheint (doch besenkraut, die wilde stabwurz, zu besen gesammelt Popowitsch 555). vgl. übrigens paliurus karte, kartdistel, distel Dief. 406c und dazu karde.
b) eigen im voc. 1482 k ijb garthag, satureya, oder ysopp oder reyenwurz, gartenkol, gartenkumel, s. auch aa 6b (wo gartkol, gartkumel); auch in einem rhein. voc. garthan saturegia Dief. 514b, im voc. inc. teut. garthaim (s. 1, d); vergl. DWB gartenkresse, DWB gartenisop, s. auch unter 3.
c) millefolium, schafgarbe, s. 1, d, vgl. 3.
d) in den bair. alpen weiszer gartaun (s. 1, d) dryas octopetala, silberkraut, gelber gartaun geum reptans, eine bergnelke, s. Schm. 2, 69, das erste auch garthau Schm.2 1, 941 (vgl. gartheu).
3) garthaim für schafgarbe (1, d) berührt sich mit garte gleicher bedeutung und aus gleicher quelle, und stützt dieses weiter (s. sp. 1385), wie das seltsame barbune ebenda anklingt an barthün artemisia abrotanum Nemnich 1, 466. auch für satureja (2, b) erscheint einfach garten, gerten (pl.?) Dief. 514c, letzteres aber auch für die stabwurz: gertten, abrotanum. Schm.2 1, 941, gleichfalls aus dem 15. jh., für die letztere sehr begreiflich nach ihren gertenartigen zweigen, vgl. gertenkraut unter 1, a.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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