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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
galgenart bis galgenbube (Bd. 4, Sp. 1173)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) galgenart, f. 'ex genere patibulari' J. G. Haas, früher einfach 'furcifer' Dief. 253a, 15. 16. jh. (Cölner gemma), galgendieb u. ä.; wegen art vom menschen selber s. z. b. katzenart. bei Kil. aber galghaerd furcifer (franz. pendart das.), mit der häufigen nl. bildung auf -aerd (d. i. hd. -hart), und das könnte wol in jenem mitwirken, unter umdeutung.
 
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galgenast, m. als scheltwort nebst galgenschwengel, galgenwadel in dem groszen schimpfkataloge fastn. sp. 254, 32, schon mhd. unter namen von raubgesellen in dem ähnlichen kataloge im Renner 26b Galgenast. es ist wie galgen selbst (II, 4), wegen ast vgl. dort II, 1, b.
 
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galgenbaum, m.
1) baum als galgen (vgl. galgeneiche) oder gleich galgenholz; vgl. unter galgen II, 1, b.
2) ganz anders: myrtus, galgenbaum. Alberus dict. Gg 1a, schon in der gemma Straszb. 1518 P 6c, und im 15. jh. Dief. 363a, Scherz 466, wie sonst gagelboem (s. DWB gagel 1), offenbar durch misverständnis, wie ein ähnliches vorliegt bei galban (s. DWB galgan 3, c), wo auch in nd. galgenbômsölje der gedanke an den galgen sich wol einschlich. eigner weise heiszt auch das altn. agngalgi (s. DWB galgen II, 1, c) zugleich agngagl Egilsson 6a.
 
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galgenbekehrung, f. bekehrung, die erst unter dem galgen, im letzten augenblicke geschieht (vergl.galgenreue): man fängt seine testamente gewöhnlich damit an, dasz man seine seele gott empfiehlt ... solche recommandationen sind galgenbekehrungen. Lichtenberg 1, 152; die sogenannte galgenbekehrung, welche bei rechtlichen menschen keine andere sein kann als die auf dem sterbebett. J. Paul komet 3, 48; diesz wäre nur eine galgenbekehrung Europas. herbstbl. 3, 218.
 
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galgenberg, m. berg auf dem sich der galgen, der rabenstein befindet, wie früher jede stadt, die überhaupt berge hatte, einen besasz: der leidige satan gehet überall mit seiner sack- und lockpfeifen herum und rufet kommet her! da laufen die tumme leut (wie die arme kinder zu Hammeln dem rattenfänger und galgenberg) haufenweise zu. Otho 1079. Auch von Christi kreuzigungsstätte:

ann galgenbergbracht in der scherg.
A. Reuszner bei Wackern. kirchenl. (1841) 211.

seit lange ward nämlich Golgatha mit dem allen bekannten galgenberge zusammengelegt, wie das bei dem nahen anklange nicht ausbleiben konnte (vgl. schon goth. galga und Gaulgauþa Marc. 15, 21. 22): Golgotha, galgenberg. Mones anz. 7, 308; galgenperg, galgata. voc. 1482 k 1b; galgata, galgenberg, galkberg. Dief. 256b. noch bei Stieler 160 galgenberg, golgatha, carnificina, locus editior in quo furcae eriguntur.
 
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galgenbild, n. das bild eines verbrechers, das statt seiner an den galgen geschlagen wird, s. Campe, galgen II, 2, o.
 
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galgenbraten, m. wie galgenschwengel u. ä., trifurcifer Stieler 217, Ludwig 684, Steinbach 1, 184; braten wie in teufelsbraten, höllenbraten.
 
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galgenbrief, m.
1) brief, d. h. zettel mit dem urtheil über einen zum galgen verurtheilten, aber flüchtigen verbrecher, der an den galgen geschlagen wurde, vgl. bei Ad. Junghans kriegsordnung 1598 O 2b: urkundlich mandat über verlaufene schelme, darvon mag man copei und abschriften machen, an die galgen und pranger zu schlagen, dann (gleich mhd. wan, nur) man darf keine siegel oder underzeichnete hand mit an galgen schlagen, nur den eingang mit hauptmans namen (es handelt sich um kriegsrecht) und hernach die scheltwort (d. i. die begründung des urtels). wil man sie in andern fürstenthumben auch 'schelten' ('bescholten' machen) und an galgen schlagen, so musz es mit derselben herrschaft vorwissen geschehen.
2) man hatte auch ähnliche galgenbriefe zu privatrache oder strafe gleichsam, s. DWB galgen II, 2, o sp. 1171.
 
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galgenbrunn, m. puteus. Aler 833a; galgenbrunnen pl. Schm.2 1, 902 aus Veget. 4, 10; bei dem stall da war ein tiefer galgenbrunnen. Fort. f 4b, Henisch 1336. s. DWB galgbrunn.
 
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galgenbusze, f. poenitentia pro tempore J. G. Haas deutschlat. handwb. (1808) 219a, wie galgenreue.
 
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galgenbube, m. furcifer, ein galgenbub, quasi dignus furca. gemma gemmarum Straszb. 1518 K ija, Henisch 1336. vgl. DWB galgenjunge.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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