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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gakisch bis galander (Bd. 4, Sp. 1154 bis 1156)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gakisch, läppisch, albern, ebend.; vgl. u. gäkerisch.
 
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gakmann, m. narr, geck, in einem gedichte des 15. jh., dessen mundart rheinisch klingt:

davon du seist, das ist gakmans mere. altd. bll. 1, 33.

sachlich ist das wie das gleichfalls rhein. gecksmären Frisch 1, 312b, wie narrenteiding, narrengeschwätz. gakman selbst gehört entweder zu gagen gaukeln oder zu gaken (2) dumm schwatzen; da gâk- gemeint scheint (vgl. auf ders. seite stek gleich stæke, steckte), wahrscheinlicher zu dem letzteren. das -man ist wie in den gleichbed. gampelman, gumpelman, gogelman. s. übrigens auch geck.
 
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gaksen, s. DWB gacksen, es gibt auch gâksen md., z. b. westerw. Schmidt 63, auch oberhess., wetter., auch gleich gäken 3.
 
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gäksen, s. DWB gäcksen, thür. z. b. gæksen.
 
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gal, schrei u. ä., s. DWB gall.
 
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gal, adj.: so euch etwas zu gal und unverschampt dunken würt (was ich gesagt). S. Frank ... 71. kaum für gail, geil, das dem sinne nach wol passen würde; s. dazu DWB gälen. vgl. tirol. gâl, gall schlüpferig Schöpf 169, das doch selber unsicher ist. die gale Augsburger pfenninge (so l.) bei Schmeller2 1, 890 sind wol nichts als gäbe (s. sp. 1117), verlesen.
 
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gäl, s. DWB gelb.
 
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gala, f. festliche kleiderpracht oder festpracht überhaupt, besonders bei hofe, von dem es auch ausgegangen sein musz.
1) es kam aus dem ital. oder span. gala gleicher bed., eingeführt wahrsch. von einem bestimmten hofe, wie es scheint dem Wiener (galakläid Abr. a s. Clara, s. u. klagkleid): ich dacht nicht, dasz die österreichische gallekleider auch (schon) in Engelland (bei hofe) der brauch weren. Elis. Charl. v. Orl. im jahre 1715, briefe (1871) 535. für spanischen ursprung spricht, dasz das spanische hofceremoniell damals noch am Wiener hofe galt (Biedermann Deutschland im 18. jahrh. 21, 153 ff.), vergl.: so gut als der beste spanische ceremonien-meister nur ersinnen mag. R. Bechsteins deutsches mus. 1, 324, vom j. 1722 aus Arnstadt; s. auch DWB galan, das span. ist. Übrigens kann es wol erst um 1700 aufgekommen sein, denn noch i. j. 1706 kennt es die herz. Elis. Charl. v. Orl. nicht: ma tante die fraw churfürstin hatt mir auch geschrieben (aus Hannover), wie der königen Anne von Engelland geburtstag ist celebrirt worden. ich kan nicht begreifen was gala heiszt, den es ist kein teütsch wort. briefe 1867 s. 447, es muszte wol also auch am franz. hofe noch nicht eingeführt sein.
2) das rom. wort scheint aber selber von deutschem ursprunge, s. Diez, der auch in der 2. ausg. des rom. wb. 1, 198 gegen mehrfachen widerspruch für die glaubhafteste quelle ansieht ahd. geilî f., prunk, stolz, mhd. geile üppigkeit, lustigkeit (ebenso Littré); s. auch Diefenbach im goth. wb. 2, 381. im ital. heiszt noch di gala adverbialisch auch munter, lustig, far gala lustig sein. nicht das kleid eig. heiszt gala, sondern die festpracht oder lust, der es dient, span. auch anstand, anmut.
3) auch in wbb. finde ich es erst im anfang des 18. jh. (noch bei Stieler fehlt es): galla, prächtige anstalten an freudentagen bei hofe. Schmotther 2, 636, also vom Dresdner hofe. bei Aler 833a: galla, pompa solennis; galla halten, solennes pompas ducere, festa pompatica instituere (vgl. 4); das zu der galla gehörig ist, pompalis. Dieses -ll entspricht der noch heute geltenden deutschen aussprache, die den im rom. halb langen halb kurzen tonvocal vollends verkürzt, dafür freilich das a der endung

[Bd. 4, Sp. 1155]


verlängert; vgl. unter den zusammensetzungen u. 5. auch wird es vielfach vollends verdeutscht zu galle, wie schon 1715 in fürstenmunde u. 1. Jetzt schreibt man aber getreulich wieder gala, z. b. in voller oder groszer gala sein, wie frz. en gala, en grand gala (masc.), sich in gala werfen u. ä.
4) auch ein hoffest selber, wie eben bei Aler: der Tod giebt übermorgen prächtige galla, und hat zwölf genuesische fürsten geladen. Schiller Fiesco 2, 14. so franz. gala m. hoffest, banket; vgl. regalieren. schwäb. z'gala gehn, besuch machen Schmid 217.
5) dazu z. b. ordensgala, auch trauergala bei hofe. Ferner:
galadegen: m. degen der zur galatracht gehört. vgl. DWB degenkleid.
galadeutsch, n. vornehmes, festtägliches deutsch: sie fangen alsdann augenblicklich an ein galadeutsch zu sprechen. Lichtenberg 4, 195. gegensatz z. b. küchendeutsch.
galadiner, n. dîner in gala, bei hofe.
galafarbe, f. farbe der kleider bei gala: schwarz ist reisefarbe und brautfarbe und gallafarbe. J. Paul Tit. 2, 78.
galagesicht, n.: ein festes feines gallagesicht. J. Paul Hesp. 2, 44.
galakleid, n. span. vestido de gala (auch vestirse de gala): für den prinzen ein besondres galakleid. Rabeners sat. 5, 94. gallakleid Gökingk 1, 44, Schiller 3, 173 kr. ausg.
galanacht, f. nächtliches hoffest: zu einer galanacht gehörte also auch .. schminke. Herder 17, 25.
galareiten, n. bei wettrennen, ein reiten in gala.
galaschuh, m. schuh der zum galakleide gehört:

wie schwankend wird des dichters fester gang
in eines Richelieu zu engen gallaschuh?
Gökingk 3, 181.


galatag, m. tag bei hofe, wo gala angelegt wird, ital. giorno di gala, span. dia de gala. gallatag Gökingk 2, 117, gallatage Thümmel 2, 221;

(eine frau, die) nicht ... jeden gallatag der mode feiert.
Gotter 1, 254.

bildl.: welch ein gallatag der natur! J. Paul Hesp. 2, 86.
galatracht, f. galakleidung: diese gallatracht der wahrheit, wie Gleim sie nennet. Herder 20, 52.
galauniform, f. eigentlich uniform zu hoffesten.
galavorstellung, f. im hoftheater, auch galaoper u. ä.
 
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galan, m. liebhaber, buhle, das span. galán, das eig. adj. ist (auch galano) mit der bed. in gala gekleidet, dann höfisch, galant u. ä.; so mag auch das, wie gala selbst, vom hofe ausgegangen sein für das volksmäszige bule des 16. 15. jh., vielleicht auch vom Wiener hofe, aber schon um 1600, vielleicht zugleich mit dama (doch auch franz. madam schon i. j. 1592 im Elsasz, s. Stöbers Alsatia 1858 s. 92):

ein dama schönin garten gehn
thät früh an einem morgen,
und hielte ratwie früh und spat
sie könnte sein ohn sorgen,
weil ihr galan gar emsiglich
zu dienen ihr bemühet sich,
dem sie doch nichtmit liebespflicht
sich möchte obligieren.
Nic. Zangius, ander theil deutscher lieder Wien 1611 nr. 12 (
Hoffmanns gesellschaftslieder s. 45),

die drei fremdwörter mit lat. schrift. dazu auch gleich ein zeitwort, das doch nicht aufkam; die dama gibt dem galan einen korb als antwort (s. 5, 1801):

er sollte dreinsich setzen fein
und drin galanisieren. das. s. 46 (franz. galantiser).

Im 18. jh. erscheint es dann auch volksmäszig:

vor kurzem kam ein hübscher jüngling an.
du da in deinen schwarzen haaren,
war dieses etwa dein galan?
Gellert 1, 222 (1784 s. 230);

nachdem er zuvor die tochter eines reichen banquiers allhier entjungfert und ihren galan, einen braven jungen von stand, im duell auf den tod verwundet. Schiller räuber 1, 1;

ists nicht ein mann, seis derweil ein galan.
Göthe 12, 152.

In vermischung mit galant (s. d.): galand, homo scitus, elegans, graphicus, lepidus. Henisch 1340, als voc. belg. bezeichnet, d. h. aus Kilian 684a; so gilt franz. galant als subst. mit für galan, auch engl. gallant, nnl. galant.
 
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galander, kalander, m. ein vogelname.
1) mhd. galander, häufig bei dichtern (s. wb. 1, 457, Lexer 1, 726), in den wbb. als haubenlerche angegeben, was einer dem andern nachschrieb, obwol es zuletzt nur auf einem raten Frischs beruht, der 1, 162a aus alten quellen calander, galander beibrachte, 'scheint eine heidelerche oder haubenlerche zu sein'. wie unsicher man schon im 17. jh. war, zeigt folg. vermischung bei

[Bd. 4, Sp. 1156]


Henisch: galander, nachtgall (beide erscheinen bei dichtern oft zusammen), acredula, aëdon, aliis holzlerche, chamaezelos u. s. w. 1334, 8, nach einer gelehrten quelle ('Becm. 201'). Ja schon im 15. jh. ist unsicherheit, z. b. im voc. th. 1482 k 1b: galander, ein vogel, calandrius, galandra, frandiola id. oder eisvogel, vgl. in den vocc. b. Dief. 246b fraudula, fraudiola als goldammer, emmerling. noch älter ist die vermischung mit dem gleichfalls unsichern charadrius, der aus dem physiologus auf gelehrtem wege bekannt war und in der bibel v. 1483 mit galander gegeben wird (Frisch a. a. o.), wie seine wunderbare heilgabe (Freid. 143, 7) auch vom galander, galiander erzählt wird, s. die var. bei Freid., Vintler bei Schöpf tirol. it. 170, W. Grimm über Freid. s. 81. Das ganze wort scheint bei uns von haus aus mehr auf gelehrtem gebrauche zu beruhen, obwol Megenberg 176 den vogel zu kennen scheint: calandris haiʒt ain galander (var. calander). daʒ ist ain klainer vogel und ist nâhent der lerchen geleich. der vogel gefräut all die in hœrent mit seinem süeʒen gesang u. s. w.; eine einstimmende, noch ausgeführtere beschreibung in dem thiercapitel im Renner 219b, aber beide klingen wie aus gelehrten quellen geholt, wie denn beiden eine sittlich religiöse nutzanwendung angehängt ist nach art der kirchlich gewendeten physiologi (im Renner folgt jenem der karadrius, aus Freidank entnommen).
2) bei Nemnich 1, 142 ist alauda calandra die kalanderlerche, galander, die grosze ringlerche, die gröszere ungehaubte lerche der pyrenäischen gebirge, franz. calandre f., südfranz. calandro m., ital. calandra, span. calandria, ein südeurop. vogel: die beschreibung und die angabe über sein leben stimmen zu denen bei Megenberg und Hugo v. Trimberg: 'sie hat einen sehr angenehmen gesang, und ist fähig nicht nur den gesang anderer vögel, sondern auch andere töne nachzuahmen. sie läszt sich nicht leicht zahm machen, ist sie aber erst zahm, so singt sie ohne aufhören,' vgl. im Renner 19483 ff.:

swie gar sîn lîp gevangen ist,
doch ist er vrœlich zaller vrist ...
wan er aller vogel spottet,
swenn er harpfet, videlt, rottet (diese instrumente nachahmt)
mit sîner kel den langen tac
und kûm vor freuden geʒʒen mac;

man hatte ihn vielleicht bei uns als käfigvogel.
3) nhd. erscheint das wort, auszer in den voc. des 15. jh., die auch früheren quellen nachschreiben: galander, kalander, calandrus, caladrius u. a. (vgl. die var. Freid. 143, 7), auch gallander, golander, s. Dief. 88a, galandra u. ä., galander (auch goltamer) 255c, caradrius calander nov. gl. 75a (s. Vintlers galiander u. 1), caladrius 65aim 16. jh. bei dichtern, als sänger, er war einmal dichterische überlieferung:

colander und from nachtigal
concordierten lieplich zumal (zusammen).
Lenz Schwabenkrieg 2a;

lerch, troschel und die nachtigal ...
fink, stiglitz und auch der calander
auch concordierten zu einander.
H. Sachs 1, 426a,

im 'regiment der anderhalb hundert vögel.' Zur zeit der romantik ward er wieder hergeholt:

wie die himmelsvöglein girren,
philomelen und galandern!
E. M. Arndt ged. (1860) 395, 'geisterbesuch',

auch mhd. schon bestand schwache form, z. b. galandern acc. sg. Parz. 544, 14, galandern pl. Megenb. 176, 17. — Von der unsichern entstehung des rom. wortes, die sich mit der geschichte des wortes χαραδριός in der mittelalt. gelehrsamkeit verflicht, s. Diez 80 (1, 99), dazu Wolfs zeitschr. f. myth. 1, 320, bes. die tiefgreifende ausführung von Sonne in Kuhns zeitschr. 15, 435 ff.
 
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galander, m. kornwurm, s. DWB kalander.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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