Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gackelicht bis gackern (Bd. 4, Sp. 1128 bis 1130)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gackelicht ,
1) närrisch, schwäbisch gackelig Schmid 216: von denen gackelichten leuten mit curiosität (neugier) angesehen. gespenst 280. s. das vor.
2) buntscheckig, gackelig.
a) so henneb., laus., schwäbisch (gackelei n. bunte kleidung) Schmid 216, thür. sächs. gâkelig, auch in Posen Bernd 70. s. auch gackerig. hierher auch schwz. gaggelâli, gaggelâri, mischmasch greller farben Stalder 1, 82.
b) das stimmt denn ablautend zu dem sonst vereinsamten mhd. gickelvêch buntscheckig (vêch bunt, s. 3, 1386), s. Haupt zu Neidhart 122, ahd. gikkilvêh Graff 3, 426; noch in einem voc. ex quo 15. jh. giegelwech polymita Dief. 444c, das sich wol an mhd. giege narr anlehnt. einfacher erscheint die wurzel in geck narr (schwäb. gagg einfaltspinsel, steir. gack tölpel), s. DWB gageln; das guckengegel narr b. Hermann v. Sachsenheim (mhd. wb. 1, 539b) kann zwischen geck und gickel- vermitteln, vgl. gickeleinspiel narrenspossen Schm. 2, 25.
c) im nl. heiszt buntscheckig kakelbont, nd. kakelbunt (Lauremberg 4, 238), auch kikelkakelbunt (br. wb. 2, 718 fg.), ostpreusz. kökelbunt Hennig 130 (wie 'gaukelbunt'), auch kakelhaft Strodtmann 98; käöklig Danneil 97b. es ist derselbe stamm, s. DWB kakeln 3.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gackeln ,
1) von geschrei der hühner, s. DWB gack (von gänsen Schottel 1322):

hühner gackeln um mich her.
Mörike thurmhahn.

sprichw. er kann weder gackeln noch eier legen, taugt zu gar nichts. M. Kramer 1787, bei Henisch so mit gagsen, vgl. u. gacks, und Fischarts eier gachsen sp. 1127. dazu gackele n. in der kindersprache, das ei, schwäb., henneb. (auch gackel m.), fränk., bair., tir. u. a.:

schlôf, Mariele, gutt!
ich waa (werde) dr kochn a supp,
ich waa dr schlôn drai gackala nai,
ds wird a gûde supp sain. wiegenlied bei
Peter volksth. aus österr. Schlesien 1, 1;

und das buthünelein
gibt uns gutes kakelein. kinderlied bei
Mathesius Syrach 3, 10.

schweiz. gaggi, gäggi n. das ei, thür. sächs. gáckèi, engl. goggy Halliwell 408a, böhm. koko, slovak. kuko, kajko u. s. w.
2) danach von menschen, bes. frauen, rhein. hell lachen (Kehrein 148), sonst plaudern, schwätzen:

von stund an mögen sie
was ihnen lüstet gackeln.
Wieland 18, 27;

noch viel lauter als das gelbe huhn gackelte Mädi. Gotthelf 3, 188; Uli, den Mädi auch herbeigegackelt hatte. das. nordd. mit k (vgl. gacks):

[Bd. 4, Sp. 1129]


kackeln, quackeln, klappern und lallen.
Rollenhagen froschm. A 5a,

von weibern die mit gänsen verglichen werden, vgl. DWB gacken. s. auch gickelgackel, gacken 2.
3) nd. nl. kakeln (s. d.), md. gakeln, engl. cackle, aber alt und dial. auch gaggle, diesz auch von der gans, schnattern, wie nl. gagelen, gaggelen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gackeln, gaukeln, schlendern und dgl., s. DWB gageln.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gäckeln, wie gackeln. M. Kramer 1787: Fritz hat mich vor vieren geweckt und das neue jahr herbei gegäckelt. Göthe an fr. v. Stein 1. jan. 1779, geplaudert. vgl. DWB gäken, DWB gäckler.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gacken , vom geschrei des huhnes u. ä.; s. auch DWB gackeln, DWB gackern, DWB gacksen, gäcksen, gackzen, gagacken.
1) von hühnern (vgl. DWB gack), gracillare Dief. 267c 15. jh., Melander jocos. 2 no. 357, schwz. kärnt. gaggen (gg gleich reinem ck): der haushan und ander hüner gackten mit vollem halse. Kirchhof wend. 1602 7, 70.
2) von gänsen, gingrire, gacken Trochus Q iija (Dief. 263a), Schottel 1322, vgl. DWB gagen, das gewöhnliche:

bald gacktens auch den ganzen tag
die hühner und die gänse nach.
Bürger 93b;

dasz die gans der nachtigall ein verachtungslied nachgacke. 358b. gänsegegacke Steinbach 1, 820.
3) von menschen, wie gackeln 2, auch stottern u. dgl. Schmid schwäb. wb. 216, Stald. 1, 413 (gaggi m. stotterer): und jedem jüngerlein freigestellt, jezt viel von 'weise' eines liedes zu gacken, wie es bisher von 'wurf' gethan hat. Herder volksl. (1778) 2. bd., einl. s. 36; es hat einmal einer gesagt und die menschen haben es nachgegagget, die nacht sei keines menschen freund. Gotthelf 19, 194. vgl. DWB gacksen 2, kacken quacken.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gäcken, schreien, von krähen, elstern u. dgl., s. DWB gecken. gecken wie die hner oder vögel. Henisch 1401, 62.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gäcken, speien, z. b. ausgäcken 1, 865; derb von schlechten reden uszgecken Schade sat. u. pasqu. 2, 213, vgl. DWB käken.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gackenest, n.
1) nestküchlein, nesthökchen.
a) eig. von vögeln, gacke-nestgen Rädlein 317a: so wilst du nun, mein liebes gacke-nästgen, auch ausfliegen .. sagte der alte sperling .. zu seinem jüngsten sohn. E. Scharlach, bannisirter gerngrosz (1689), in der oft erzählten sperlingsgeschichte (Grimms kinderm. no. 157, Wack. les. 2, 210, Gödeke eilf b. d. d. 1, 119a), die von Mathesius ausgieng: endlich kombt der vatter (sperling) an jüngsten son: du mein liebes gackennestle, du warest allzeit der alberst und schwechest, bleib du bei mir. hist. von .. Luthers .. leben Nürnb. 1583 100a, auch b. Schupp. 838.
b) auch von kindern, 'schoszkindgen, hötschelmängen, muttersöhngen' Rädlein. auch gakelnest, so in dem liede vom 'herr Schmidt' und seinen töchtern, die auszustatten sind:

Ottilie ist das gakelnest,
die kriegt den ganzen überrest.


c) dem gackenest des 16. jh. entspricht die heutige sächs. form, gâkenest oder kâkenest (wegen des -ck vgl. DWB K 5, b), im sprachbewusztsein angelehnt an gaken das maul aufsperren oder an kake (s. d.), das gelbe am schnabel junger vögel. mit anderer anlehnung anderwärts nestquak m. (quaken schreien) u. a., s. die reiche zusammenstellung landschaftlicher namen bei Frommann 5, 416. unserer form naheliegend nl. im 16. jh. bei Kilian kackin nest, kackert, deutlich zu kacken cacare, und so noch nrh. nestkack, kackert (Aach. mundart 97, auch kackarsch, doch vgl. DWB kack unbefiedert das.); auch bair. nestkack, nestscheiszerlein, schwäb. nestkegele. nahe liegt auch der engl. name nestcock, nestlecock (s. dazu u. küchlein 5, 2517), dann dän. skravekage, das aber jetzt auf kage kuchen bezogen wird. in mitten dieser manigfaltigkeit fehlen zur entscheidung die ältesten formen.
2) anders das nest wohin die hühner die eier legen, auch eiernest; so sächs., laus. Daher schles. laus. gackenést (gesprochen -næst), den ruf der hühner wenn sie legen wollen nachahmend: seid so vielmahl lustig, als die hüner gacke-nest rufen. Weise Isaaks opfer 183. sächs. gackenǽtsch (Oschatz), gackenǽt od. nât (Zwickau), gackenái (Leipzig), meist mit mehrmal wiederholtem gack, s. u. DWB gacksen 1, gagacken. auch als verbum, die hühner gackenesten.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gacker, m. goldfink, aurivittis, 15. jh. Schmeller 2, 24. vgl. DWB gäckler, und das folg.; schwäb. jeck buchfinke.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gackerig, buntscheckig, fränk. Fromm. 2, 190, nürnb. geckericht Schm. 2, 25, laus. schles. gâkrich Weinh. 25a. s. gackelicht 2, und gagern. dazu das vor.? vergl. finkelfech mit gickelvêch vorhin.

[Bd. 4, Sp. 1130]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gackern , gleich gackeln, die md. gewöhnliche form, aber auch bair. tir. kärnt.; doch zuerst b. Rädlein, der auch it. caccherare angibt; so heiszt es auch gr. κακκάζειν, und slav. z. b. böhm. koktati (auch stottern), russ. gogotat', litt. kaksẽti (kakaloti schwatzen, kakeln), ehstn. kakutama (kogama stammeln) u. s. w. offenbar mit einwirkung des naturlauts. vgl. DWB kakeln. s. auch gattern.
1) von hühnern noch b. Steinbach als nur plebej, doch jetzt auch schriftdeutsch vorherschend:

ein hof voll hühner sah ihn (den wiesel) leiden,
und gackerte dabei vor freuden.
Lichtwer fab. 1, 4;

die erstre trug einen korb, in welchem hühner ängstlich gackerten und mit den flügeln pluhsterten. Immermann Münchh. 1, 204; wir werden schon gackern und euch rufen, wenn unsere eier gelegt sind. Gutzkow ritter v. g. 6, 160.
2) seltener von gänsen Rädlein, Heynatz antib. 2, 169, gakern Frisch, schnattern (vgl. DWB gagen, gagern): auch sie ist eine gackernde tugendhafte gans. Tieck Accor. 1, 220.
3) zuweilen von menschen (so kärnt., tir., bes. von kindern), wie gackeln, vgl. DWB gegacker, frz. caqueter plaudern, eig. gackern.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 11 bis 20 von 237 Nächste Treffer Vorherige Treffer
11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
Artikel 11 bis 20 von 237 Nächste Treffer Vorherige Treffer