Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gasrohr bis gasschlüssel (Bd. 4, Sp. 1434 bis 1436)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gasrohr, n. rohr zur gasleitung.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gasröhre, f. dasselbe, gasleitungsröhre.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gasröhrenlegung, f.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gasröhrenleitung, f.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gassaten, s. gassatim.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gassatengang, m. nocturna discursatio et vociferatio. Stieler 636, er hat auch gaszatengehung, vgl.gassengehn.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gassatengänger, m. pl., noctambulones, grassatores corvique nocturni (s. DWB nachtrabe). Stieler 636; man hat keine gefahr von den müszigen gassaten-gängern, welche dessentwegen herum schwärmen, dasz sie wollen händel haben. Chr. Weise polit. academ. 14. s. gassatim, auch gassengänger.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gassatennarr, m. gassatengänger als narr: von gassatennarren. Scheibles kloster 1, 558.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gassatim u. ä., in der redensart gassatim gehn u. ä., auf den gassen herumschwärmen wie studenten; s. DWB gasse II, 3, d.
1) es ist ein stück macaronisches latein, dem schulwitz entstammend, von dem durch die studenten manches in die sprache kam, wie albertät, kühlität, grobianus, knospus grobian, vgl. unter knospe 4, c, auch kurle. jenes ist von gasse gemacht, nach lat. vicatim, ostiatim (Cic.), von gasse zu gasse, von thür zu thür; vgl. ostiatim gehen von fechtenden handwerksburschen u. ähnl. (die damals latein konnten) unter fechten 4. in dem libellus formularis der Leipziger universität vom jahre 1495 wird z. b. auch geboten, dasz kein student fortan die vel nocte facie velata seu larvata ostiatim plateatimve discurrat aut arma deferat sive clamores horribiles excitet (Zarncke univ. im ma. 1, 170); das ist eben das gassatim gehn nächtlicher zecher und bewaffneter raufbolde (s. noch Weise unter gassatengänger), ob es im munde der Leipziger studenten damals schon so hiesz, an der stelle des officiellen, unclassischen plateatim? in der schrift de gener. ebr., aus Erfurt v. j. 1515, wo gelegenheit genug dazu war und macaronisches schon vorkommt (cum stadtknechtibus 130, 14), find ichs doch nicht, nur nachtraben (nach dem nächtlichen gesange), pflastertreter u. ä. 130, 7 Z.; aber macaronische verse finden sich schon in dem monopolium der schweinezunft, aus Erfurt vom j. 1494, s. bei Zarncke 111, 27.
2) die zeugnisse freilich sind weit später, aber nach 3 gewiss nur durch zufall.
a) im 17. jh.: aufs bulen und saufen war er (mein praeceptor) am meisten geneigt, ich aber von natur aufs balgen und schlagen. daher gieng ich schon bei nacht mit ihm und seines gleichen gassatim und lernete ihm in kürze mehr untugenden ab als latein. Simpl. 1, 428 Kurz, von studentischem treiben, nachher 429, 30 herumschlingeln genannt, dem begriffe nach sowol raufhändel als liebeshändel, besonders auch nächtliche ständchen einschlieszend (s. 3); brafe edelleute und frische studenten, die courtesiren, debauchiren, gassatim agiren für ihre beste kurzweil halten. ped. schulfuchs 70.

[Bd. 4, Sp. 1435]



b) an seiner richtigsten stelle (in macaronischen versen) noch um 1700:

bursa studentorum cum tempore finstere (d. i. finsterae) noctis
cum cytharis gigisque gaszatim laufen et harpfis
inque steinos hauen etc. certamen studiosorum cum vigilibus nocturnis, vom j. 1689, weim. jahrb. 2, 444;

si bene schmausistis, tandem gassatim eatis.
hauite in steinos, ut feurum springat ab illis ... trumphierendes prosit u. s. w. das. 453.


c) im 19. jh.: ich lobt' es oft an Sokrates und Christus, dasz sie nicht in Hamburg, in Wien, oder gar in einer brandenburgischen stadt dozirten und mit ihren philanthropisten gassatim giengen. J. Paul Titan 1800 1, 72 (1, 44 der Berl. ausg., mit weglassung der auf Berlin bezüglichen worte), nicht im alten sinne, wo zudem nur nächtliches streifen in den gassen so hiesz, ob ers aus gelehrter oder lebendiger quelle hatte? vergl. Schmellers angabe 2, 73 »gassieren, gassaten oder gassatim, gassatum gehn, auf den gassen, sonderlich des nachts, herumschwärmen, durch alle provinzen Deutschlands bekannt«, bestätigt aus Nassau von Kehrein 152, aus Schwaben gassatim, in der abenddämmerung spazierend Schmid 221. auch Adelung führt es noch aus dem gemeinen leben an, wo es auch gassaten laute. seit es allgemein wurde, werdens die studenten haben fallen lassen, in Zachariäs renommisten erscheint es nicht mehr.
3) schon seit dem 16. jh. auch gassaten, mit abgestumpfter endung, die selber den häufigen gebrauch und längeren bestand bezeugt.
a) studentisch: dann fahen sie (die studenten) wider an gassaten zu gehn, und so sie in der vorigen nacht etwann einer nicht gelöffelt haben, so thun sie solches dise. Hönigers narrenschiff 99a, von nächtlichen liebeshändeln, wie im folg.;

das haben die freien studenten gethan,
die des nachts gassaten gehn. Ambr. liederb. 84, 33;

letzlich weil der bosz ist gerathn,
so geht der bawr mit Hans gassatn.
Herlicius musicomastix G 5;

die pursche gehen gassaten mit einer music. Schoch studentenleben K 5; gaszaten gehen, discurrere noctu per plateas Stieler 636, er gibt nur diese form, wie Rädlein 321b.
b) volksmäszig, nicht mehr studentisch (vgl. 1, c):

ein junger knab gassaten gieng
wol um der jungfern willen,
er gieng vor ihr schlafkämmerlein ...
Erk liederhort s. 303, volksl. des 18. 19. jh.;

jetz westa was gosategeh ist. wunderh. 3, 69,

triumphierend von einer Schwäbin gesagt zu einem burschen der zu ihr einsteigen wollte und den sie auf den mist fallen läszt. auch in Straszburg ist es noch bekannt.
c) auch bloszes gassaten, als wäre es für sich ein verbum: fressen, saufen, spielen, bulen, gassaten, schwürmen, reiszen grobe unzüchtige zotten. ganskönig vorr. 6b.
d) auch kassaten, schon im 16. jh.: bin mit i. f. g. eine ganze nacht mit der musik auf dem walle rum kassaten gegangen und der fürstin hoferecht machen laszen (d. h. ein ständchen bringen). Schweinichen 3, 71, vgl. unter 4, b;

der sperling ist ein wunderthier,
er geht des nachts cassaten,
er kömmt der magd vor die kammerthür ...
Hoffmanns v. F. findlinge s. 89,

aus einem gassenhauer in einem liederb. das frisch und voll eingeschenkte bierglas Merseb. 1685 s. 85, in obscöner anwendung. vergl. das anklingende kaschandern.
4,
a) in voller form aber auch gassatum gehn, lascivire per plateas, obambulatio nocturna Schönsleder S 4a, nachts auf der gassen muhtwillen treiben Denzler 1, 590a: nach dem nachtessen .. giengen sie herumb gassatum, hipenspilatum, mummatum, dummatum, fenstratum, raupenjagatum. Fischart Garg. 171b (Sch. 314); den 31. dec. 1634 hielte der Stelzen Mayor ein mahlzeit (in dem belagerten Augsburg), mitten in der nacht gienge er mit spilleuten gassatum und liesze mit etlichen salven das alte jahr ausschieszen. Schm.2 1, 945; noch jetzt z. b. in Österreich bekannt nach folg. (vgl. aus Baiern u. 2, c):

sub tempore nachti,
quum sterni leuchtunt ab himmlo, ibamus gassatum. weim. jahrb. 4, 381.


b) also gassatum ire mit supinum von einem macaronischen gassari, wie spatiatum ire von spatiari u. ä.; dazu gassatio, noch jetzt bair. gassation, eine serenade, z. b. »die endsgassation, nachtmusik bey fackelschein die ehmals, z. b. in München von den studierenden ihren schulvorständen, professoren

[Bd. 4, Sp. 1436]


gemacht zu werden pflegte« (am ende des schuljahres) Schmeller 2, 73, immer noch studentisch, aber zu einer art amtlicher geltung zugelassen und erhoben (wie etwa neuerdings kneipe, frühkneipe u. ä.). die besondere bed. des musicierens, ständchen bringens hat auch gassieren (s. d.), jenes gassari wieder deutscher gemacht.
c) bei gassari wird aber auch lat. grassari sich eingemischt haben, zumal es auch völlig gleich dem urspr. gassaten gehn ist, s. z. b. in juventutem grassantem in Subura incidere Liv. 3, 13, bacchari atque grassari Suet. Calig. 56. und wirklich heiszt es auch grassaten gehen, to revel, to go catterwauling (katzenmusik machen) Ludwig 806, eigentlich grassatum gehn, und noch dänisch, wo zudem gasse nicht vorhanden ist, gaae grassates, löbe grassat, 'gassaten, gassieren, bummeln auf der gasse, namentlich um ungebührlichkeiten zu begehen'. aber das ältere und ursprüngliche musz doch gassatim, gassatum sein, hervorgerufen durch gasse, das in gleicher bed., besonders vom nächtlichen liebewerben gebraucht war, s. gassengehn, DWB gasseln, DWB gassen, gasselreim.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gasschlosser, m. schlosser im dienste einer gasanstalt oder der schlosserarbeit für das gaswesen macht.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gasschlüssel, m. schlüssel zum öffnen des gasmessers im hause oder auch des gashahnes.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 11 bis 20 von 237 Nächste Treffer Vorherige Treffer
11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
Artikel 11 bis 20 von 237 Nächste Treffer Vorherige Treffer