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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gallen bis gallenbläslein (Bd. 4, Sp. 1190 bis 1191)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gallen , laut schallen, zu gall schall, wie hallen zu hall, schallen zu schall, neben gellen; mhd. noch nicht bezeugt, vgl. altengl. galien gleicher bed. Stratm. 231 (vom hunde, kukuk).
1) bei schriftstellern: da wirds denn platzen, das hie ein fürst, dort ein bischof, hie ein herr, da ein pfaff ... ligen wird (verwundet), schreien und klagen das ('s) im himel gallen und auf erdreich schallen wird. Luther 5, 56a (ausl. von ps. 118, 13), vom widerhall am himmel, wie A. Gryphius 1, 559 das echo wiedergallen nennt, vgl. DWB galm vom echo, schwed. dial. gällljud Rietz 229a;

der zucker der manier,
wenn er ist abgeleckt, so gallt die grobheit für.
Wiedemann Oct. 22.


2) noch mundartlich in Baiern Schm. 2, 29, z. b. vom widerhall des schlegels an berg und wald; kärntisch galln und gâln (s. DWB gall m. 1 sp. 1181) schallen, laut schreien Lexer 107. auch fries., auf Helgoland gâln schreien Fromm. 3, 28.
3) dazu hess. gallern besonders vom schrei des geschlagenen hundes Vilmar 115 (vgl. Schamb. 59a), von höheren gleichen tönen gillern 126; vgl. DWB galben, DWB gellen. jenes übrigens auch schwed. dial.: gallra, skalla, starkt genljuda (widerhallen) Rietz 229a.
 
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gällen, schallen, schreien, s. DWB gellen.
 
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gällen , zu galle.
1) gallig, bitter machen, mhd. gellen eig. und uneigentlich, nhd. bei Campe z. b. diesz gällte seine lust; gebräuchlich ist aber vergällen. vgl. DWB gallen 2 und 3, c.
2) gallig, bitter werden (vgl. DWB gallen 1): ich habe einen ekel an euch, und das herz gällt mir im leibe, wenn ich euch anschaue. Schiller 960a, 30 jähr. krieg 3. buch (Gustav Ad. sagt es zu seinen räuberischen deutschen soldaten). so mhd. ergellen, vom gemüte, das mit haʒʒe irgellet Jeroschin 113b, vgl. schweiz. ergälligen zornig werden (und machen) Stalder 1, 416.
3) fische gellen, ausweiden, s. DWB gallen 3, b.
 
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gällen, einstimmen, recht geben, schweiz., z. b. er hed em gäng g'gället, immer beifall gegeben Stalder 1, 416; gället, ihr herren? Gotthelf schuld. 57. s. DWB gelten, DWB gehellen.
 
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gallenader, f. vena cystica. J. G. Haas.
 
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gallenbalg, m. cistifellis. Gersdorf wundarzn. 97, Wack. voc. opt. 11a, gallenpalg eistafellis voc. 1482 k 1b, gleich gallenblase.
 
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gallenbitter, wie gallbitter. Ludwig 684.
 
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gallenbittere, f. eig. gallenbitterkeit, aber auch für die bittere galle selber: bilis gallenbitterin Dief. n. gl. 53b aus einem Augsb. voc. von 1468, gallenbiterin Wack. voc. opt. 11a, vergl.'gall oder bittere' bei Maaler sp. 1185 unten.
 
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gallenblase, f. fel, die blase welche die galle enthält (vgl.gallblase): der direktor schöpfte ohnehin allezeit beim minister die ganze gallenblase voll bitterer extrakte ein. J. Paul Tit. 1, 93; durchlöcherte gallenblase und zornschale eines ... mannes. Fibel 186; Wolkens anleit fand einen andern forscher, der die gallenblase als schwimmblase zum fortkommen im fremden element benutzte. bücherschau 2, 46; kommen aber alle diese ursachen (des misvergnügens) gar in einem einzigen menschen zusammen, so weisz er gegen seine gallenblase

[Bd. 4, Sp. 1191]


keinen rath und keinen gallengang (zur abführung der galle). Hesp. 2, 50, für die galle selber.
 
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gallenblasengang, m. s. DWB gallengang.
 
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gallenbläslein, n. gallenblase. Ludwig, gallenbläslin Henisch 1339, nl. gallenblaesken Kilian.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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