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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gäder bis gaffelmast (Bd. 4, Sp. 1134 bis 1135)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gäder, n.: gaeder, nervus, vena per quam ossa compaguntur. voc. inc. teut. h 1a, gäder voc. 1478 bei Tobler. noch schweiz. gæder n. (auch gæger), 'stein, der sehnige theil des fleisches' Tobler 211a, tirol. gâder fem., pl. gâdern Schöpf 166; vgl. gäderwasser. es ist doch wol nichts als geäder, vom alten âder muskel, sehne.
 
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gäderwasser, n. das man auch das gliedwasser nennet. Würtz wundarzn. 35; so ist der glidschwamm nichts anders dann die feuchte vom gäderwasser. 34; das man durch disz unnotwendig häften der nerven das gäderwasser erwecket. 16. s. das vor.

[Bd. 4, Sp. 1135]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gaderzick, f. durchfall: die ein flüssigen bauch haben und die stätig mit der gaderzick (citocacio) beladen sind. Tabernaemont. 633. aus dem ärztlichen cathartica, 'purgaz' Dief. 106c (καθαρτική reinigungsmittel). vergl. Catharina oben 2, 609, auch 5, 276.
 
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gädig, in zweigädig, dreigädig u. dgl., zweistöckig, dreistöckig. Adelung, Heynatz antib., bair. auch noch -gädnig, s. Schm. 2, 16; im 14. jh. zwigedmig Nürnb. chron. 1, 29, zwigadenig voc. 1482 qq 6b, s. DWB gadem II, 6. vgl. dreigadung (15. jh.).
 
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gadmei, ungeschmelzt erz, cobald. Henisch; s. galmei.
 
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gaffe, s. DWB gaufe.
 
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gaffeisen, n. cunnus. Zimm. chron. 4, 107.
 
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gaffel, f. gilde, zunft. Stieler 603.
1) nur am Niederrhein, gaffel, geselscap Teuth. 98a, in der Cölner gemma v. 1507 gaffel contubernium Dief. 148a, s. mehr Frisch 1, 312c: ind geboten up allen gaffeln yglichen burgere up synen eydt, dat he syn goit (gut, habe) schetzen sulde. cron. van der h. st. Cölln 219 bei Scherz 463; so sante he nae den meistern van den broderschaften, dat nu gaffelen sint ind genoempt (genannt) werden. 464. daher auch anderwärts, mit rücksicht auf den Niederrhein: dasz die leinweber, barbirer, schäfer, müller, zöllner, pfeifer u. s. w. hinfüro in zünften, gaffeln, ampten und gülten keines wegs ausgeschlossen (werden sollen, d. h. ihren kindern die aufnahme in die lehre verweigert). reichsabschied v. 1577 cap. 38, bei Scherz 463; die gemeine herbergen, zünft, gaffel, stuben (besuchten). Garg. 188a (Sch. 347 staffel).
2) dazu gaffelbroder contubernalis Cölner gemma Dief. 148a (gildebruder, zunftmitglied), gaffelherr ratsabgeordneter zur zunftversammlung Frisch, gaffelmeister zunftältester, gaffelknecht zunftdiener ders., u. a.
3) man erklärt es aus gaffel, zins, steuer, 'an einigen orten besonders das abzugsgeld' Adelung, bei Frisch gafel f. census, reditus, er scheint es aber nur als ags. aus Spelman anzuführen, ist es als deutsch bezeugt? ags. gafol, gaful n., engl. gavel, mlat. gabalum, gablum, daher in roman. sprachen, it. port. gabella, sp. prov. gabela, frz. gabelle (Diez 158), die allerdings auf altgerm. bestand des worts deuten; aber im Teuth. steht neben gaffel für sich gabelle, zins 97a. s. DWB gabelle und DWB gabe II, 1, a, α.
 
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gaffel , f. nd.,
1) grosze gabel, gafel Stieler 602:

jener indess hob schwer den geräucherten rücken des schweines
mit zweizackiger gaffel herab von der ruszigen latte.
Voss Phil. u. Baucis 58;

wo nez' und hamen auf gaffeln
trockneten (stellgabel für fischergarne). Luise 1, 753;

trocknete maschiges garn auf gaffelchen. der abendschmaus 106;

sieh! die veraltete hütte, zu klein auch zweien bewohnern,
wandelt zum tempel sich um: für die gaffeln (furcas) ragt ein geseul auf. dess. Ovid nr. 37, 150 (met. 8, 700);

die gedoppelte gaffel des astes (ramum bifurcum). nr. 52, 236 (12, 442).

unterschieden von forke, von der schüttegabel:

denn, auszer flegeln und den forken, das korn (beim dreschen) zu anfangs anzulegen,
und dasz, wenn zweimal zugedroschen, die seel' sie abzureiszen
pflegen,
wird es mit gaffeln umgekehrt, hierauf noch zweimal zugeschlagen,
denn mit den gaffeln aufgeschüttelt u. s. w.
Brockes 7, 570,

die forke ist nämlich von eisen (d. h. die eigentliche gabel), roman. entlehnung, die gaffel aber von holz, s. DWB gabel I, 3, b.
2) auf schiffen, eine rah mit gabelichtem ende, besonders gleich besangaffel, die die nationalflagge trägt. vgl. DWB gabelmast.
 
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gaffel, f. mädchen, die neugierig gaffend herumläuft oder am fenster liegt: welcher ehrliebender gesell ist, der eine solche 'gaffel und raffel' gern freien wolte? Moscherosch chr. verm. 178; raffel ist plaudertasche, noch straszburgisch (Arnold pfingstm.), zu gaffel s. DWB gaffeln und gaffelstirn. am Mittelrhein gilt noch gaffel von mädchen im obigen sinne, s. Kehrein 148.
 
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gaffelmast, s. DWB gabelmast.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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