Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gack bis gacken (Bd. 4, Sp. 1128 bis 1129)
Abschnitt zurück Abschnitt vor

[Bd. 4, Sp. 1128]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gack ,
1) vom laute der hühner, bes. wenn sie ein ei gelegt haben (vgl. Fromm. 4, 317), nd. kâk m. Schambach, s. DWB gacken; gack gack u. s. w., eine schrift Abrahams a S. Clara (Wackern. voces anim.2 25). vgl. gickgack, gigag, gagag von gänsen.
2) daher wol in 'gack sagen', das allereinfachste, hühner und gänse gelten ja als muster von dummheit (vgl. das sprichw. u. gackeln): wenn ich sie hette sollen fragen .. so hette ir keiner gewuszt gack darzu zu sagen, und urtheilen mir nun das ganze werk, die feinen gesellen. Luther 5, 140b. gewöhnlich gacks, s. d., vgl. DWB kaus.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gack, m. pranger, f. kak.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gacke, f. die dole, monedula. Maaler 153b, Fris. 834a, Henisch 1331 (der auch ein m. gack ansetzt, 'der aesopisch gack', αἰσώπιος κόλοιος); auch nl. gacke Kilian, vgl. DWB kacke. schwz. jetzt gâgger m. dohle (auch gûggâgger) und rabe, ihr geschrei gâggen (Stald. 1, 414), wie schon mhd. gâgen Weigand wb. 1, 382. 'kack rufen' von auerhühnern Döbel 1, 45a, vgl. lat. cacabare, gr. κακκαβίζειν von rebhühnern. vgl. DWB gäke, und kachel krähe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gacke, f.? tir. schneckenhaus, dem. gagkele. Schöpf 167. woher?
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gackelei, f. gegacker, geplauder. M. Kramer 1787. nordd. mit k (s. DWB K 2, g):

und wiszt das diese kackelei
ein eitel ding und nichtes bei.
Ringwald tr. Eck. K 2b,

wenn es nicht zu gageln gaukeln gehört. vgl. u. gackerig.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gackelfreude, f. närrische, thörichte: ir (der frommen) fröd ist inwendig im herzen und geistlich ... es ist nit ein gackel oder ein narrenfröd. Keisersb. 15 staffeln 8b. oder gackel? s. DWB gageln.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gackelicht ,
1) närrisch, schwäbisch gackelig Schmid 216: von denen gackelichten leuten mit curiosität (neugier) angesehen. gespenst 280. s. das vor.
2) buntscheckig, gackelig.
a) so henneb., laus., schwäbisch (gackelei n. bunte kleidung) Schmid 216, thür. sächs. gâkelig, auch in Posen Bernd 70. s. auch gackerig. hierher auch schwz. gaggelâli, gaggelâri, mischmasch greller farben Stalder 1, 82.
b) das stimmt denn ablautend zu dem sonst vereinsamten mhd. gickelvêch buntscheckig (vêch bunt, s. 3, 1386), s. Haupt zu Neidhart 122, ahd. gikkilvêh Graff 3, 426; noch in einem voc. ex quo 15. jh. giegelwech polymita Dief. 444c, das sich wol an mhd. giege narr anlehnt. einfacher erscheint die wurzel in geck narr (schwäb. gagg einfaltspinsel, steir. gack tölpel), s. DWB gageln; das guckengegel narr b. Hermann v. Sachsenheim (mhd. wb. 1, 539b) kann zwischen geck und gickel- vermitteln, vgl. gickeleinspiel narrenspossen Schm. 2, 25.
c) im nl. heiszt buntscheckig kakelbont, nd. kakelbunt (Lauremberg 4, 238), auch kikelkakelbunt (br. wb. 2, 718 fg.), ostpreusz. kökelbunt Hennig 130 (wie 'gaukelbunt'), auch kakelhaft Strodtmann 98; käöklig Danneil 97b. es ist derselbe stamm, s. DWB kakeln 3.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gackeln ,
1) von geschrei der hühner, s. DWB gack (von gänsen Schottel 1322):

hühner gackeln um mich her.
Mörike thurmhahn.

sprichw. er kann weder gackeln noch eier legen, taugt zu gar nichts. M. Kramer 1787, bei Henisch so mit gagsen, vgl. u. gacks, und Fischarts eier gachsen sp. 1127. dazu gackele n. in der kindersprache, das ei, schwäb., henneb. (auch gackel m.), fränk., bair., tir. u. a.:

schlôf, Mariele, gutt!
ich waa (werde) dr kochn a supp,
ich waa dr schlôn drai gackala nai,
ds wird a gûde supp sain. wiegenlied bei
Peter volksth. aus österr. Schlesien 1, 1;

und das buthünelein
gibt uns gutes kakelein. kinderlied bei
Mathesius Syrach 3, 10.

schweiz. gaggi, gäggi n. das ei, thür. sächs. gáckèi, engl. goggy Halliwell 408a, böhm. koko, slovak. kuko, kajko u. s. w.
2) danach von menschen, bes. frauen, rhein. hell lachen (Kehrein 148), sonst plaudern, schwätzen:

von stund an mögen sie
was ihnen lüstet gackeln.
Wieland 18, 27;

noch viel lauter als das gelbe huhn gackelte Mädi. Gotthelf 3, 188; Uli, den Mädi auch herbeigegackelt hatte. das. nordd. mit k (vgl. gacks):

[Bd. 4, Sp. 1129]


kackeln, quackeln, klappern und lallen.
Rollenhagen froschm. A 5a,

von weibern die mit gänsen verglichen werden, vgl. DWB gacken. s. auch gickelgackel, gacken 2.
3) nd. nl. kakeln (s. d.), md. gakeln, engl. cackle, aber alt und dial. auch gaggle, diesz auch von der gans, schnattern, wie nl. gagelen, gaggelen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gackeln, gaukeln, schlendern und dgl., s. DWB gageln.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gäckeln, wie gackeln. M. Kramer 1787: Fritz hat mich vor vieren geweckt und das neue jahr herbei gegäckelt. Göthe an fr. v. Stein 1. jan. 1779, geplaudert. vgl. DWB gäken, DWB gäckler.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
gacken , vom geschrei des huhnes u. ä.; s. auch DWB gackeln, DWB gackern, DWB gacksen, gäcksen, gackzen, gagacken.
1) von hühnern (vgl. DWB gack), gracillare Dief. 267c 15. jh., Melander jocos. 2 no. 357, schwz. kärnt. gaggen (gg gleich reinem ck): der haushan und ander hüner gackten mit vollem halse. Kirchhof wend. 1602 7, 70.
2) von gänsen, gingrire, gacken Trochus Q iija (Dief. 263a), Schottel 1322, vgl. DWB gagen, das gewöhnliche:

bald gacktens auch den ganzen tag
die hühner und die gänse nach.
Bürger 93b;

dasz die gans der nachtigall ein verachtungslied nachgacke. 358b. gänsegegacke Steinbach 1, 820.
3) von menschen, wie gackeln 2, auch stottern u. dgl. Schmid schwäb. wb. 216, Stald. 1, 413 (gaggi m. stotterer): und jedem jüngerlein freigestellt, jezt viel von 'weise' eines liedes zu gacken, wie es bisher von 'wurf' gethan hat. Herder volksl. (1778) 2. bd., einl. s. 36; es hat einmal einer gesagt und die menschen haben es nachgegagget, die nacht sei keines menschen freund. Gotthelf 19, 194. vgl. DWB gacksen 2, kacken quacken.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 11 bis 20 von 237 Nächste Treffer Vorherige Treffer
11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
Artikel 11 bis 20 von 237 Nächste Treffer Vorherige Treffer