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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
galgenfrüchtlein bis galgenholz (Bd. 4, Sp. 1174 bis 1175)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) galgenfrüchtlein, n. von einem bösen jungen Simpl. 1, 347 (s. unter krumm 5, 2446), der gleichsam als frucht an den galgenbaum gehört, oder als frucht für den galgen wächst, vgl. DWB früchtchen von bösen kindern, auch galgensprüssel.
 
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galgengebisz, n. wie galgenmundstück.
 
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galgengelichter, n. wie galgengesindel, diebsgesindel: diebesfinger (die man einem eben gehängten abschnitt, als schutz für diebe) waren für alles galgengelichter leicht zu erlangen und halfen das stehlen vervielfältigen. O. Beneke von unehrl. leuten 225.
 
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galgengericht, n. das hochgericht: da billicher vor dem thor das galgengericht ir freithof und kirchof were. Garg. 190b (Sch. 352).
 
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galgengesicht, f. diebsgesicht. confiscierte physiognomie.
 
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galgengesindel, n. verbrecher auf einem haufen diebsgesindel, auch das am galgen hängende, vergl. Bürgers Lenore str. 25. 26 (luftiges gesindel) und mhd.: füeret in eht gegen dem galgen unde gegen des galgen gesinde. Berthold 395, 7, d. h. er gehört an den galgen.

[Bd. 4, Sp. 1175]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) galgengestell, n. gestell des galgens, galgen:

dem blosz zimmet ain galgengstell.
Murner schelmenz. i 4a.


 
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galgenglück, n. funiruptio, fortuna desperata Stieler 675. diebsglück (s. d.), das dem diebe der schon hängt noch den strick reiszen läszt; vgl. unter galgen II, 2, k. l.
 
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galgengras, n. agrostis stolonifera. Nemnich.
 
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galgenhobel, m. galgenstrick, galgenschwengel:

ainer hiesz Wolfgang Strobel,
ain pöser galgenhobel.
Beheim Wiener 7, 28.

eig. von dem strange, der durch die reibung den balken glättet?
 
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galgenholz, n.
1) holz vom oder zum galgen, galgenbaum. geläufig in der redensart falsch wie galgenholz (alter Judas Haas), falscher als galgenholz, von menschen:

jo! 's isch e rechdi retsch (verräter) un falsch wie galjeholz.
Arnold pfingstmontag 87;

als wenn man sagen wollte: hüte dich, er ist fein wie galgenholz. Winkelmann 2, 59. ags. gealgtreov von Christi kreuze Grein 1, 492.
2) am webstuhle der leinweber ein querbalken der in die docken, säulen des webstuhls oben eingezapft ist. Kehrein Nassau 1, 113, s. dazu unter galgen II, 5, c. danach wird auch am galgen der querbalken vorzugsweis so geheiszen haben. die leinweber hatten nämlich eine besondere beziehung zum galgen, sie muszten ihn aufrichten, s. Vilmar kurhess. id. 115, Sackmanns pred. (Celle 1864) s. 83.
3) auch als waldname, z. b. Birlinger Augsb. wb. 178a.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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