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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gallblase bis galle (Bd. 4, Sp. 1183 bis 1187)
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[Bd. 4, Sp. 1183]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gallblase, f. vesicula fellis, worin der bittere saft der galle eingeschlossen ist. Frisch 1, 314b, Rädlein 318b. schw. gallblsa. vgl. gallenbläslein. Auch gallblase blutader, vena cystica Frisch.
 
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gallblasengang, m. ductus cysticus. Frisch, schwedisch gallblsegng. vgl. DWB gallengang.
 
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gallblasenstein, m. stein der sich in der gallenblase bildet, gallenstein. schwed. gallblsesten.
 
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gallblater, f. choledocus. Denzler 2, 121a (mhd. blâtere, blase), wie folg.; vgl. DWB gallenblatter. ebenso engl. gall-bladder.
 
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gallblätterlein, n. wie gallblase. Aler 833b.
 
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galle, rotwelsch für pfarrer, s. DWB galch.
 
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galle gleich gala, s. d.
 
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galle, f. gallapfel u. ä.(?) Campe, s. das dritte galle.
 
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galle, tintinnabulum. Wackern. voc. opt. 21b, später kalle, kal m.; s. DWB kal. galle scheint an gellen, gall angelehnt, vergl. gelle cither, und nd. geyl sonorosus sicut campana Dief. nov. gl. 95a (s. DWB gell). ähnlich gloggenhalm vel schwenkel, tintinnabulum Dief. nov. gl. 365a, zu hellen, hall?
 
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galle, f. fel, ahd. gallâ, alts. galla, ags. gealla m., altn. gall n.; mhd. galle, nl. gal f., engl. gall, schwed. galle m., dän. galde. Urverwandt gr. χολή galle, χόλος galle, grimm, lat. fel, altsl. žlŭčĭ, soll urspr. die 'grüne' bedeuten (vgl. DWB gelb), s. Curtius gr. et.2 185. Lange galt im nom. gall, s. die beispiele, selbst bei Luther (3, a).
1) Von der galle selber.
a) einem thiere die galle ausnehmen Ludwig 684, beim zurüsten in der küche (vgl.gallen); fischgalle, rindsgalle, ochsengalle u. a. (galle gleich gift, z. b. otterngalle, s. 2, c). sprichwörtlich die omeiszen haben auch ein gall Henisch 1339, 50, können auch böse werden; ein jedes thierlein hat seine gall Aler 833b. gewisse thiere aber haben wirklich keine galle:

man liset ouch von der tûben ...
sî ist gar âne galle.
Haupt 1, 155,

was früh sittlich-geistlich gewendet wurde:

dô sante er ûʒ eine tûben (Noah aus der arche)
âne der untriuwen gallen. genesis 27, 33,

daher von reinen frauen, gleich der Maria:

im (kaiser Philipp in Magdeburg) sleich ein hôhgeborniu küneginne nâch,
rôs âne dorn, ein tûbe sunder gallen.
Walther 19, 13.

ebenso das reh Freid. 141, 5 u. a.: das camelthier hat kein underschidliche gall, wie der elephant. dannenhero lebt er desto lenger, dann alle thier, welche wenig gall haben, wie der hirsch, elephant und kamelthier, leben .. lang, seitemal, wie jener spricht: die gall verursachet alle krankheiten. das camelthier hat kein gall, denn es hat ein sehr gesunde leber und blut (die galle sondert sich aus der leber ab). Albertinus schauplatz 226. diese annahmen gehn auf Aristoteles zurück, s. Megenberg 29, 17 ff.
b) lange wurden galle und honig gesellt als das bitterste und süszeste (vgl. gallenbitter, bitter wie galle); so mhd., wo man thiergalle als arzenei brauchte, mit honig gemildert (z. b. Pfeiffers zwei d. arzneib. 38, 23 u. ö.), auch mit honig vielfach die speisen anmachte (s. z. b. das buch von guter speise), sodasz beides der erfahrung nahe lag, keiner gelehrten entlehnung bedurfte. so z. b. (mehr bei Zingerle sprichw. im ma. 71. 72):

als der (wie wenn einer) zuo der gallen
sîn süeʒeʒ honec giuʒet. Iwein 1580,

angewandt auf die minne, vergl. lat. mit reimformel amor et melle et felle fecundissimus Plaut. Cistell. 1, 71. nhd. noch sprichwörtlich, sittlich gewendet: wer nicht galle versucht hat, weisz nicht wie honig schmeckt. Simrock 2994; es musz kein opfer ohn salz, kein honig ohn gallen sein. Henisch 1339; honig im munde, gall im herzen, mel in ore, fel in corde Stieler 596, bei Henisch 1339, 51 'han honig im maul, die gall im herzen, sihe jungkfrawen' (galle gleich falschheit, s. 2, b); vgl. schon mhd. die lechelære, den diu zunge honget und daʒ herze gallen hât Walther 30, 13.
c) von der galle des menschen.
α) die galle hilft verdauen, daher der ruf eines der viel zu essen gedenkt: spick galle, meine ist feiszt (kann viel verarbeiten). Fischart Garg. 45b (Sch. 71 kuck galle); vgl. bei Megenberg: diu gall ist haiʒ und trucken und feureiner natûr .. darumb hât si got der lebern zuo gesellt, daʒ si ir helf kochen daʒ eʒʒen, daʒ ir gesant wirt von dem magen. 28, 23. vgl.magengalle bei Frisch 1, 314b aus Ryff.
β) von guten, milden menschen heiszt es, wie von der taube, sie seien 'ohne galle' (mhd. wîp sint âne gallen MSH. 2, 316b),

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was doch zugleich schon in 2 umschlägt: er hat kein gall, columbâ mitior est. Aler 833b, vgl. gall-los;

gar senftmuetig an alle gall. meisterges. Berl. hs. fol. 23 no. 10.

aber es ist urspr. ganz leiblich gemeint, nach gelehrter überlieferung: Plinius der spricht, daʒ etsleich leut niht gallen haben, iedoch vinde man ir wênich, und daʒ si lang leben. Megenb. 28, 32.
γ) ganz sinnlich noch ist das überlaufen der galle (ins herz, ins blut, in den magen) bei ärger, zorn, grimm: dem die gall übergehet, biliosus. Dasyp. 335b (das. gall, herzwasser, bilis);

denn ist die gall mir überlaufen,
das ich ir thu ein kappen kaufen (sie schlage).
H. Sachs 1, 450a;

niemanden die galle überlaufend machen. colica vorr., überlaufen machen Frisch; die galle läuft mir gleich über, wenn ... Lessing 12, 105; alles, was man da (in Berlin) sieht, musz einem ja die galle ins geblüt jagen. 12, 213.
δ) ein solcher wird 'grün und gelb' (vor ärger, setzt man auch hinzu), im gesichte, was man der bis dahin gelangenden galle zuschreibt, die ja auch theils grün theils gelb ist: hat sie des morgens nicht ausgeschlafen und sieht von der galle grün und gelb aus, so kann ich drauf rechnen, dasz ich auf den abend braun und blau aussehe. Weisze kom. op. 2, 11.
ε) ärztlich gefaszt: wenn die gall überlauft, so entstand schwäre krankheiten. Maaler 155d, nach Cic.: cum .. redundat .. bilis, in corpore morbi .. nascuntur. Tusc. 4, 10; mit überlaufung, ergieszung oder aufsteigung der galle geplaget sein Ludwig; ihre galle ist eine zeit lang stille gewesen, aber nun hat sie sich desto stärker ergossen. Adelung. s. auch gallenüberlauf.
d) von der galle leitete man nämlich krankheiten her (vergl. Albertinus unter a) und benannte sie danach.
α) krankheit von der gallen, die unden oder oben von eim bricht als gemeinlich das herzwasser, cholera. Maaler; einer der vast von der gallen krank wirt, cholericus. ders.; es hat ihm die galle geschweiszt. Henisch 1338, von einem der von einer plötzlichen gemütsbewegung, wie zorn, den tod hatte, vergl. bittere schweisz wie gall, sudores fellei (Plin.) Maaler, mit gall vermischter schweisz, felleus sudor Aler.
β) man unterschied schwarze und gelbe galle, auch diesz nach gelehrter, urspr. griechischer überlieferung, ἡ ξανθὴ χολὴ ἢ ἡ μέλαινα Sextus Empir. 13, 24 Bekk., lat. atra oder nigra bilis (schon Plaut.) und flava bilis. 'Die schwarze galle, atra bilis, ein von der vorigen (eigentlichen) galle verschiedener, brauner dicker saft, der von dem blute abgesondert wird, sich in den nebennieren befindet, und ein merkmahl eines mürrischen, verdrieszlichen und zornigen temperamentes ist' Adelung 2, 394; der schwarzen groben gall sitz ist der milz, splen domicilium melancholiae, feculenti et limosi sanguinis. Henisch 1339, 47; schwarz geblüt, galle, melancholia. Stieler 1956, vgl. Frisch 1, 314b. mhd. auch swarze colera (vgl.γ am ende): der hunt ist von natûren kalt unde trucken (s. 5, 78 ff.), dâ von daʒ diu swarze colera an im gewaldic ist. swenne diu vûlet in deme hunde, sô wirt er wüetende. fundgr. 1, 324. man bemerke, wie bei Henisch, Stieler die bezeichnung als galle und blut wechselt. dem schwarzen geblüt entspricht 'cholera, verbrant blut' etc. 5, 1616 u. koller 1, c, daʒ swarze, auch verbrant blut u. ä., cholera Dief. 131a, und auch die schwarze galle las ich im 18. jh. als 'verbrannte' bezeichnet, vgl. DWB entzündung der galle, cholera Stieler 596, und mhd. (aus griech. quellen): colericus, der hât des pluotes ze vil unde der fiuhte ze luzil .. der muoʒ durch nôt gâhmuotes sîn, wan im diu galle schiere enbrinnet ... Pfeiffers zwei d. arzneib. 21, 9.
γ) die gelbe dagegen ist die eigentliche (grün bei pflanzenfressenden thieren): 'galle ist ein bitterer, scharfer und der farbe nach gelber saft .. entspringet aus dem geblüt, davon sie in der leber durch eigene drüszgen abgesondert und in der bekannten gallenblase gewohnlich gesammlet wird' u. s. w. öcon. lex. 754; bilis, fel, χολὴ ξανθὴ ἢ κροκοειδὴς, γλυκύ, quasi dulce, a contrario sensu, cum sit amarissimum, testibus Plinio et Aureliano, al. gal, belg. de galle oft (oder) cholera. Junius nomencl. 1577 16b (darauf folgend bilis atra, μελαγχολία, μελαγχλωρὸς χολή); gelb gall, flava bilis, subtilis, mordax, amara, similis spumae, medio epate, fel excipiens. Henisch 1339, 43, vgl. noch Stieler 596, Frisch 1, 314b (Adelung erwähnt ihrer nicht mehr), bei letzterem mit dem zusatze 'cholerische feuchtigkeit, cholera', die galle selbst (lat.) cholera genannt, wie bei Frischlin nom. c. 51, Kirsch corn. 1, 208b, mhd. unter β, nl. vorhin bei Junius und

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engl.: die gelbe galle, gall or choler Ludwig 684, auch ital. collera, sp. colera, älter franz. colère. von der 'cholerischen feuchtigkeit' kam sowol die cholera als krankheit (s. DWB gallenruhr), als das cholerische temperament, s. hd. koller zorn 5, 1616, das überhaupt zu vergleichen ist, vgl. DWB gallenkollerig.
δ) früher auch 'rote galle': colera rubea, fuchtikeit die da ist warm (s. 5, 79) rote (l. röte) vel die rote gal. Melber varil. d 3a. vergl.'rufa bilis': nonnunquam stomachus primum rufam bilem per os reddit, deinde viridem, quibusdam etiam nigram. Frisius 155b s. v. reddere bilem, kotzen, also wol der gelben gleich.
ε) von all dieser gelehrsamkeit war am ende des 18. jh. noch übrig, theilweis wol noch jetzt, die schwarze galle, eig. übersetzung des gr. μελαγχολία (wie atra bilis bei Cic. Tusc. 3, 5): werden sie mir denn ewig meine einsamkeit und meine schwarze galle vorwerfen? Adelung ohne den nachweis;

die schwarze galle quält
auch mich — ein scharfer, strafender blick
musz oft bei buhlenden für schwarze galle gelten.
Schiller 15b (Sem. 1),

völlig auch für die gallige stimmung oder krankheit selber. auch kurz 'die galle plaget ihn, von einem mürrischen menschen, dessen dickes zähes blut viele schwarze galle absondert'. Adelung. s. auch schwarzgallig, gallenschwarz.
e) auf der schwelle zwischen 1 und 2 bewegen sich wendungen wie folg.: er hat keine galle bei sich, irae expers, mitis et mansuetus est. Stieler, vgl. unter 1, c; einer der bitterer galle ist, cujus cor in felle situm. Steinbach 1, 537; er ist voll bitterer galle. Frisch; ich sehe, das du bist vol bitterer galle. apost. gesch. 8, 23; hoffe nicht dasz hiedurch jemanden .. die galle sei rege gemacht worden. Riemer pol. maulaffe vorr. 9b; wenn ich ihn nur erblicke, so erregt er bei mir die galle, he raises my choler Ludwig 684; die beschämung erregte seine galle. Arnim kronenw. 1, 358, wie lat. bilem movere, griech. χολὴν κινεῖν. die galle schwillt, wächst (wie der zorn u. ä.):

in wuohs diu nîtgalle
von dem zorne, den si truogen. Lanz. 2062;

dasz mir die galle schwillt.
Wieland (1853) 12, 249;

so sehr .. die gall' ihm stieg. 11, 48;

und bitter, immer bittrer ruht' er nicht,
bis er den reinsten tropfen bluts in mir
zu galle wandelte.
Göthe 9, 160 (Tasso 2, 4);

schon fieng die galle mir an zu kochen. 24, 106, was sich trefflich an das überlaufen der galle 1, c bildlich anschlieszt.
2) Galle für die gallige stimmung selber, zorn, grimm, erbitterung u. ä., wie schon homer. χόλος, lat. bilis, franz. colère (s.koller): galle im gemüth, ira. Frisch 1, 314b.
a) den völligen übertritt in diese bed. zeigt die vernachlässigung des urspr. bildes, das eintreten anderer, z. b.: nun nun, herr schösser, mäszige er seine galle. Weisze kom. op. 1, 178 (liebe auf d. l. 3, 3); und was er noch mehr aus ärger und galle ausspie. Fr. Müller 1, 233, vgl. unter c;

wenn auch solcher die galle den selbigen tag noch zurückhält,
dennoch hegt er beständig den heimlichen groll in dem busen.
Voss Il. 1, 81;

aber er hat nicht gall in der brust, der träge Achilleus. 2, 241;

selten hat ein grobian galle. Lessing 1, 511 (Minna v. B. 1, 2); wo ist eure munterkeit, witz, galle, alle das nun? Lenz 1, 213; die freimüthigkeit, womit ich ohne galle oder übermuth meine meinung .. sagte. Wieland 2, 113; seiner galle durch ziemlich bittre spöttereien ... luft gemacht. 7, 137; vor galle bersten; kritische galle. J. Paul 6, 29; nur in solchen brusthöhlen .. ist ein solcher bund von lust und galle denklich. Tit. 3, 149;

auch mir zuweilen machts ein bischen galle,
dasz ich so wenig noch gethan auf erden.
Platen 321.

jetzt sagt man lieber ganz abstract bitterkeit, doch mit einem letzten zipfelchen der urspr. sinnlichen vorstellung (vgl. die gall oder bittere, bilis, cholera, fel Maaler und dazu gallenbittere). nd. ik heff en gall up em, suche ihm etwas anzuhaben Schütze 2, 8. Übrigens auch mhd. schon mehr abstract, z. b. zornes, leides galle, welches letztere doch zugleich an 3 streift:

nû huop sich ein bitter nôt
und alles leides galle ...
in frowen Enîten muote. Erec 5740, der höchste schmerz;

alsô (wie eis vor der sonne) zergienc und zersleif ...
sînes zornes galle. Flore 7215;

den hôhen got erwegte zornes galle.
Bartsch liederd. s. 283;

[Bd. 4, Sp. 1186]



sîn zornlîche gallen
wolde in der richter zeigen. pass. K. 173, 46.


b) mhd. besonders auch von falschheit, wie sie in neid, bosheit sich offenbart (s. mhd. wb. 1, 459a), z. b.:

mit triuwen âne gallen
si sich underkusten. Wigal. 245, 21,

vgl. nîdes galle Licht. 621, 30, daher:

sô man die guoten vor mir lobet,
mîn gall in mînem lîbe tobet (wie kocht 1, e). lieders. 3, 25.

und so noch nhd. in nachklängen (s. schon unter 1, b):

wer das honig führt im mund
und hat die gall beim grund (wie beim herzen ebend.),
den halt ich für keinen freund,
schwur er gleich zu aller stund.
Henisch 1339;

honig im mund, im herzen gall
ist jetzund bräuchlich überall. das.;

ein wahrer freund hat kein galle bei ihm. das.
c) stabreimend verstärkt gift und galle. man leitete nämlich das thiergift aus der galle her, es sollte aus dieser flieszen (Plin. hist. nat. 11, 37), daher auch galle völlig gleich gift: er wird der ottern galle saugen, und die zunge der schlangen wird in tödten. Luther Hiob 20, 16, vgl. unter 3, a, und gallenzahn. daher von menschen
α) mehr von bosheit als zorn: gift und galle, bitterkeit, pestilenz .. amaritudo animae, πικρία τῆς ψυχῆς. Henisch 1619;

der lauter gall und gift in tückschem herzen kocht.
A. Gryphius 1, 31 (vgl. 5, 1186
Günther);

sie spein auf fürsten oft stank, rasen, gift und gallen. 1, 389;

mein herze schäumte wider denselben gift und galle. Plesse 3, 99, vgl. unter c; gift und galle möchte ich speien, so toll bin ich (vor erbitterung). Lessing 1, 285, wie gr. χολὴν ἐμεῖν, weil der zornkranke wirklich galle mit ausspeit, die in den magen getreten (vgl. Maaler 1, d, α), speien galt überhaupt von zornausbrüchen, vergl. köcken II, 4. gift und galle im herzen schepfen s. 3, c.
β) auch der boshafte selber, besonders im zorne, 'ist gift und galle', der ganze mensch darein verwandelt: des Esaw beide weiber waren gift und galle, waren böse katzen u. s. w. Henisch 1619. noch jetzt er ist gift und galle auf ihn, vergl. unter gift. s. dazu 4.
γ) übrigens auch von schwerem leide (halb zu 3 gehörig): gift und gall, eitel herzleid, acerbitas animi. Henisch 1338, 12. und dichterisch als trank behandelt, den einer schlucken musz (vgl. 3, c):

kan etwas, was er (der fürst) schafft, wol ungetadelt bleiben?
er zagt vor seinem (eignen) schwert; wenn er zu tische geht,
wird der gemischte wein, der in (l. ing) crystalle steht,
in gall und gift verkehrt.
A. Gryphius 1, 18 (Leo Arm. 1, 387).

eigen auch gischt und galle, wol nach jenem gebildet:

musz der augenblicke süszter
sich zu gischt und galle wandeln!
Göthe 41, 37.


3) Von gallenbittern dingen.
a) von eszbarem, trinkbarem: ire drauben sind gall, sie haben bittere beere. ir wein ist trachengift und wütiger ottern gall (s. 2, c). Luther 5 Mos. 32, 32. 33, var. ire beer ist ein gallbeere.
b) von leid und not:

zucker der zeiten, die liebliche frucht,
die wir mit sehnen und seufzen gesucht,
süszet die galle der schäden und plagen,
die wir ausz frevel des krieges ertragen.
Logau 3, 213 (an dem tauftage eines jungen prinzen);

die gall des unglükkes kosten. Butschky kanz. 679; mit der bittersten galle des elendes diser welt eingenezzet und begossen. 678; mit der bitteren gall und wermut des unglükkes befeuchtet und vermischt. 686. vgl. mhd. leides galle unter 2, a. was einen erbittert, was er verschmäht, ist ihm galle (vgl. 4):

sô was ot ir ein galle,
swaʒ man ir sulcher rede bôt. pass. K. 331, 94.


c) das wird gern als ein trank, gallentrank gefaszt, mit zurückgreifen auf das bild von der galle als arzenei (1, b), vgl. auch von Christus: gaben sie im essig zu trinken mit gallen vermischet. Matth. 27, 34, und sonst biblisch: darumb spricht .. der gott Israel also, sihe ich wil dis volk mit wermut speisen und mit gallen trenken. Jerem. 9, 15. 23, 15; wie ich so elend und verlassen, mit wermut und gallen getrenkt bin. klagl. Jer. 3, 19. daher galle schlucken (müssen), 'bitteres' hören,

[Bd. 4, Sp. 1187]


erfahren, 'verdauen' müssen u. ähnl.: ich empfahl mich, um nicht über ein weiteres deraisonnement noch mehr galle zu schlucken. Göthe 16, 95 (Werther 1775 s. 120); sehen sie, Wollmar! aus eben dem kelche, woraus sie bittre galle schöpfen, schöpft meine laune lustige scherze. Schiller 700b, vgl. bei Luther: das .. sie (die entzweiten gatten) darnach .. eitel gift und galle in irem herzen wider einander schepfen. Dietz 2, 5a; sie schüttete noch in seine letzten minuten galle. J. Paul uns. loge 2, 129. vgl gallentrank, gallenwein.
d) etwas anders der sünden galle:

ein solch mann meidt der sünden gallen.
H. Sachs 2, 1, 82d,

die sünde vergällt die seele, das seelenheit, es ist eine mhd. vorstellung.
4) Endlich heiszen böse, gallige menschen selber galle:

nû swîc, dû übele galle. Gudr. 1278, 1;

gank hen, du bitter galle.
Haupt 3, 499,

beide mal zu frauen gesagt. aber auch männlich:

er ist wol ain pöse gall. fastn. sp. 438, 2.

zankgalle, zänkerin zeitschr. des v. f. hess. gesch. 6, 215. vergl. mhd. hovegalle einer der das hofleben vergällt, neitgalle felliticus, fellitus fundgr. 1, 385b, Schm.2 1, 890.
5) Ähnlich galle für giftpflanze: und solcher rat grünet auf allen furchen im felde wie galle. Luther Hosea 10, 4; urspr. war übersetzt wie unkraut, das hebr. wort bedeutet ein giftiges ackerkraut. vgl. DWB erdgalle, das wol Luther meinte.
 
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galle, f. vom vorigen verschieden (doch vgl. am ende).
1) Geschwulst, krankhafte blase, mhd. galle (s. b).
a) in einem alem. voc. des 15. jh. pustula, hutgall Dief. nov. gl. 310a. wassergall f., blasenartiger auswuchs an den augenlidern mit weiszem safte. Stieler 596, wie bei Henisch 1339, 39: wassergallen, grützgraupen der augenglider u. s. w., jetzt gerstenkorn. östr. gal f., der pips beim federvieh Castelli 136, ein bläschen ist der sitz der krankheit.
b) allgemein erhalten bei pferden, wie manches alte sonst: equum recipit und übersicht gall und überbein. Keisersberg narrensch. 24, 1 (Zarnckes Brant 449a);

wer gute ross will reiten,
musz galln und spath nicht meiden. sprichw. bei
Frisch 1, 315a.

schon mhd. in vlôʒgalle, s. u. DWB floszgalle, auch fluszgalle (und dazu d am ende). es gibt auch gelenkgalle, sehnengalle, spatgalle, steingalle, windgalle, meist eine wässerige geschwulst, galle schlechthin ein häutiger auswuchs unter der zunge ( Adelung): für die gallen im maul ... schneid die gallen herausz mit einem krummen eisen. Seuter 339. s. auch gallenspat.
c) der pferdefehler sprichwörtlich von fehlern anderer dinge, ein beweis, welch wichtige stelle damals das ross in den gedanken einnahm:

jeder (kaufmann) mit falsch vertriben bgert,
das er sins kroms mög kumen ab,
ob es gall, überbein joch hab.
Brant narr. 102, 84,

ganz nach 'gall und überbein' unter b; und schon früher, vermutlich aus der mhd. zeit her:

schin, überbein und gall
hat vil der Kriechen glaub. sleigert. (Altswert) 229, 27.


d) erklärungen des wortes aus dem 16. jahrh.: die galln sind zarte und weiche beulen, einer hasel oder andern welschen nussen grosz, und mehrer theils ohne schmerzen. werden darumb mit diesem namen genennet, dieweil sie den galläpfeln fast gleich sind, und entstehen so wol an den vordern als auch an den hindern schenkeln zwischen der groszen mause und der röhr u. s. w. Uffenbach 2, 260. Dagegen musz bei folg. an die thiergalle gedacht sein: es faren dem pferd oft gallen auf bei den glenken der bain ... schneid die haut ob der gallen auf und nimm die blasen, darinn die gall ist, mit dem finger heraus. Seuter 285, fast wörtlich noch im öcon. lex. Lpz. 1731 sp. 755, vgl. das.; die floszgalle ist (zuerst) ein fetter weicher höcker ... welcher voll gelben wassers ist. die thiergalle, d. h. der gelbe gallensaft (bilis) ist in einer blase, gallblase (fel), die ganz ausgenommen werden musz (s. DWB galle 1, a), damit der saft nicht in das schlachtthier auslaufe, und das ist offenbar hier auf die galle des rosses übertragen, in deren safte man auch eine art gift sehen mochte. vielleicht leitete man es auch aus der galle her (aus der ja das thierische gift kam, s. sp. 1186), darauf deutet wol der name vlôʒgalle, fluszgalle in

[Bd. 4, Sp. 1188]


vergl. mit gallenflusz, gallflüssig (so hiesz z. b. der krebs). Diese ableitung widerspricht nicht einmal der von gallapfel, da dieser mit seinem ätzenden gehalte auch wol an die galle denken liesz, auch äuszerlich einer galle als geschwulst durchaus gleicht.
e,
α) rom. haben beide wirklich einen namen, ital. galla ist zugleich gallapfel und floszgalle der pferde, span. agalla gallapfel und steingalle am pferdehufe, auch geschwulst am halse des menschen, mandel, daher Weigand das deutsche wort aus dem lat. ableitet, vgl. Diez 739 (2. a. 2, 305), der das deutsche nur vorsichtig zuzog. aber unser galle, vlôʒgalle ist wol weit älter als die usz welschem lande im handel eingeführten galläpfel (s. d. 2); hätte man aber die an unsern eichen und sonst vorkommenden 'galläpfel' etwa selbst schon als gallen bezeichnet (wirklich geben das Campe 2, 216a, Heinsius 2, 269b aus 'manchen gegenden' an), so wäre das sicher umgekehrt von den gallen am thierischen, menschlichen körper übertragen gewesen, es wären sich wie oft zwei verschiedene wörter durch zufall wunderbar begegnet. das bedürfnis, verschiedenes doch unter einen hut zu bringen, ist im sprachgefühl immer thätig gewesen.
β) näher liegt für uns isl. galli m. vitium, naevus Biörn 1, 267a, freilich schon altn. nur unsinnlich bezeugt, fehler, beschädigung, s. Möbius 130, Fritzner 188a. 831a (gallalaus fehlerlos), Vigfusson 187b, ein misjahr z. b. heiszt ârgalli.
γ) aber das ergänzt sich durch engl. gall wundgeriebene stelle, wolf u. ä. (vgl. gällicht), was doch nicht vom gallapfel kommen kann, altengl. galle Stratm. 231, z. b. bei Chaucer:

for trewely ther n'is non of us all,
if any wight wol claw us on the gall,
that we n'ill kike, for that he saith us soth (die wahrheit sagt). Canterb. tales 6522,

'wenn irgend ein wicht uns kratzen will an der galle', ein sittlicher fehler als wunde stelle gedacht; da kommt nord. galli, das ebenso von sittlichen fehlern galt (Egilsson 220a), genau zusammen mit engl. gall, ja nach dem kike (to kick hinten ausschlagen) ist vielleicht zugleich an pferd und floszgalle gedacht, die engl. a windgall heiszt, wie hd. windgalle (schwed. fluszgalla, dän. flaadgalle nur entlehnt). s. übrigens das weitere.
2) Galle von ähnlichen fehlern an naturdingen.
a) in bäumen harzgalle (42, 521), stelle wo sich harz klumpig gesammelt hat in fichten u. ä., vgl. Frisch 1, 420a; daher auch in balken, bretern pechgalle, ein pechgalliges bret Schm. 2, 30, vgl. Döbel 3, 60. offenbar übertragen vom menschen oder thiere auf den baum, der damit, wie auch sonst, jenen gleichgestellt ist. Auch von harten, verknorzten stellen, steingallig (vgl. b): knorrig oder steingallig (holz), das dient nicht zu drehen (drechseln), man verderbt nur die eisen drinn. Henisch 741, 25; auch beim pferde gibt es steingallen (1, b).
b) auf gestein übertragen (das man ja auch als gewachsen dachte, vgl. z. b. gediegen), in verschiedenem sinne.
α) schweiz. galle, niere, eingesprengte fremde harte steinart in felsen, auch härtere stelle im sandstein. Stalder 1, 415. auch das kann unmittelbar vom thierischen körper übertragen sein, wie deutlich bergm. niere, und druse, d. i. drüse.
β) anders folg. gallen in gestein: als er das schlosz Falkenstain erbawen, hat er den felsen ... unangesehen das er voller glesz und gallen, so nahe (bis an die mauern hinan) behawen und abschroten laszen ... das die mauren spalten (risse bekommen). Zimmer. chron. 3, 189; die glesz, genauer gelesz 188, 17 sind fugen, ritzen Schm. 2, 492, die den fels unfester machen, die gallen also ähnlich, entweder mürbe stellen, feucht von sickerndem wasser (s. c, β), oder unerwartete, unsichtbare höhlungen, auf jeden fall auch fehlerhafte stellen. in den gallen der felsen Petr. 37a.
γ) noch anders: steingallen, die gäl feüchte usz den steinen (felsen). Maaler 386a. nach dem gäl (gelb) ist da wol an galle, thiergalle gedacht die sich da bilde und ausfliesze (vgl. DWB gelbe galle sp. 1184); das gewicht fällt also auf das nasse, flieszende, vgl. c, β. — übrigens s. auch gällig von felsen.
c) ähnlich von ackergrund u. dgl., auch in verschiedenem sinne.
α) galle ein unfruchtbarer, schlechter fleck im ackergrund, auch auf wiesen, erdgalle (schwäb. erdgall Schmid 217), ackergalle; so in Thüringen, Sachsen und weiter, oberlaus. mit der untersch. als brandgalle, wenn die früchte da leicht vertrocknen, verdorren, sandgalle wo viel sand ist Anton 8, 10. im Algäu griesgallen steinichte wiesenstriche Schmid 243, bair. Schm. 2, 121.
β) wieder auch von nässe, wo sie hinderlich ist, schles. 'nasse quellige stelle im acker' Weinh. 25b, zips. Schröer 52b; auch im westen, z. b. hessisch, in der gemarkung Groszenbuseck bei Gieszen

[Bd. 4, Sp. 1189]


heiszt ein landstück gallacker. Genauer bair. naszgalle Schm. 2, 30, wassergalle oberlaus. u. a., hier auch sorgalle, surgalle Anton 8, 10 (zum letzten s. Schm. 3, 281). Wenn man darunter auch die nässe selbst versteht, wie Frisch 1, 315a, Schmeller ('hervorquellende flüssigkeit, wo man sie hinderlich oder fehlerhaft findet'), so ist das begreiflich, es ist wie bei Maaler unter b, γ, aber nicht der hauptbegriff. tirol. auch eisgallen 'ebene stelle wo sich eis bildet' Schöpf 171. s. auch ackergalle, und diesz schon bei Megenberg 179, 5 var. (15. jh.).
γ) dasz auch das in die altgerm. vorzeit reicht, beweist engl. galls, springs or wet places in a field (mit adj. gally wie hd. gallicht) Halliwell 390a; dasselbe ist 394b gauls, spots where grass, corn or trees have failed, und 390b galls, bare places in a crop. auch da ist das fehlerhafte der begriff, durch trockenheit, nässe oder sonst was herbeigeführt. so kann auch die berührung mit dem begrifflich anscheinend gleichen adj. gal, gel sp. 1182 nur zufällig sein, ein stellenweises verflieszen nicht ausgeschlossen.
d) dasselbe an den himmel versetzt.
α) irina, wassergalle, ein meteoron so schier dem regenbogen gleichet. Kirsch cornu copiae 1, 611a, iris imperfecta Steinbach 1, 538, 'ein falscher regenbogen' Lohenstein, d. h. ein versprengtes stück regenbogen, oder auch der zweite blässere regenbogen (thür.); auch wettergalle und regengalle, man sieht sie als mehr regen verkündend an.
β) auch eine auffallend helle stelle im wolkenhimmel heiszt galle, wo sie durch die sonne unerklärlich scheint, auch windgalle als sturm verkündend, so z. b. in Sachsen; vgl. Adelung.
γ) auch das rückt in die germ. vorzeit durch engl. watergall regengalle, isl. hafgall n. irina, regenbogenfarbiger luftschein zur see (haf) Biörn 1, 318a, nach dem n. an gall bilis angelehnt. Das wird urspr. gemeint sein als eine art fehler am himmel, der etwas andeutet, ein wink der götter. vielleicht ist es kein zufall, dasz wassergalle am himmel, auf äckern und am menschenauge (1, a) vorkommt, wie windgalle am himmel und bei pferden (1, b).
3) Auch einiges andere noch wird sich dem unterordnen.
a) galle, fehlerhafte stelle in der seele einer kanone. Adelung, offenbar aus dem gieszhause, vom gieszen stammend, eig. eine luftblase in der masse?
b) glasgalle, der weisze flüssige schaum, der sich in den glastöpfen von dem geschmelzten glase scheidet Adelung, schaum so auf dem glas schwimmt Frisch 1, 315a, axungia, sal vitri, auch fel vitri das., also wieder auch an die thiergalle angelehnt. ähnlich theergalle in theerbrennereien ( Campe).
c) Adelung bringt aus Opitz bei: so bald die seele gesegnet hat (abschied genommen), so sehen wir, dasz das übrige gewesen sei ein schleim und galle, ein gestank und etwas das ich nicht nennen mag, und legt es als fäulnis aus, unter zuziehung von nd. galle die fäulnis im käse (brem. wb. 2, 478); doch mag Opitz nichts als galle fel meinen, als schlechter bodensatz gedacht.Aber es erhebt sich am schlusse überhaupt die frage, ob nicht diesz galle doch von haus aus eins sei mit der thiergalle, diese als das gedacht, was beim schlachtthiere, opferthiere allein unbrauchbar, gleichsam ein fehler war, um so mehr als beide gallen in der blasenform wie als unbrauchbares nasz vielfach zusammenkommen. die verschiedene ausprägung in altn. gall n. und galli m. wäre wol begreiflich als eine folge späterer theilung.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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