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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gachel bis gacke (Bd. 4, Sp. 1127 bis 1128)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gachel, f. bair. östr. baumwanze, cimex griseus, bair. auch gackel, östr. tir. kachel; einfacher schwz. gâch, gak m. (auch gax m., gai n.). dann mit ablaute (wie mhd. huon zu han) und andrer lautstufe oberpf. gueg m. Schm. 2, 23, schwz. guege f. Stald. 1, 410 (vgl. DWB donnerguge hirschkäfer). vgl. DWB gauch.
 
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gacheln, laut, schütternd lachen: gachlen oder gichlen, cachinnari. Frisius 167a, Maaler 153b (Henisch 1330, Schottel 1321, Stieler 595 haben es wol nur entlehnt*). ebenso nl. gachelen und gichelen, gichen Kil., vgl. geicheln Frisch 1, 312b, ostfries. giecheln Stürenb. 70a (in Aachen aber kakelen, im Teuth. 98a gakelen cachinnari); eigenthümliches zusammentreffen des alem. mit dem nl., das öfter auftaucht, oft genug wie einwirkung vom Niederrhein herauf. s. dazu DWB kachen und kichern. Eigen ist nd. gaffeln, gamfeln, laut lachen bei Schambach, schott. gaff, gaffaw, gawf, gaulf.
 
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gachen, gächen, eilen, s. DWB gahen, DWB gähen.
 
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gachen, laut lachen? s. DWB gacheln:

wie meinst denn wol, das wir es machen,
das ihm vergeh sein unnütz gachen?
Pape christiani hominis sors etc. F 1b.


 
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gachheil, n. schafgarbe.
1) gachheilkraut Hohb. 3, 1, 236b, zu einer wundsalbe gebraucht, 238b gulden-jachheil mit den rothen blümlein, also 'schnell heilendes' wundkraut, auch wundkraut genannt Dief. 361b, im Elsasz 'heil allen schaden'); schon in einem (mehr nd.) gloss. um 1300 gachheil millefolium Mones anz. 4, 247.
2) mit o aus â: anagliphus, gochail. Fromm. 4, 292a, bair. 15. jh.; bei Alberus CC 2b als fem.: anagallis phaenicia vel purpurea, die rot ghocheyl; sanguis oculi, die blo ghocheyl; anagallis aquatica, bachpungen, wasserghocheyl. vorher das. anagallis, ghocheyl, gaucheyl, colmerkraut.
3) entstellt gachol Dief. 861b, gahel voc. 1482 i 8b, 'supercilioveneris' (jungferaugbrauen). noch östr. gachelkraut, kärnt. gachel m. (auch kachel, grochal). vgl. übrigens gauchheil.
 
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gachs, adv. zu gach in genitivischer bildung (vgl. u. kleinlaut 3), mhd. gâhes, zeigt sich noch in kärnt. gâchis plötzlich Lexer 105, bair. gachs (auch gacks, gächens) Schm. 2, 28; tirol. allsgâchs in voller hast Schöpf 165, das mhd. alles gâhes. die md. form war gâs (wiefür gach, s. d. u. 1) Athis C* 164, s. oben 3, 1161, wie mnd. gâs Eike zeitb. 286a. mhd. auch gæhes Nib. 2035, 4 in J, vgl. Schmeller a. a. o.
 
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gachsen, glocire: hner, welche wie die hanen kren, gachsen oder scharren. Sebiz feldb. 102; merzenhennen die nicht gachsen. Fischart groszm. 54 (587 Sch.);

wolan die hner gachsen vil,
die eier kommen schier,
und wer die eier haben wil,
musz gachsen hören vil. Garg. 49a;

scherzhaft von flöhen, so verhinderet es, das kain floh darinn wachse noch aier gachse. flöhhatz 900 Sch., also auch eier gachsen, gackernd legen, vgl. gackei das ei unter gackeln 1. noch b. Steinbach 1, 536 gachsen, glocire. vgl. DWB gachzen.
 
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gachzen, dass., mhd. gahzen Mones anz. 8, 396:

bei hünren lernt man gachzgen (so),
bei sweinen seuwisch smazgen. ring 30c, 18, sprichwort.

gächzen Stieler 594. s. unter gackzen. *) alle drei gehn so bewuszt, aus vaterländischem eifer, auf bereicherung des sprachschatzes aus, dasz sie als zeugen mit vorsicht zu brauchen sind; Henisch benutzt dazu namentlich den Maaler, merkwürdigerweise auch den nl. Kilian (s. z. b. 2, 231 mitte), auch den voc. theut. 1482 (s. 4, 64 mitte), Schottel den Henisch (und Kilian wie es scheint), Stieler den Schottel und Henisch. erst Frisch bringt in diesz benutzen der vorgänger ein geschichtliches verfahren, mit genauer anführung der quellen, worin ihm doch der treffliche, viel frühere Henisch zum theil vorangieng, zum theil auch Steinbach.

[Bd. 4, Sp. 1128]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gack ,
1) vom laute der hühner, bes. wenn sie ein ei gelegt haben (vgl. Fromm. 4, 317), nd. kâk m. Schambach, s. DWB gacken; gack gack u. s. w., eine schrift Abrahams a S. Clara (Wackern. voces anim.2 25). vgl. gickgack, gigag, gagag von gänsen.
2) daher wol in 'gack sagen', das allereinfachste, hühner und gänse gelten ja als muster von dummheit (vgl. das sprichw. u. gackeln): wenn ich sie hette sollen fragen .. so hette ir keiner gewuszt gack darzu zu sagen, und urtheilen mir nun das ganze werk, die feinen gesellen. Luther 5, 140b. gewöhnlich gacks, s. d., vgl. DWB kaus.
 
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gack, m. pranger, f. kak.
 
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gacke, f. die dole, monedula. Maaler 153b, Fris. 834a, Henisch 1331 (der auch ein m. gack ansetzt, 'der aesopisch gack', αἰσώπιος κόλοιος); auch nl. gacke Kilian, vgl. DWB kacke. schwz. jetzt gâgger m. dohle (auch gûggâgger) und rabe, ihr geschrei gâggen (Stald. 1, 414), wie schon mhd. gâgen Weigand wb. 1, 382. 'kack rufen' von auerhühnern Döbel 1, 45a, vgl. lat. cacabare, gr. κακκαβίζειν von rebhühnern. vgl. DWB gäke, und kachel krähe.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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