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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gäffen bis gag (Bd. 4, Sp. 1140 bis 1141)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gäffen, nebenform zu gaffen (vgl. DWB gäffeln und DWB gaffeln neben einander): es ist ein bös gäffen, daran man würget, als übers. von intrat in os saepe mors et districtio gule. A. Gartneri dict. proverb. 72a, nach etwas schnappen, es erschnappen, s. dens. spruch unter gaffen II, 2. vielleicht ahd. neben gaffôn auch gaffian, geffian. s. auch gäken neben gaken gaffen.
 
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gaffer, m. neugieriger, müsziger zuschauer u. dgl. (nd. gaper, japer, dän. gaber):

hoch auf dem fernen ufer stand
ein schwarm von gaffern grosz und klein.
Bürger 36b (d. brave mann);

das bleibt ein ewig geheimnis, gott sei dank, das ich auch nicht offenbaren will den gaffern und schwäzzern. Göthe an Jacobi 30. vgl. DWB kapfer.
 
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gaffer, m. kampfer, s. d.
 
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gafferin, f. spectatrix, vaga oculis. Stieler 602.
 
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gaffern, in salzwerken, durchsickern aus einer schadhaften pfanne; zu gaffen II, 3? s. das. unter c kaffern.
 
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gaffig, adj. zu gaffen, z. b. ein gaffiges mädchen, die viel gafft. schwed. gapig.
 
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gaffleute, pl. gaffer, in einem gewiss volksth. wortspiele: gaffleut für kaufleut (käufer) Garg. vorr. 5 (s. u. DWB begaffen). 18b, mit diesem geschrei bekam er auch bald viel gaff (wolt kaufleut sagen). Kirchhof wend. 1602 2, 204 (2, 167 Öst.), von einem der das anpreisen der charlatane nachahmt; in demselben sinne wie krämer jetzt über einen markt klagen, es gebe viel laufleute, wenig kaufleute, hamb. mehr kapers als köpers Richey 109, immer mit suchen nach reim.
 
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gaffmaul, n. ein gaffer. Ludwig 683. vgl. DWB gähnmaul.
 
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gaffpfennig, m. 'den gaffpfenning gäben, nit fürsich gon'. Maaler 155c (auch Henisch, Stieler), als strafe fürs dastehn und gaffen; ein beisp. v. 1443 s. Scherz 464. das sieht

[Bd. 4, Sp. 1141]


aus wie ein volksth. nachklang von Konrads von Haslau strafgedicht 'der jüngling' aus d. 13. jh. (Haupt 8, 550 ff., vgl. 4, 53 Helbling), in dem für jede der aufgezählten unarten dem jünglinge ein phenninc (silbermünze) als busze abgefordert wird.
 
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gafter, n. abfall vom getreide, bair., s. Schm. 1, 35 und oben aftericht.
 
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gag, s. DWB gagag.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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