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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
galgenfreude bis galgengras (Bd. 4, Sp. 1174 bis 1175)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) galgenfreude, f. schadenfreude, teuflische freude: Joggeli hatte eine art galgenfreude daran. Gotthelf 2, 268 (Uli der knecht cap. 21) u. ö.
 
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galgenfrist, f. 'paululum temporis' Henisch 1336, 60, also schon damals zur redensart verblaszt; ebenso Stieler 561 mit dem zusatze quod praetendit is qui in extrema necessitate constitutus est, dicitur etiam henkersfrist, also eig. kurze frist die einem verurtheilten, schon unterm galgen, gewährt wurde; ein galgenfrist des tods verzug ist. Henisch. schon im 16. jahrh. bildlich, sodasz es in die mhd. zeit zurückreichen musz: sie machen ihnen mit des Witzels lere ein galgenfrist, dann bald, bald wirts beide mit ihnen und ihrem Messia aus sein. Alberus wider Witzeln B 3a;

doch seind, wie auch der fuchs (Rein. fuchs), zu disem mahl entrunnen,
die eine galgenfrist und nicht vil mehr gewunnen.
Weckherlin 618;

der übelthäter aber war unerschrocken und blöde, der vor seinen tode nur kurze galgenfristen suchte. Riemer polit. stockf. 28. noch jetzt geläufig für den kurzen aufschub einer gefahr, einer pein u. ä.
 
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galgenfrüchtlein, n. von einem bösen jungen Simpl. 1, 347 (s. unter krumm 5, 2446), der gleichsam als frucht an den galgenbaum gehört, oder als frucht für den galgen wächst, vgl. DWB früchtchen von bösen kindern, auch galgensprüssel.
 
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galgengebisz, n. wie galgenmundstück.
 
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galgengelichter, n. wie galgengesindel, diebsgesindel: diebesfinger (die man einem eben gehängten abschnitt, als schutz für diebe) waren für alles galgengelichter leicht zu erlangen und halfen das stehlen vervielfältigen. O. Beneke von unehrl. leuten 225.
 
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galgengericht, n. das hochgericht: da billicher vor dem thor das galgengericht ir freithof und kirchof were. Garg. 190b (Sch. 352).
 
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galgengesicht, f. diebsgesicht. confiscierte physiognomie.
 
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galgengesindel, n. verbrecher auf einem haufen diebsgesindel, auch das am galgen hängende, vergl. Bürgers Lenore str. 25. 26 (luftiges gesindel) und mhd.: füeret in eht gegen dem galgen unde gegen des galgen gesinde. Berthold 395, 7, d. h. er gehört an den galgen.

[Bd. 4, Sp. 1175]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) galgengestell, n. gestell des galgens, galgen:

dem blosz zimmet ain galgengstell.
Murner schelmenz. i 4a.


 
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galgenglück, n. funiruptio, fortuna desperata Stieler 675. diebsglück (s. d.), das dem diebe der schon hängt noch den strick reiszen läszt; vgl. unter galgen II, 2, k. l.
 
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galgengras, n. agrostis stolonifera. Nemnich.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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