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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
galander bis galanteriewaare (Bd. 4, Sp. 1155 bis 1159)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) galander, kalander, m. ein vogelname.
1) mhd. galander, häufig bei dichtern (s. wb. 1, 457, Lexer 1, 726), in den wbb. als haubenlerche angegeben, was einer dem andern nachschrieb, obwol es zuletzt nur auf einem raten Frischs beruht, der 1, 162a aus alten quellen calander, galander beibrachte, 'scheint eine heidelerche oder haubenlerche zu sein'. wie unsicher man schon im 17. jh. war, zeigt folg. vermischung bei

[Bd. 4, Sp. 1156]


Henisch: galander, nachtgall (beide erscheinen bei dichtern oft zusammen), acredula, aëdon, aliis holzlerche, chamaezelos u. s. w. 1334, 8, nach einer gelehrten quelle ('Becm. 201'). Ja schon im 15. jh. ist unsicherheit, z. b. im voc. th. 1482 k 1b: galander, ein vogel, calandrius, galandra, frandiola id. oder eisvogel, vgl. in den vocc. b. Dief. 246b fraudula, fraudiola als goldammer, emmerling. noch älter ist die vermischung mit dem gleichfalls unsichern charadrius, der aus dem physiologus auf gelehrtem wege bekannt war und in der bibel v. 1483 mit galander gegeben wird (Frisch a. a. o.), wie seine wunderbare heilgabe (Freid. 143, 7) auch vom galander, galiander erzählt wird, s. die var. bei Freid., Vintler bei Schöpf tirol. it. 170, W. Grimm über Freid. s. 81. Das ganze wort scheint bei uns von haus aus mehr auf gelehrtem gebrauche zu beruhen, obwol Megenberg 176 den vogel zu kennen scheint: calandris haiʒt ain galander (var. calander). daʒ ist ain klainer vogel und ist nâhent der lerchen geleich. der vogel gefräut all die in hœrent mit seinem süeʒen gesang u. s. w.; eine einstimmende, noch ausgeführtere beschreibung in dem thiercapitel im Renner 219b, aber beide klingen wie aus gelehrten quellen geholt, wie denn beiden eine sittlich religiöse nutzanwendung angehängt ist nach art der kirchlich gewendeten physiologi (im Renner folgt jenem der karadrius, aus Freidank entnommen).
2) bei Nemnich 1, 142 ist alauda calandra die kalanderlerche, galander, die grosze ringlerche, die gröszere ungehaubte lerche der pyrenäischen gebirge, franz. calandre f., südfranz. calandro m., ital. calandra, span. calandria, ein südeurop. vogel: die beschreibung und die angabe über sein leben stimmen zu denen bei Megenberg und Hugo v. Trimberg: 'sie hat einen sehr angenehmen gesang, und ist fähig nicht nur den gesang anderer vögel, sondern auch andere töne nachzuahmen. sie läszt sich nicht leicht zahm machen, ist sie aber erst zahm, so singt sie ohne aufhören,' vgl. im Renner 19483 ff.:

swie gar sîn lîp gevangen ist,
doch ist er vrœlich zaller vrist ...
wan er aller vogel spottet,
swenn er harpfet, videlt, rottet (diese instrumente nachahmt)
mit sîner kel den langen tac
und kûm vor freuden geʒʒen mac;

man hatte ihn vielleicht bei uns als käfigvogel.
3) nhd. erscheint das wort, auszer in den voc. des 15. jh., die auch früheren quellen nachschreiben: galander, kalander, calandrus, caladrius u. a. (vgl. die var. Freid. 143, 7), auch gallander, golander, s. Dief. 88a, galandra u. ä., galander (auch goltamer) 255c, caradrius calander nov. gl. 75a (s. Vintlers galiander u. 1), caladrius 65aim 16. jh. bei dichtern, als sänger, er war einmal dichterische überlieferung:

colander und from nachtigal
concordierten lieplich zumal (zusammen).
Lenz Schwabenkrieg 2a;

lerch, troschel und die nachtigal ...
fink, stiglitz und auch der calander
auch concordierten zu einander.
H. Sachs 1, 426a,

im 'regiment der anderhalb hundert vögel.' Zur zeit der romantik ward er wieder hergeholt:

wie die himmelsvöglein girren,
philomelen und galandern!
E. M. Arndt ged. (1860) 395, 'geisterbesuch',

auch mhd. schon bestand schwache form, z. b. galandern acc. sg. Parz. 544, 14, galandern pl. Megenb. 176, 17. — Von der unsichern entstehung des rom. wortes, die sich mit der geschichte des wortes χαραδριός in der mittelalt. gelehrsamkeit verflicht, s. Diez 80 (1, 99), dazu Wolfs zeitschr. f. myth. 1, 320, bes. die tiefgreifende ausführung von Sonne in Kuhns zeitschr. 15, 435 ff.
 
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galander, m. kornwurm, s. DWB kalander.
 
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galant , das franz. galant, bei uns etwa seit 1670 (das alamodisch ungefähr ablösend), noch Hoffmannswaldau scheint es nicht zu brauchen. es spiegelt sich recht darin die geschichte des franz. einflusses in seinem aufsteigen und seinem niedergange, auch in seinen ausartungen bis ins widerliche. Das franz. wort ist eine participische adjectivbildung, sei es zu altfrz. galer lustig sein, feste feiern (so Littré) oder zu gala, das aber selbst nicht eig. franz. ist (s. dort), das mutterwort wäre dann wol ital. galante, das auch an unserm galant einen unmittelbaren antheil haben kann; vgl. galanthuomo Wagenseil meisters. 454, ja schon bei A. Gryphius 1, 775, doch hier nur in einem ital. satze.
1) in den wbb. zuerst bei Stieler (doch schon bei Henisch wol eine ungefähre kenntnis, s. DWB galan am ende): galant, lepidus, ornatus, comtus, bellus, elegans, er ist ein galanter kerl, scitus,

[Bd. 4, Sp. 1157]


venustus, elegans homo est. 619; bei Aler 832a ein galanter mensch, homo egregius, omni exceptione major, vgl. bei Frisch im frz. wb. (1719) un galant homme, 'ein mensch dem alles wohl ansteht, der gleich vor allen der leute augen auf sich zieht und ihnen immer besser gefällt', was recht die blütezeit des wortes bezeichnet. Auch bei uns galt lange das franz. galanthomme (noch jetzt unterm volke nicht vergessen) oder anfangs auch das ital. galantuomo; bei Schmotther z. b.: galant-homme, ein nach der mode sich tragender mensch. 2, 636, denn in der kleidung spitzte sich doch wirklich der begriff zu, wie in gala, auch Frisch im franz. wb. erklärt 'ein galant (s. DWB galan am ende), der sich dem frauenzimmer zu gefallen immer zierlich heraus butzt'. 1, 808. Daher auch das adjectiv ausdrücklich von kleidung und kleidungsstücken, frisur u. s. w.:

die farb ist wohl gewehlt, ich habe selbst ein band,
das eben so gefärbt; es stehet recht galant.
Picander 2, 258;

es ist wahr, meine frau ist ... tugendhaft ... aber sie ist auch galant in kleidern, gar zu freigebig. Gellert loos in der lotterie 1, 4;

es lege sich dein haar in zierliche frisur ...
doch zieh die stieteln aus. ist kopf und fusz galant,
so siegt die miene leicht (in der liebeswerbung) im mäszigen gewand.
Zachariä renomm. 3, 407.

Daran hängt freilich das ganze thun und wesen des galant homme, hauptsächlich im verhältnis zum 'frauenzimmer' (s. 4), ein abglanz des Versailler hofes:

ein hofmann übrigens, galant und wohl erfahren.
Wieland 22, 264.

bis ins kleinste sollte das gehen, z. b. ein billet doux muszte galant gefaltet werden: wenn man künftig die fidibus hier zu land so galant kneipen wird wie ein 'süsz zeddelchen', wirds ein trefflich leben werden. Göthe an fr. v. Stein 1, 3, vergl. Stielers lepidus, scitus, venustus oben, bei Frisch a. a. o. 809: galant von sachen, artig, schön, trefflich, nett, zierlich. noch jetzt galant gekleidet, galantes kleid, sie geht galant (gekleidet).
2) aber alles menschliche überhaupt sollte galant, d. h. in die luft des franz. hof- und salonlebens hinein gezogen werden (man denke nur daran, wie damals das gehen chapeau bas aus dem salon auf die strasze verpflanzt wurde). das zeigt z. b. trefflich folg. spott Gellerts auf culturbestrebungen im osten:

ein Tarterfürst, von dem man in geschichten (d. h. in 'der geschichte') preist,
dasz er als prinz Europa durchgereist,
befahl, weil er sein volk galanter machen wollte,
dasz kein vornehmes weib ihr kind selbst stillen sollte. fabeln 1751 2, 90,

galant gleich gebildet nach franz. begriffen. Selbst galante prediger wurden begehrt: zuerst kenntnis der welt (fehlt den mehresten predigern). und wo solten sie diese sich eigengemacht haben, wenn sie früh genug lernten den schimpfnamen des galanten predigers zu fürchten, welcher wirklich ungleich nachteiliger ist, als der eines pedantschen und strohdummen. Sophiens reise 2, 440, eines gesellig gewandten nach damaligen franz. begriffen (vgl. alamodische predigt 1, 1174 bei Schuppius). Schon Chr. Thomasius verspottete eine misbräuchliche ausdehnung des wortes: zumahlen da dieses wort bei uns Teutschen so gemein und so sehr gemisbrauchet worden, dasz es von hund und katzen, von pantoffeln, von tisch und bänken, von feder und dinten ... gesagt wird. kleine teutsche schriften Halle 1707 s. 14 (v. j. 1687), er citiert für den echten franz. begriff madem. Scudéry, conversation de l'air galant. ähnlich Gottsched i. j. 1725: jenes (wort galant) hat unsern heutigen sprachmischern so wohl angestanden, dasz sie es zu einem rechtem scherwenzel gemachet, der überall gelten musz. man hört unter uns nicht nur von galanten mannspersonen und galanten frauenzimmer, sondern von galanten hunden, pferden, katzen und affen. ein galantes paar stiefel ist unsern jungen herren nichts neues. in der küche und wirthschaft höret man oft von einem galanten ragout, fricassee, hammel- und kälberbraten. ja ich weisz mich zu entsinnen, dasz ein gewisses frauenzimmer einmahl erzehlte, wie sie ihrem manne letzlich einen galanten westphälischen schinken vorgesetzet u. s. w. vernünft. tadlerinnen 1, 73 fg.
3) so muszte denn auch die dichtkunst u. s. w. galant werden, wie das auch in Frankreich nicht fehlte (Mercure galant): zudem lebten sie (Virgil, Horaz u. s. w.) zu einer zeit, da man die galanten studia sehr wohl verstund. Benj. Neukirch, vorr. zu Hoffmannsw. u. a. ged. a 5b des 1. bd. (1697), also die artes

[Bd. 4, Sp. 1158]


liberales, die humaniora, vgl. über galante gedichte (im gegensatz zur hohen poesie) das. c 1a und Koberstein lit. 1, 652. Wie Chr. Weise die poesie überhaupt als den galantesten theil der beredsamkeit bezeichnete (curiöse gedanken von deutschen versen, Leipzig 1693, auf dem titel), so schrieb Menantes ein lehrbuch: die allerneueste art zur reinen und galanten poesie zu gelangen, Hamburg 1707, auch 'theatralische, galante und geistliche gedichte' Hamburg 1706. Ebenso sollten Joh. Georg Neukirchs anfangsgründe zur reinen teutschen poesie itziger zeit u. s. w. Halle a. d. Saale 1724 dienen zu erlangung dieser edlen und galanten wissenschaft (vorr. 2b), vgl. seine aufzählung der gedichte, welche die poeten unter den generalen nahmen galanter gedichte zu begreifen pflegen, als da sind sonnette, madrigale u. s. w. (das. 6a und s. 839), als von denen die galante welt besondern estim machet (837). So sind auch dabei augen und sinn immer auf den franz. gebildeten salon gerichtet, und was gerade damals als letzte quelle dieser neuen herrlichkeit wirkte, lehrt ein gedanke an la Saxe galante. Auch Bodmer in jungen jahren kennzeichnete ein ital. liebeslied von sich so: wenn ich nicht weise geschrieben, so habe ich doch galant geschrieben wie Anakreon (Mörikofer schweiz. lit. 74). Sogar der ethik wurde das modewort angeheftet, ein Joh. Chr. Barth schrieb i. j. 1720: die galante ethica, oder nach der neuesten art eingerichtete sitten-lehre, in welcher gezeiget wird wie sich ein junger mensch bei der galanten welt ... recommandiren soll, allen liebhabern der heutigen politesse zu sonderbaren nutzen und vergnügen ans licht gestellet, Dresd. u. Lpz. 1748, und obwol da tugendhaft dazu gesellt wird, 'die höflichkeit ist eine tugendhafte und galante conduite' (vorbericht 4a), so wird doch im cap. von der liebe galant nicht viel anders gebraucht, als in romanen, z. b.: Menantes, die verliebte und galante welt, in viel annehmlichen und wahrhaften liebesgeschichten, welche sich in etlichen jahren her in Teutschland zugetragen, Hamb. 1749. es gibt da, wie in Frankreich, eigentlich nur galante welt und canaille (z. b. Barth a. a. o. 104). eigen noch in Göthes munde von franz. kunst: dieses bild eines französischen künstlers z. b. ist galant wie kein anderes und daher ein musterstück seiner art. Eckermann (1868) 1, 87.
4) der eigentliche mittelpunkt des begriffes war eben doch das eigenartige franz. verhalten des galanthomme gegen die damen (so auch Littré) oder das frauenzimmer, wie man noch lange nach 1700 collectivisch lieber sagte, jene mischung von höfisch zierlicher form mit meist grobsinnlichem inhalte:

mon cher, versetzt Sylvan, wir leben hier galant.
in Leipzig gilt doch noch verdienst und adelstand,
und ventre bleu! wer wird in kleidern schlechter gehen,
da wir hier jeden tag die schönsten damen sehen?
Zachariä renomm. 3, 295,

auch verdienst und adelstand (und das damen sehen) sind franz. gemeint, mérite und noblesse in ihrem eigenartigen franz. sinne von damals;

zu seufzern ungewöhnt, fremd in galanter kunst,
bewerb ich (Raufbold) mich um eines mädchens gunst? 4, 23;

man lächelte, man that galant,
und küsste mir zur noth die hand.
Gellert fabeln 1751 2, 139;

hr. Simon. (er langt einen stuhl her). sehen sie, madam, so bedient man das frauenzimmer in Paris. den stuhl kann ein ieder Deutscher hersetzen, aber mit einer bonne grace, das ist die seele von der höflichkeit (d. i. politesse). frau Orgon. sie sind der galanteste herr, den ich noch gesehen habe. ders. lustspiele 1748 s. 293 (loos in d. lott. 3, 3). Auch die frauen muszten galant sein: frau Damon. ich will .. den herrn Simon indessen unterhalten, wenn ich anders galant genug bin. Gellert lustsp. 299, doch spöttisch gemeint gegen den franzosenaffen. vgl. in Frischs franz. wb.: galante von weibern heiszt dem mann nicht recht getreu. so ein galantes verhältnis, galante intriguen u. ä. Heutzutage ist es wieder eingeschränkt auf das rein äuszerliche verhalten des herrn gegen die damen (zu männern und frauen liesze sichs kaum gesellen); den galanten spielen oder machen, noch mit einem nachklang des 18. jahrh., franz. faire le galant; galant ist aber auch z. b. wer einen hingefallenen handschuh rasch und gewandt der verliererin wiedergibt, oder wer von einer dame auch eine kränkung höflich aufzunehmen weisz. es berührt sich nahe mit ritterlich (chevaleresque) in ähnlichem gebrauche. heiszt doch engl. gallant auch hochherzig, ja tapfer, von dem höfischen verhalten gegen die frauen auf ritterlichkeit überhaupt erstreckt; vergl. bei Aler 832a ein galanter

[Bd. 4, Sp. 1159]


mensch, homo pransus paratus (kampffertig, von soldaten). Littré bringt franz. galanterie aus dem 16. jh. für kühnheit bei.
5) aber die ursprüngliche hohlheit des begriffs, der eine zeit lang trachtete der mittelpunkt alles höheren lebens zu werden, gleichsam die moderne tugend darzustellen, muszte zu solchen ausläufern führen: hr. Simon. ich sage es ihnen, wenn ich eine frau kriege, welche die gesellschaften nicht liebt, so will ich zwo maitressen ihr zum possen halten. frau Damon. eine zu halten wäre schon galant genug. Gellert lustsp. 301 (loos in d. lott. 3, 5); so lange das schauspielhaus ... mehr dazu gebraucht wird ... das grosze heer unserer süszen müsziggänger mit .. galanten zoten zu bereichern. Schiller 699a (über das gegenw. d. theater); da eine galante krankheit ihn (Bachelu) übel mitnahm. Droysen Yorks leben 1, 339.
 
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galanterie, f. das franz. galanterie, ital. galanteria, das selbst vielleicht zum franz. das mutterwort ist.
1) das wesen und thun des galant-homme, bei Aler 832a ornatus, elegantia, comitas, lepores. bei Stieler 619 galanterey. eigen reinlichkeit, mundities Frisch 1, 313c. In der ersten blütezeit des wortes selbst von der sprache (vgl. DWB galant 3): wir sehen es, was in Italien vor zusammenkünfte fast in allen städten gehalten werden (er meint die sog. academien), darinne man vornehmlich um die galanterie der sprache bekümmert ist. Chr. Weise cur. ged. von deutschen versen 2, 57. Für bildung überhaupt: wir leben über disz in einem lande, wo ... die wenigsten die galanterie noch recht verstehn, und die cavaliers die jenige für schulfüchse schelten, welche die Franzosen für beaux esprits erkennen (gleich darauf die klage, dasz die Deutschen fast nicht mehr Deutsche sein, da die ausländischen sprachen den vorzug haben). B. Neukirch Hoffmannsw. u. a. ged. 1, vorr. a 6a.
2) eine einzelne galante handlung, rede u. dgl.: ich habe ungefehr vor drei monaten eben diese galanterie gegen eine marquisinn in Paris gebraucht. Gellert lustsp. 1748 s. 294, loos in d. lott. 3, 3 (in den nachherigen ausg. der ganze zusammenhang als bedenklich entfernt); nehmen sie die sache für das was sie wirklich war, eine galanterie. Schiller Fiesco 1, 1; wir .. rächen uns mit hilfe gewisser galanterien an den grillen der (deutschen) liebe. cab. u. liebe 5, 7.
3) von gegenständen, galanten kleinigkeiten, nippsachen, bei Stieler res ludicrae, bellaria, bei Aler res ad cultum et mollitiem pertinentes, collectivisch, 'wahre für die liebste' Rädlein 317b; aber auch galantereyen, galante geschenke Stieler, galanterien, spitzen, putz und andere hoffartsstücken. Gerber unerk. sünden 579, galante schmucksachen.
4) galantes liebesverhältnis, frz. galanterie. 'löffelei' Rädlein, liebeshändel, ineptiae amantium, auch stärker fornicatio Frisch.
5) 'die Lothringer, venerische krankheit' Rädlein 318a (vergl. DWB galant 5 am ende): dieser (pers.) ambassadeur hatt zu Marseillen mit seiner gallanterie die pocken bekommen, ist also gar französch in Frankreich worden. Elis. Ch. v. Orl. (1871) 512; wenn ewer neuveu die kleine gallanterie hatt, were es besser als brustwehe. aber hat er die grosze, ist es .. sehr gefahrlich vor das leben. 350, sie konnte das wol vom franz. hofe am besten wissen, es war offenbar hofgespräch, auch unter frauen und jungfrauen.
 
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galanteriearbeiter, m. Adelung, zu galanterie 3.
 
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galanteriebrod, n. feines gebäck. Nürnb. kochb. (1734) 895.
 
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galanteriedegen, m. degen der zur tracht des galanthomme gehörte. Adelung.
 
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galanteriehändler, m. wie folg.
 
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galanteriekrämer, .m. der mit galanteriewaaren handelt. Ludwig, M. Kramer 1787, bei letzterm auch galanteriekrämerin, galanteriehändlerin.
 
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galanteriesteinschneider, f. kleinsteinschneider.
 
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galanteriewaare, f. galanterie (3) als handelswaare M. Kramer 1787, noch jetzt kaufmännischer ausdruck.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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