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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gachsen bis gackeln (Bd. 4, Sp. 1127 bis 1129)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gachsen, glocire: hner, welche wie die hanen kren, gachsen oder scharren. Sebiz feldb. 102; merzenhennen die nicht gachsen. Fischart groszm. 54 (587 Sch.);

wolan die hner gachsen vil,
die eier kommen schier,
und wer die eier haben wil,
musz gachsen hören vil. Garg. 49a;

scherzhaft von flöhen, so verhinderet es, das kain floh darinn wachse noch aier gachse. flöhhatz 900 Sch., also auch eier gachsen, gackernd legen, vgl. gackei das ei unter gackeln 1. noch b. Steinbach 1, 536 gachsen, glocire. vgl. DWB gachzen.
 
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gachzen, dass., mhd. gahzen Mones anz. 8, 396:

bei hünren lernt man gachzgen (so),
bei sweinen seuwisch smazgen. ring 30c, 18, sprichwort.

gächzen Stieler 594. s. unter gackzen. *) alle drei gehn so bewuszt, aus vaterländischem eifer, auf bereicherung des sprachschatzes aus, dasz sie als zeugen mit vorsicht zu brauchen sind; Henisch benutzt dazu namentlich den Maaler, merkwürdigerweise auch den nl. Kilian (s. z. b. 2, 231 mitte), auch den voc. theut. 1482 (s. 4, 64 mitte), Schottel den Henisch (und Kilian wie es scheint), Stieler den Schottel und Henisch. erst Frisch bringt in diesz benutzen der vorgänger ein geschichtliches verfahren, mit genauer anführung der quellen, worin ihm doch der treffliche, viel frühere Henisch zum theil vorangieng, zum theil auch Steinbach.

[Bd. 4, Sp. 1128]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gack ,
1) vom laute der hühner, bes. wenn sie ein ei gelegt haben (vgl. Fromm. 4, 317), nd. kâk m. Schambach, s. DWB gacken; gack gack u. s. w., eine schrift Abrahams a S. Clara (Wackern. voces anim.2 25). vgl. gickgack, gigag, gagag von gänsen.
2) daher wol in 'gack sagen', das allereinfachste, hühner und gänse gelten ja als muster von dummheit (vgl. das sprichw. u. gackeln): wenn ich sie hette sollen fragen .. so hette ir keiner gewuszt gack darzu zu sagen, und urtheilen mir nun das ganze werk, die feinen gesellen. Luther 5, 140b. gewöhnlich gacks, s. d., vgl. DWB kaus.
 
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gack, m. pranger, f. kak.
 
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gacke, f. die dole, monedula. Maaler 153b, Fris. 834a, Henisch 1331 (der auch ein m. gack ansetzt, 'der aesopisch gack', αἰσώπιος κόλοιος); auch nl. gacke Kilian, vgl. DWB kacke. schwz. jetzt gâgger m. dohle (auch gûggâgger) und rabe, ihr geschrei gâggen (Stald. 1, 414), wie schon mhd. gâgen Weigand wb. 1, 382. 'kack rufen' von auerhühnern Döbel 1, 45a, vgl. lat. cacabare, gr. κακκαβίζειν von rebhühnern. vgl. DWB gäke, und kachel krähe.
 
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gacke, f.? tir. schneckenhaus, dem. gagkele. Schöpf 167. woher?
 
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gackelei, f. gegacker, geplauder. M. Kramer 1787. nordd. mit k (s. DWB K 2, g):

und wiszt das diese kackelei
ein eitel ding und nichtes bei.
Ringwald tr. Eck. K 2b,

wenn es nicht zu gageln gaukeln gehört. vgl. u. gackerig.
 
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gackelfreude, f. närrische, thörichte: ir (der frommen) fröd ist inwendig im herzen und geistlich ... es ist nit ein gackel oder ein narrenfröd. Keisersb. 15 staffeln 8b. oder gackel? s. DWB gageln.
 
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gackelicht ,
1) närrisch, schwäbisch gackelig Schmid 216: von denen gackelichten leuten mit curiosität (neugier) angesehen. gespenst 280. s. das vor.
2) buntscheckig, gackelig.
a) so henneb., laus., schwäbisch (gackelei n. bunte kleidung) Schmid 216, thür. sächs. gâkelig, auch in Posen Bernd 70. s. auch gackerig. hierher auch schwz. gaggelâli, gaggelâri, mischmasch greller farben Stalder 1, 82.
b) das stimmt denn ablautend zu dem sonst vereinsamten mhd. gickelvêch buntscheckig (vêch bunt, s. 3, 1386), s. Haupt zu Neidhart 122, ahd. gikkilvêh Graff 3, 426; noch in einem voc. ex quo 15. jh. giegelwech polymita Dief. 444c, das sich wol an mhd. giege narr anlehnt. einfacher erscheint die wurzel in geck narr (schwäb. gagg einfaltspinsel, steir. gack tölpel), s. DWB gageln; das guckengegel narr b. Hermann v. Sachsenheim (mhd. wb. 1, 539b) kann zwischen geck und gickel- vermitteln, vgl. gickeleinspiel narrenspossen Schm. 2, 25.
c) im nl. heiszt buntscheckig kakelbont, nd. kakelbunt (Lauremberg 4, 238), auch kikelkakelbunt (br. wb. 2, 718 fg.), ostpreusz. kökelbunt Hennig 130 (wie 'gaukelbunt'), auch kakelhaft Strodtmann 98; käöklig Danneil 97b. es ist derselbe stamm, s. DWB kakeln 3.
 
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gackeln ,
1) von geschrei der hühner, s. DWB gack (von gänsen Schottel 1322):

hühner gackeln um mich her.
Mörike thurmhahn.

sprichw. er kann weder gackeln noch eier legen, taugt zu gar nichts. M. Kramer 1787, bei Henisch so mit gagsen, vgl. u. gacks, und Fischarts eier gachsen sp. 1127. dazu gackele n. in der kindersprache, das ei, schwäb., henneb. (auch gackel m.), fränk., bair., tir. u. a.:

schlôf, Mariele, gutt!
ich waa (werde) dr kochn a supp,
ich waa dr schlôn drai gackala nai,
ds wird a gûde supp sain. wiegenlied bei
Peter volksth. aus österr. Schlesien 1, 1;

und das buthünelein
gibt uns gutes kakelein. kinderlied bei
Mathesius Syrach 3, 10.

schweiz. gaggi, gäggi n. das ei, thür. sächs. gáckèi, engl. goggy Halliwell 408a, böhm. koko, slovak. kuko, kajko u. s. w.
2) danach von menschen, bes. frauen, rhein. hell lachen (Kehrein 148), sonst plaudern, schwätzen:

von stund an mögen sie
was ihnen lüstet gackeln.
Wieland 18, 27;

noch viel lauter als das gelbe huhn gackelte Mädi. Gotthelf 3, 188; Uli, den Mädi auch herbeigegackelt hatte. das. nordd. mit k (vgl. gacks):

[Bd. 4, Sp. 1129]


kackeln, quackeln, klappern und lallen.
Rollenhagen froschm. A 5a,

von weibern die mit gänsen verglichen werden, vgl. DWB gacken. s. auch gickelgackel, gacken 2.
3) nd. nl. kakeln (s. d.), md. gakeln, engl. cackle, aber alt und dial. auch gaggle, diesz auch von der gans, schnattern, wie nl. gagelen, gaggelen.
 
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gackeln, gaukeln, schlendern und dgl., s. DWB gageln.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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