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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
galee bis galeerenanker (Bd. 4, Sp. 1160 bis 1161)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) galee , u. ä., galeere, ital. span. galea.
1) galee war bis ins 17. jh. und länger die herschende form (schon mhd. auch galê Lexer 1, 728): galee, galea. Dief. 256a, 15. jahrh.; wenn er ihn ewig in einen kerker legt odder auf ein galee schmidet. Luther bei Dietz 2, 4a, briefe 2, 514; das darüber kein schiff mit rudern faren noch galehen da hin schiffen werden. Jes. 33, 21, man sprach also zwei e; doch auch:

zerschlägt die wilde see
ein wohlbesetztes schiff und mächtige gallee.
Opitz 3, 312;

galleen voller getreids. Luther tischr. 24b; wie sich der veind mit 20 galeen, 8 nauen und bei 100 kleinen schiffen mit dem mer für S. Veit geslagen. Chmels urk. Max. I. 236; da die bilger mit irer galleen angefahren waren. buch d. l. 5d; lieszen sie zu inen hinein in die galleen sitzen. das.; kamen ausz groszen Britannien drei galleen in Schotten an. Amadis 84;

füren ins mör auch wandleut schlösser,
brauchen galleen wie die rösser.
Fischart 3, 354 Kz. (kloster 10, 1113).

Und so noch lange in den wbb.: triremis, navis longa, ein galee. Golius c. 34, gallee Stieler 2424 (das. auch halbe gallee, semitriremis, einen auf die gallee schmiden), galee Rädlein, Ludwig, Aler, Frisch, bei Steinbach selbst noch ohne galere daneben; bei Henisch 1334, Schönsleder galeen, z. b. ein galeen mit drei .. ruderordnungen, triremis, nach der schwachen form. s. auch die zusammensetzungen, besonders galeenmäszig.
2) ein trinkgeschirr: galee, cymbium. Frisch 1, 313c aus Frischlin nom. c. 134, ein beleg v. j. 1611 s. Schmid schwäb. wb 217, gewiss in der form der galeere ähnlich.
3) vom schiffe galten lange auch mancherlei nebenformen, schon mhd. galîe, galîne, galîn, galeide, galêde, s. unten die nhd. formen, auch galeere, galeon, galeotte, galeatze. darin zeigt sich denn eine bedeutende einwirkung des mittelländischen, hauptsächlich italienischen seewesens, der lange geltenden bedeutung besonders Venedigs entsprechend (in der hs. der Gudr., geschr. in Tirol im anfang des 16. jahrh., steht sogar das ital. galea 450, 2, plur. galee 276, 1). von der unsicheren herkunft des roman., mittelländischen stammes s. Diez wb. 1, 199. vgl. auch galerie.

[Bd. 4, Sp. 1161]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) galeebube, s. DWB galeenbube.
 
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galeebursch, m. galeeruderer. M. Kramer.
 
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galeehure, f. erzhure, auch erzgaleehure. Rädlein 318a, M. Kramer. vgl. folg. und 'huren und buben'.
 
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galeenbube, m. galeerensclave: boszknecht zu Marsilien, galeenbuben zu Genua. Fischart groszm. 71 (Sch. 602), nl. galeyboeven Kil., vgl. DWB galeerenbube. noch bei Frisch 1, 313c galeebuben, galeesclaven pl., er hat auch galeecapitain.
 
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galeenknecht, m. ruderer: galleenknecht, flötzer. Fischart groszm. 94 (Sch. 621).
 
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galeenmaszig, für die galeere passend, reif, von verbrechern: wenn ein stand galeenmäszige gefangene hat und 8 bis 10 galeoten beisammen sind, sollen sie von Nürnberg aus nach Roveredo (für Genua) oder Venedig abgeführt werden (zum verkauf auf die galeeren). poenalpatent des fränkischen kreises von 1747, s. Schmeller 2, 29. im 16. jh. ufs meer verkoufen (kriegsgefangene) Liliencr. 4, 249b. So begreift sich der mundartliche fluch ei mord galee! adj. galeeisch malefizisch, galeehund liederlicher mensch (Schm. a. a. o. 2. ausg.), vgl. DWB galeehure.
 
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galeenpeitschig, bei Fischart: die zwen ... ohrenschlitzige, galeenpeitschige, brandnarbige (gebrandmarkte) ... galgenschwengel. Garg. 47a (Sch. 74), die galeerenpeitsche gewohnt.
 
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galeensclave, m. remex mancipatus. Aler 832b.
 
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galeere, f. gleich galee (s. d.), die neuere form, franz. galère, ital. span. galera. noch Henisch hat es nicht (selbst Rädlein, Steinbach noch nicht), erst Stieler 1791 galere, streitschiff, triremis (gallehre 2424), ebenso Ludwig 683 galere, 'ein langes fahrzeug mit vielen rudern, in der mittelländischen see nur allein gebräuchlich', vgl. Frisch 1, 313c. Dem 18. jahrh. lag das wort und ding noch lebendig näher als uns, wurden doch da noch verbrecher aus Süddeutschland auf die galeeren nach Venedig, Genua verkauft (s. galeenmäszig): auf die galeren gebannet werden (galeerenstrafe). Ludwig 684, auf die galeeren schicken Adelung, im pl. wie franz. condamné aux galères u. ä.; hette man meinen raht wollen haben, so hette ich gerahten, dasz man diese schelmen (mönche) alle in die galleren schicken solte ahnstatt der armen unschuldigen reformirten. Elis. Charl. v. Orl. (1871) 464. Im 18. jh. oft bildlich, eben nach der galeerenstrafe: so will ich zehn jahre mich noch auf der galeere abarbeiten, auf der ich nun angeschmiedet bin. Göthe 16, 95 (Werther 1775 s. 121); was hatt ich auf der verzweifelten galeere zu suchen? Lessing 12, 177, von Berlin;

lief ich darum aus der schul' und der lehre,
dasz ich die frohn und die galeere,
die schreibstub' und ihre engen wände
in dem feldlager wiederfände?
Schiller Wallenstein 1800 1, 25.


 
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galeerenanker, m. ein auf den galeeren üblicher anker, aus einem stücke geschmiedet. Adelung. galeenanker M. Kramer.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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