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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gake bis gäker (Bd. 4, Sp. 1153 bis 1154)
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[Bd. 4, Sp. 1153]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gake, gäke, f. ein md. wort mehrfacher bedeutung.
1) gäke, graculus, monedula, auch schneegäke Stieler 594, schles. gake krähe Weinhold 25a, nordböhm. gake dohle Petters and. 54; bei Nemnich 2, 1245 schneegäcke, auch jacke, nd. gaike (s. kaike unter kau) corvus monedula, dohle. Auch gake rabe Wucke sagen der mittl. Werra, Salzungen 1864 1, 140, hess. gâke f., schmalkald. gâk m. Vilmar 114. s. dazu gacke u. gagen 2.
2) schles. gâke ist übrigens auch gans, ebenso mrh. gak (für gake) Kehrein 149, wie deren schreien auch gaken heiszt, und gäken.
3) gäke femina loquacula Stieler, schles. wieder gake, schwatzhaftes dummes frauenzimmer, mrh. gak, wie u. 2; sächs., oberlaus. aber gake f., maulaffe, nicht von weibern nur: ihr alte gaake, geht! Weise überfl. ged. 2, 211. thür. ebenso gäke. vgl. tirol. gagge, einfältig drolliges weib Schöpf 167, schwäb. gakel f., altes aberwitziges weib Schmid 216.
4) sächs. gake, auch gäke f., derbes volkswort für maul, besonders offnes maul, zu gaken, gaffen, wie gaffe maul zu gaffen (s. d. II, 1, a). aber auch von dem gelben am schnabel junger vögel (s. DWB kake). schles. gake kehle (zips. gagur Schröer 52b).
5) es erscheinen darin zwei stämme in berührung. Stieler sieht die bed. 1 als von 3 übertragen an und bezieht beide auf gäken schwatzen u. ä., vgl. DWB gaken gleich gagen gleicher bed. Aber die bed. 4 gehört deutlich zu gaken offen stehn, und gake maulaffe (auch gakaffe sächs.) ebenso. auswärtige anklänge s. u. gaken gaffen. Zu gake, gäke maul u. ä. tritt anderseits nahe nd. keke f. maul Lauremberg, käkel brem. wb. 2, 717, auch kinnlade, gaogl, demin. gägelken Danneil 61b (mnd. gagel s. u. DWB gagern gurgeln), nl. kaak f. kinnbacken, wange, engl. cheek, ags. cêce, ceáce. vgl. schwed. dial. kep m. mundwinkel (mungipa) Rietz 316b.
 
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gakelei, f. wie gackelei, z. b.: wie viele gakeleien unserer mutter gans sind uns nachher noch in dieser und ähnlicher art von witzelei nacherzählt worden. Gervinus lit. (1844) 5, 659.
 
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gäkelhaftig, schwatzhaftig. Stieler 594.
 
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gakelig, s. gackelicht 2, a.
 
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gakeln, gackern, plaudern, s. DWB gackeln, DWB kakeln.
 
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gakeln, gaukeln u. ä., s. DWB gageln 2, b.
 
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gaken, gaukelnd vorragen u. ä., s. DWB gagen 1, a.
 
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gaken , schreien, schwatzen u. ä., md.
1) schles. gâken schreien, bes. schreien wie eine gans Weinhold 25a, auch mrh. Kehrein 149, thür., sächs. u. a.; hess. von elstern: gaken .. die aglaster um ein haus her .. gibt ... zu verstehen dasz .. frembde gäst kommen werden. Kirchhof wend. 1602 4, 289. s. dazu gake gans, dohle, rabe, s. auch DWB gakelei, DWB gakeln.
2) schles. dumm schwatzen, auch nordböhm. Petters andeut. 38. ein altes zeugnis, aus dem westlichen md., bietet wahrsch. gakman. vgl. DWB gake 3, schwätzerin, und kakeln 2.
3) es ist nicht unterschieden von der nd. form kaken (s. u. DWB kakeln 2, bd. 5, 49) noch von der oberd., alem. 'gaaggen' Stalder 1, 414 vom geschrei der gänse, krähen, raben (vgl. DWB gake 1), alle drei schreibungen meinen wesentlich dieselbe aussprache, das wort tritt als lautnachahmend aus der lautverschiebung heraus; vgl. u. K 2, g. s. aber auch gacken (oberd. gaggen), es gehn in dem worte kürze und länge neben einander, und mit umlaut gäken.
 
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gaken, gäken, gaffen (wie neben gaffen auch gäffen), gleichfalls md., s. u. gaffen I, 3, a sp. 1137, der gâkaffe maulaffe (s. DWB gähnaffe) heiszt erzgebirg. gækaff, wie auch kurz gake, gäke f. (s. d. 3); engl. entspricht letzterem gauky u. ä., s. sp. 1137. vgl. auch mit andern lautstufen altn. kaga gaffen, noch norw. kaga, auch koga, wobei freilich der offne mund fehlt, vielmehr der gehobene kopf als begleitend angegeben wird (s. u. DWB gaffen I, 2, b), es mag zu kucken, gucken gehören; vgl. isl. gægiaz latenter prospectare Biörn 1, 316b, altn. gægiask eifrig blicken mit gestrecktem halse Vigfusson 222b. zu diesem gaken auch wol kagfenster.
 
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gäken , nebenform zu dem ersten gaken.
1) gäken, frincutire, von gänsen Stieler 594, wie gaken 1. wieder auch alem. (s. DWB gaken 3) gæggen von widerlichem geschrei von thieren, z. b. des hähers (vgl. DWB gäker 2), auch des kalbes Stalder 1, 414. von fröschen, geken (vgl.kecken): die frösche sind die plauderer, so .. wider das evangelium geken. Luther randgl. zur offenb. Joh. 16, 13 (Bindseils ausg. 7, 568). s. auch gecken.
2) von menschen, wie eben schon b. Luther acute et minute loqui, wer gäket so drauszen? Stieler 594, vgl. DWB käken 2.

[Bd. 4, Sp. 1154]


wieder auch alem. bei Stalder gæggen von erwachsenen, die mit durchschneidender, gedehnter, weibischer stimme, von kindern die weinerlich reden. vgl. schwed. käka belfernd zanken Rietz 382a.
3) von dem tone dessen, der sich erbrechen will, s. DWB käken 1, auch gäcken, geksen. neben engl. keck (s. u. DWB käken) auch mundartl. gag to nauseate Halliw. 388b.
 
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gäker, m. 1) ein gäkender schwätzer, s. Stieler 594. 2) schweiz. gægger, eine art häher, corvus glandarius Stalder 1, 414, zu gäken 1.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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