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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
galle bis gällen (Bd. 4, Sp. 1187 bis 1190)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) galle, f. vom vorigen verschieden (doch vgl. am ende).
1) Geschwulst, krankhafte blase, mhd. galle (s. b).
a) in einem alem. voc. des 15. jh. pustula, hutgall Dief. nov. gl. 310a. wassergall f., blasenartiger auswuchs an den augenlidern mit weiszem safte. Stieler 596, wie bei Henisch 1339, 39: wassergallen, grützgraupen der augenglider u. s. w., jetzt gerstenkorn. östr. gal f., der pips beim federvieh Castelli 136, ein bläschen ist der sitz der krankheit.
b) allgemein erhalten bei pferden, wie manches alte sonst: equum recipit und übersicht gall und überbein. Keisersberg narrensch. 24, 1 (Zarnckes Brant 449a);

wer gute ross will reiten,
musz galln und spath nicht meiden. sprichw. bei
Frisch 1, 315a.

schon mhd. in vlôʒgalle, s. u. DWB floszgalle, auch fluszgalle (und dazu d am ende). es gibt auch gelenkgalle, sehnengalle, spatgalle, steingalle, windgalle, meist eine wässerige geschwulst, galle schlechthin ein häutiger auswuchs unter der zunge ( Adelung): für die gallen im maul ... schneid die gallen herausz mit einem krummen eisen. Seuter 339. s. auch gallenspat.
c) der pferdefehler sprichwörtlich von fehlern anderer dinge, ein beweis, welch wichtige stelle damals das ross in den gedanken einnahm:

jeder (kaufmann) mit falsch vertriben bgert,
das er sins kroms mög kumen ab,
ob es gall, überbein joch hab.
Brant narr. 102, 84,

ganz nach 'gall und überbein' unter b; und schon früher, vermutlich aus der mhd. zeit her:

schin, überbein und gall
hat vil der Kriechen glaub. sleigert. (Altswert) 229, 27.


d) erklärungen des wortes aus dem 16. jahrh.: die galln sind zarte und weiche beulen, einer hasel oder andern welschen nussen grosz, und mehrer theils ohne schmerzen. werden darumb mit diesem namen genennet, dieweil sie den galläpfeln fast gleich sind, und entstehen so wol an den vordern als auch an den hindern schenkeln zwischen der groszen mause und der röhr u. s. w. Uffenbach 2, 260. Dagegen musz bei folg. an die thiergalle gedacht sein: es faren dem pferd oft gallen auf bei den glenken der bain ... schneid die haut ob der gallen auf und nimm die blasen, darinn die gall ist, mit dem finger heraus. Seuter 285, fast wörtlich noch im öcon. lex. Lpz. 1731 sp. 755, vgl. das.; die floszgalle ist (zuerst) ein fetter weicher höcker ... welcher voll gelben wassers ist. die thiergalle, d. h. der gelbe gallensaft (bilis) ist in einer blase, gallblase (fel), die ganz ausgenommen werden musz (s. DWB galle 1, a), damit der saft nicht in das schlachtthier auslaufe, und das ist offenbar hier auf die galle des rosses übertragen, in deren safte man auch eine art gift sehen mochte. vielleicht leitete man es auch aus der galle her (aus der ja das thierische gift kam, s. sp. 1186), darauf deutet wol der name vlôʒgalle, fluszgalle in

[Bd. 4, Sp. 1188]


vergl. mit gallenflusz, gallflüssig (so hiesz z. b. der krebs). Diese ableitung widerspricht nicht einmal der von gallapfel, da dieser mit seinem ätzenden gehalte auch wol an die galle denken liesz, auch äuszerlich einer galle als geschwulst durchaus gleicht.
e,
α) rom. haben beide wirklich einen namen, ital. galla ist zugleich gallapfel und floszgalle der pferde, span. agalla gallapfel und steingalle am pferdehufe, auch geschwulst am halse des menschen, mandel, daher Weigand das deutsche wort aus dem lat. ableitet, vgl. Diez 739 (2. a. 2, 305), der das deutsche nur vorsichtig zuzog. aber unser galle, vlôʒgalle ist wol weit älter als die usz welschem lande im handel eingeführten galläpfel (s. d. 2); hätte man aber die an unsern eichen und sonst vorkommenden 'galläpfel' etwa selbst schon als gallen bezeichnet (wirklich geben das Campe 2, 216a, Heinsius 2, 269b aus 'manchen gegenden' an), so wäre das sicher umgekehrt von den gallen am thierischen, menschlichen körper übertragen gewesen, es wären sich wie oft zwei verschiedene wörter durch zufall wunderbar begegnet. das bedürfnis, verschiedenes doch unter einen hut zu bringen, ist im sprachgefühl immer thätig gewesen.
β) näher liegt für uns isl. galli m. vitium, naevus Biörn 1, 267a, freilich schon altn. nur unsinnlich bezeugt, fehler, beschädigung, s. Möbius 130, Fritzner 188a. 831a (gallalaus fehlerlos), Vigfusson 187b, ein misjahr z. b. heiszt ârgalli.
γ) aber das ergänzt sich durch engl. gall wundgeriebene stelle, wolf u. ä. (vgl. gällicht), was doch nicht vom gallapfel kommen kann, altengl. galle Stratm. 231, z. b. bei Chaucer:

for trewely ther n'is non of us all,
if any wight wol claw us on the gall,
that we n'ill kike, for that he saith us soth (die wahrheit sagt). Canterb. tales 6522,

'wenn irgend ein wicht uns kratzen will an der galle', ein sittlicher fehler als wunde stelle gedacht; da kommt nord. galli, das ebenso von sittlichen fehlern galt (Egilsson 220a), genau zusammen mit engl. gall, ja nach dem kike (to kick hinten ausschlagen) ist vielleicht zugleich an pferd und floszgalle gedacht, die engl. a windgall heiszt, wie hd. windgalle (schwed. fluszgalla, dän. flaadgalle nur entlehnt). s. übrigens das weitere.
2) Galle von ähnlichen fehlern an naturdingen.
a) in bäumen harzgalle (42, 521), stelle wo sich harz klumpig gesammelt hat in fichten u. ä., vgl. Frisch 1, 420a; daher auch in balken, bretern pechgalle, ein pechgalliges bret Schm. 2, 30, vgl. Döbel 3, 60. offenbar übertragen vom menschen oder thiere auf den baum, der damit, wie auch sonst, jenen gleichgestellt ist. Auch von harten, verknorzten stellen, steingallig (vgl. b): knorrig oder steingallig (holz), das dient nicht zu drehen (drechseln), man verderbt nur die eisen drinn. Henisch 741, 25; auch beim pferde gibt es steingallen (1, b).
b) auf gestein übertragen (das man ja auch als gewachsen dachte, vgl. z. b. gediegen), in verschiedenem sinne.
α) schweiz. galle, niere, eingesprengte fremde harte steinart in felsen, auch härtere stelle im sandstein. Stalder 1, 415. auch das kann unmittelbar vom thierischen körper übertragen sein, wie deutlich bergm. niere, und druse, d. i. drüse.
β) anders folg. gallen in gestein: als er das schlosz Falkenstain erbawen, hat er den felsen ... unangesehen das er voller glesz und gallen, so nahe (bis an die mauern hinan) behawen und abschroten laszen ... das die mauren spalten (risse bekommen). Zimmer. chron. 3, 189; die glesz, genauer gelesz 188, 17 sind fugen, ritzen Schm. 2, 492, die den fels unfester machen, die gallen also ähnlich, entweder mürbe stellen, feucht von sickerndem wasser (s. c, β), oder unerwartete, unsichtbare höhlungen, auf jeden fall auch fehlerhafte stellen. in den gallen der felsen Petr. 37a.
γ) noch anders: steingallen, die gäl feüchte usz den steinen (felsen). Maaler 386a. nach dem gäl (gelb) ist da wol an galle, thiergalle gedacht die sich da bilde und ausfliesze (vgl. DWB gelbe galle sp. 1184); das gewicht fällt also auf das nasse, flieszende, vgl. c, β. — übrigens s. auch gällig von felsen.
c) ähnlich von ackergrund u. dgl., auch in verschiedenem sinne.
α) galle ein unfruchtbarer, schlechter fleck im ackergrund, auch auf wiesen, erdgalle (schwäb. erdgall Schmid 217), ackergalle; so in Thüringen, Sachsen und weiter, oberlaus. mit der untersch. als brandgalle, wenn die früchte da leicht vertrocknen, verdorren, sandgalle wo viel sand ist Anton 8, 10. im Algäu griesgallen steinichte wiesenstriche Schmid 243, bair. Schm. 2, 121.
β) wieder auch von nässe, wo sie hinderlich ist, schles. 'nasse quellige stelle im acker' Weinh. 25b, zips. Schröer 52b; auch im westen, z. b. hessisch, in der gemarkung Groszenbuseck bei Gieszen

[Bd. 4, Sp. 1189]


heiszt ein landstück gallacker. Genauer bair. naszgalle Schm. 2, 30, wassergalle oberlaus. u. a., hier auch sorgalle, surgalle Anton 8, 10 (zum letzten s. Schm. 3, 281). Wenn man darunter auch die nässe selbst versteht, wie Frisch 1, 315a, Schmeller ('hervorquellende flüssigkeit, wo man sie hinderlich oder fehlerhaft findet'), so ist das begreiflich, es ist wie bei Maaler unter b, γ, aber nicht der hauptbegriff. tirol. auch eisgallen 'ebene stelle wo sich eis bildet' Schöpf 171. s. auch ackergalle, und diesz schon bei Megenberg 179, 5 var. (15. jh.).
γ) dasz auch das in die altgerm. vorzeit reicht, beweist engl. galls, springs or wet places in a field (mit adj. gally wie hd. gallicht) Halliwell 390a; dasselbe ist 394b gauls, spots where grass, corn or trees have failed, und 390b galls, bare places in a crop. auch da ist das fehlerhafte der begriff, durch trockenheit, nässe oder sonst was herbeigeführt. so kann auch die berührung mit dem begrifflich anscheinend gleichen adj. gal, gel sp. 1182 nur zufällig sein, ein stellenweises verflieszen nicht ausgeschlossen.
d) dasselbe an den himmel versetzt.
α) irina, wassergalle, ein meteoron so schier dem regenbogen gleichet. Kirsch cornu copiae 1, 611a, iris imperfecta Steinbach 1, 538, 'ein falscher regenbogen' Lohenstein, d. h. ein versprengtes stück regenbogen, oder auch der zweite blässere regenbogen (thür.); auch wettergalle und regengalle, man sieht sie als mehr regen verkündend an.
β) auch eine auffallend helle stelle im wolkenhimmel heiszt galle, wo sie durch die sonne unerklärlich scheint, auch windgalle als sturm verkündend, so z. b. in Sachsen; vgl. Adelung.
γ) auch das rückt in die germ. vorzeit durch engl. watergall regengalle, isl. hafgall n. irina, regenbogenfarbiger luftschein zur see (haf) Biörn 1, 318a, nach dem n. an gall bilis angelehnt. Das wird urspr. gemeint sein als eine art fehler am himmel, der etwas andeutet, ein wink der götter. vielleicht ist es kein zufall, dasz wassergalle am himmel, auf äckern und am menschenauge (1, a) vorkommt, wie windgalle am himmel und bei pferden (1, b).
3) Auch einiges andere noch wird sich dem unterordnen.
a) galle, fehlerhafte stelle in der seele einer kanone. Adelung, offenbar aus dem gieszhause, vom gieszen stammend, eig. eine luftblase in der masse?
b) glasgalle, der weisze flüssige schaum, der sich in den glastöpfen von dem geschmelzten glase scheidet Adelung, schaum so auf dem glas schwimmt Frisch 1, 315a, axungia, sal vitri, auch fel vitri das., also wieder auch an die thiergalle angelehnt. ähnlich theergalle in theerbrennereien ( Campe).
c) Adelung bringt aus Opitz bei: so bald die seele gesegnet hat (abschied genommen), so sehen wir, dasz das übrige gewesen sei ein schleim und galle, ein gestank und etwas das ich nicht nennen mag, und legt es als fäulnis aus, unter zuziehung von nd. galle die fäulnis im käse (brem. wb. 2, 478); doch mag Opitz nichts als galle fel meinen, als schlechter bodensatz gedacht.Aber es erhebt sich am schlusse überhaupt die frage, ob nicht diesz galle doch von haus aus eins sei mit der thiergalle, diese als das gedacht, was beim schlachtthiere, opferthiere allein unbrauchbar, gleichsam ein fehler war, um so mehr als beide gallen in der blasenform wie als unbrauchbares nasz vielfach zusammenkommen. die verschiedene ausprägung in altn. gall n. und galli m. wäre wol begreiflich als eine folge späterer theilung.
 
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gallebitter, bitter wie galle Steinbach 1, 117: dich schlauen, gallebittern spötter. Fr. L. Stolberg im deutschen museum 1783 2, 121.
 
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gallechtig, wie gallig, felleus Henisch 1339, Stieler 596.
 
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gallee, s. DWB galee.
 
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gallen, weidm. vom wilde, sein wasser lassen, feuchten. Adelung; wol zu dem zweiten galle.
 
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gallen, in seidenfabriken, wo die seide gegallet wird, wenn sie durch ein oder zwei bäder von galläpfeln gezogen wird (zum schwarz färben). Adelung. auch gallieren.
 
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gallen , zu galle bilis, fel.
1) gallig sein, amarescere Stieler 596: mir gallet der lusttrank, dem die reue folgt. Wolke bei Campe unter lusttrank. wol ein gemachtes wort. doch vgl. nd. upgallen, anekeln (eig. aufstoszen wie galle) Schütze 2, 8.
2) amarulentum facere Stieler (vgl. 3, c), gleich dem vor. als selten bezeichnet, dabei vergallet iracundus, amarus, vgl. Frisch 1, 314b ein vergalltes gemüth u. ä., entgalltes herze oben 3, 524. s. DWB gällen 1.
3,
a) einen fisch gallen bei Adelung, ihm die galle ausnehmen, 'im gemeinen leben einiger gegenden', d. h. er hat es aus

[Bd. 4, Sp. 1190]


Frisch, der es besternt und erklärt 'fel eximere exenterando piscem', d. h. nach Stieler, wo exenterare piscem und fel extrahere getrennt; dessen quelle aber war Henisch 1338, 50, mit dem zusatze V. B., d. h. vox belgica, d. h. aus Kilian (s. spalte 1127 anm.). so kann ein nl. wort durch oder doch in den wbb. zu einem hd. werden (ein neueres eräugnis der art u. galmen).
b) hd. entspricht vielmehr im 15. jahrh. gellen, geln, auch gyllen (mit i aus e, d. h. umgelautetem), visch entgellen exenterare Dief. 216a (ohne erwähnung der galle), aus rhein. vocc.; schon mhd. gellen, engellen für ausweiden überhaupt, s. unter entgellen 3, 524. dasz da das ganze ausweiden nach der galle benannt ist, die es vor allem zu entfernen gilt, ist wol in ordnung (vgl. die 3, 524 aus Vondel angeführte bildliche redensart), und das schwed. gäla u. s. w., das J. Grimm 3, 525 (vgl. gr. 13, 525) zweifelhaft machte, kann nur zufällig anklingen, falls nicht darin wie in unserm gellen eine spätere umdeutung eines alten gemeinschaftlichen wortes steckt, denn gäla, dial. gälla ist nicht nur das abreiszen der kiemen, sondern das ausweiden des fisches überhaupt Rietz 229a; vgl. DWB kaken vom ausweiden des herings 5, 15 unten (wo kackenbrö nach knackerbrö zu berichtigen) mit kaak kinnbacken unter gake 5; norw. ist gan n. kopf, kiemen und eingeweide z. b. der häringe, gana das ausweiden Aasen2 207a.
c) nd. de fiske gallen heiszt vielmehr durch unvorsichtiges zerreiszen der galle beim ausnehmen bitter machen, 'vergällen' Brem. wb. 2, 478, de fisch is gallt, schmeckt bitter Danneil 60b (wonach 3, 524 am ende zu berichtigen).
 
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gallen , laut schallen, zu gall schall, wie hallen zu hall, schallen zu schall, neben gellen; mhd. noch nicht bezeugt, vgl. altengl. galien gleicher bed. Stratm. 231 (vom hunde, kukuk).
1) bei schriftstellern: da wirds denn platzen, das hie ein fürst, dort ein bischof, hie ein herr, da ein pfaff ... ligen wird (verwundet), schreien und klagen das ('s) im himel gallen und auf erdreich schallen wird. Luther 5, 56a (ausl. von ps. 118, 13), vom widerhall am himmel, wie A. Gryphius 1, 559 das echo wiedergallen nennt, vgl. DWB galm vom echo, schwed. dial. gällljud Rietz 229a;

der zucker der manier,
wenn er ist abgeleckt, so gallt die grobheit für.
Wiedemann Oct. 22.


2) noch mundartlich in Baiern Schm. 2, 29, z. b. vom widerhall des schlegels an berg und wald; kärntisch galln und gâln (s. DWB gall m. 1 sp. 1181) schallen, laut schreien Lexer 107. auch fries., auf Helgoland gâln schreien Fromm. 3, 28.
3) dazu hess. gallern besonders vom schrei des geschlagenen hundes Vilmar 115 (vgl. Schamb. 59a), von höheren gleichen tönen gillern 126; vgl. DWB galben, DWB gellen. jenes übrigens auch schwed. dial.: gallra, skalla, starkt genljuda (widerhallen) Rietz 229a.
 
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gällen, schallen, schreien, s. DWB gellen.
 
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gällen , zu galle.
1) gallig, bitter machen, mhd. gellen eig. und uneigentlich, nhd. bei Campe z. b. diesz gällte seine lust; gebräuchlich ist aber vergällen. vgl. DWB gallen 2 und 3, c.
2) gallig, bitter werden (vgl. DWB gallen 1): ich habe einen ekel an euch, und das herz gällt mir im leibe, wenn ich euch anschaue. Schiller 960a, 30 jähr. krieg 3. buch (Gustav Ad. sagt es zu seinen räuberischen deutschen soldaten). so mhd. ergellen, vom gemüte, das mit haʒʒe irgellet Jeroschin 113b, vgl. schweiz. ergälligen zornig werden (und machen) Stalder 1, 416.
3) fische gellen, ausweiden, s. DWB gallen 3, b.
 
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gällen, einstimmen, recht geben, schweiz., z. b. er hed em gäng g'gället, immer beifall gegeben Stalder 1, 416; gället, ihr herren? Gotthelf schuld. 57. s. DWB gelten, DWB gehellen.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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