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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gallebitter bis gallenader (Bd. 4, Sp. 1189 bis 1190)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gallebitter, bitter wie galle Steinbach 1, 117: dich schlauen, gallebittern spötter. Fr. L. Stolberg im deutschen museum 1783 2, 121.
 
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gallechtig, wie gallig, felleus Henisch 1339, Stieler 596.
 
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gallee, s. DWB galee.
 
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gallen, weidm. vom wilde, sein wasser lassen, feuchten. Adelung; wol zu dem zweiten galle.
 
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gallen, in seidenfabriken, wo die seide gegallet wird, wenn sie durch ein oder zwei bäder von galläpfeln gezogen wird (zum schwarz färben). Adelung. auch gallieren.
 
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gallen , zu galle bilis, fel.
1) gallig sein, amarescere Stieler 596: mir gallet der lusttrank, dem die reue folgt. Wolke bei Campe unter lusttrank. wol ein gemachtes wort. doch vgl. nd. upgallen, anekeln (eig. aufstoszen wie galle) Schütze 2, 8.
2) amarulentum facere Stieler (vgl. 3, c), gleich dem vor. als selten bezeichnet, dabei vergallet iracundus, amarus, vgl. Frisch 1, 314b ein vergalltes gemüth u. ä., entgalltes herze oben 3, 524. s. DWB gällen 1.
3,
a) einen fisch gallen bei Adelung, ihm die galle ausnehmen, 'im gemeinen leben einiger gegenden', d. h. er hat es aus

[Bd. 4, Sp. 1190]


Frisch, der es besternt und erklärt 'fel eximere exenterando piscem', d. h. nach Stieler, wo exenterare piscem und fel extrahere getrennt; dessen quelle aber war Henisch 1338, 50, mit dem zusatze V. B., d. h. vox belgica, d. h. aus Kilian (s. spalte 1127 anm.). so kann ein nl. wort durch oder doch in den wbb. zu einem hd. werden (ein neueres eräugnis der art u. galmen).
b) hd. entspricht vielmehr im 15. jahrh. gellen, geln, auch gyllen (mit i aus e, d. h. umgelautetem), visch entgellen exenterare Dief. 216a (ohne erwähnung der galle), aus rhein. vocc.; schon mhd. gellen, engellen für ausweiden überhaupt, s. unter entgellen 3, 524. dasz da das ganze ausweiden nach der galle benannt ist, die es vor allem zu entfernen gilt, ist wol in ordnung (vgl. die 3, 524 aus Vondel angeführte bildliche redensart), und das schwed. gäla u. s. w., das J. Grimm 3, 525 (vgl. gr. 13, 525) zweifelhaft machte, kann nur zufällig anklingen, falls nicht darin wie in unserm gellen eine spätere umdeutung eines alten gemeinschaftlichen wortes steckt, denn gäla, dial. gälla ist nicht nur das abreiszen der kiemen, sondern das ausweiden des fisches überhaupt Rietz 229a; vgl. DWB kaken vom ausweiden des herings 5, 15 unten (wo kackenbrö nach knackerbrö zu berichtigen) mit kaak kinnbacken unter gake 5; norw. ist gan n. kopf, kiemen und eingeweide z. b. der häringe, gana das ausweiden Aasen2 207a.
c) nd. de fiske gallen heiszt vielmehr durch unvorsichtiges zerreiszen der galle beim ausnehmen bitter machen, 'vergällen' Brem. wb. 2, 478, de fisch is gallt, schmeckt bitter Danneil 60b (wonach 3, 524 am ende zu berichtigen).
 
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gallen , laut schallen, zu gall schall, wie hallen zu hall, schallen zu schall, neben gellen; mhd. noch nicht bezeugt, vgl. altengl. galien gleicher bed. Stratm. 231 (vom hunde, kukuk).
1) bei schriftstellern: da wirds denn platzen, das hie ein fürst, dort ein bischof, hie ein herr, da ein pfaff ... ligen wird (verwundet), schreien und klagen das ('s) im himel gallen und auf erdreich schallen wird. Luther 5, 56a (ausl. von ps. 118, 13), vom widerhall am himmel, wie A. Gryphius 1, 559 das echo wiedergallen nennt, vgl. DWB galm vom echo, schwed. dial. gällljud Rietz 229a;

der zucker der manier,
wenn er ist abgeleckt, so gallt die grobheit für.
Wiedemann Oct. 22.


2) noch mundartlich in Baiern Schm. 2, 29, z. b. vom widerhall des schlegels an berg und wald; kärntisch galln und gâln (s. DWB gall m. 1 sp. 1181) schallen, laut schreien Lexer 107. auch fries., auf Helgoland gâln schreien Fromm. 3, 28.
3) dazu hess. gallern besonders vom schrei des geschlagenen hundes Vilmar 115 (vgl. Schamb. 59a), von höheren gleichen tönen gillern 126; vgl. DWB galben, DWB gellen. jenes übrigens auch schwed. dial.: gallra, skalla, starkt genljuda (widerhallen) Rietz 229a.
 
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gällen, schallen, schreien, s. DWB gellen.
 
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gällen , zu galle.
1) gallig, bitter machen, mhd. gellen eig. und uneigentlich, nhd. bei Campe z. b. diesz gällte seine lust; gebräuchlich ist aber vergällen. vgl. DWB gallen 2 und 3, c.
2) gallig, bitter werden (vgl. DWB gallen 1): ich habe einen ekel an euch, und das herz gällt mir im leibe, wenn ich euch anschaue. Schiller 960a, 30 jähr. krieg 3. buch (Gustav Ad. sagt es zu seinen räuberischen deutschen soldaten). so mhd. ergellen, vom gemüte, das mit haʒʒe irgellet Jeroschin 113b, vgl. schweiz. ergälligen zornig werden (und machen) Stalder 1, 416.
3) fische gellen, ausweiden, s. DWB gallen 3, b.
 
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gällen, einstimmen, recht geben, schweiz., z. b. er hed em gäng g'gället, immer beifall gegeben Stalder 1, 416; gället, ihr herren? Gotthelf schuld. 57. s. DWB gelten, DWB gehellen.
 
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gallenader, f. vena cystica. J. G. Haas.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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