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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gabelkraut bis gabeln (Bd. 4, Sp. 1122)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gabelkraut, n. bidens tripartita, katzenigel, der same hat häkchen die sich anhängen; auch das ähnliche coreopsis bidens.
 
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gabelkreuz, n. heraldisch, dän. gaffelkryds.
 
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gabellang, m. der ohrwurm, fullo. Henisch, Stieler. misverständlich für nl. gaffeltange Kilian, gabelzange? sein naturwissenschaftlicher name ist forficula auricularia, früher auch forcipula (gäbelein) Nemnich 2, 1639. daher in Luserna ohrgabel f. Zingerle 31b.
 
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gabelle, f. abgabe. Henisch 1330, gabell M. Kramer 1787, nrh. gabelle, ongelt, gabellum Teuth. 97a, nl. gabelle Kil. 684a: muest unser ieder 4 mödin bezalen, welches gleichsam ein gabell oder zoll über die christen. Kiechel reisen 282. sieh dazu gaffel und folg.
 
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gabelleute, homines censuales, s. Scherz 461.
 
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gabelmacher, m. gravius ein gabel macher (gramus grienmacher) Dief. nov. gl. 196b.
 
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gabelmann, m. gabelmänner, gebelenmann, leute die bei processionen die fahnenträger mit gabeln (s. DWB gabel II, 3, a) unterstützen muszten. Birlinger Augsb. wb. 175b. vgl. DWB gabeln 1, d.
 
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gabelmast, m. mast mit einem in der mitte gegen das hintertheil hinausgehenden querstocke für das segel; nd. gaffelmast, gabelförmiger mast in den schmacken, gallioten und jachten Ludwig 682, auch dän. schwed. gaffelmast.
 
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gabelmehl, n. das feinste mehl, dän. gaffelmeel Reisler 3, 332a. bei Tobler 209a aber gäbelimehl, 'hexenmehl', hexenpulver, der same des bärlapps, vgl. gabelfahrerin.
 
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gabeln , auch gäbeln,
1) mit der gabel arbeiten, bearbeiten, fassen, essen u. ä.
a) ein altes sprichwort vom heumachen: wer nit gablet, so die brem zablet u. s. w. Keisersb. has im pf. Bb ijc, narrenschiff 84 (Frisch 1, 312a), vgl. Brant 70 überschr., auch unter breme und krabbeln II, 1, a, bei Henisch 1354 auch: wer im hew nicht gappelet (: zappelet); schwz. gäbeln das heu wenden, umschütteln Tobler 209a. den mist, welcher zwischen die steine (des stallbodens) getreten war, herauszugäbeln. Gotthelf 2, 153.
b) der hirsch gabelt seinen gegner, spieszt ihn. auch allgemein einen gabeln, furcâ transfigere Aler 830b.
c) beim essen: wir hatten nichts zu gabeln, wie löffeln; Mareili .. gäbelte (verlegen) auf dem teller herum. Gotthelf 13, 275 (nd. dagegen ingaffeln wie mit der streugabel fressen Br. wb.). im scherz gabelieren Stieler, Frisch (wie schnabelieren). Bildl.: auch sticht man geschäfte auf, gabelt (wie fischt) herum nach klienten. Gotthelf 19, 93. so aufgabeln, auch ergabeln.
d) mit einer gabel (3) stützen, untergäbeln Garg. 100b. auch auf der gabel reiten, von hexen, s. DWB dargabeln.
2) mit einer gabel versehen, gegabelt furcosus Steinbach, z. b. ein zweig. Eigen bildlich: sie hbent (hielten) in eine gegablete frag für. evangelienb. 54b (Kuhns zeitschr. 18, 45); der gelert doctor verstund wol warumb der herr die gegablete und gehürnte frag an in legt. Pauli sch. u. ernst c. 18 (s. 73 Öst., 1555 gablete und gehörnte 41a), verfängliche, spitzige, ursprünglich ein scholastischer ausdruck für dilemma? bei Frisch 1, 312b 'syllogismus cornutus'. s. DWB gabel II, 8.
3) sich gabeln,
a) sich gabelicht theilen, bergm., s. DWB gabel II, 3, f; auch in der sprache der geographen, z. b. ein flusz gabelt sich. vgl. gabelung.
b) hess., rhein. sich fügen oder schicken wozu, passen, s. Vilmar 113, Kehrein 148, eig. wol von holzstücken.
 
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gabeln , gaukeln, vom vorigen verschieden.
1) es ist schwäb., alem., z. b.: weilen sie hinzugesprungen, mit den händen im gesicht herumbgegabelt, so habe er sie mit den händen zurückgestoszen. Birlinger Augsb. wb. 175b. bregenzerw.: der vater wird luogo und Josef loso (horchen) im herbst, wenn es bei uns daheim so auseinandergabelt. Felder Nümmam. 148, von den familiengliedern, die sich trennen; in falscher auslegung: und jetzt, da alles anfieng auseinanderzugabeln wie die äste eines baumes. das. 152. schweiz. sich possenhaft bewegen oder benehmen, s. Stalder 1, 409, Tobler 209a (vergl. unter begabeln). auch auf dem bair. sprachgebiete fehlt es nicht: tirolisch gblen verschiedene bewegungen machen, besonders mit den händen Schöpf 465, Fromm. 5, 106. auch bair. gaberln übereilt handeln, d. h. wie ein gaberl (Gabriel) Schm. 2, 9 enthält es wol zugleich.
2) nebenformen anderwärts.
a) kärnt. gappeln vom ersten herumstolpern der kinder Lexer 108, schwäb. gappeln Schmid 213, 'sich mit den füszen wehren',

[Bd. 4, Sp. 1123]


es ist dieselbe bed., vgl. 'gippen gappen' in einem kinderrätsel von der ölmühle E. Meier kinderreime aus Schwaben nr. 293, gaukelnd hin und her fahren, auch schweiz. gappen gleich gabeln Stalder 1, 417.
b) mit anderm vocale schwäb. gaupeln (wie gaukeln neben gageln, s. d.) Schmid 213; appenz. gaupen Tobler 229a. hier dann auch gopen das., Stalder 1, 417, gopen possenhaft tändeln Henisch 1678.
c) im nd. gebiete: ostfries. gabbelgühtjes narrenspossen, nl. gabberen nugari, jocari, franz. gaber bei Kil., gabberer joculator, nugator, franz. gabeur, auch gabberye, nugae, ridiculum, franz. gaberies pour rire, gabes. bei Halliwell ferner engl. gaffle herumgaukeln, necken, gabber 'a person skilful in the art of burlesque', possenreiszer, gaby und gauby a silly fellow (schwz. gappi, gopi), altengl: gabbe to jest, talk idly (dial. gabber, auch gabble, gibblegabble). auch dän. gab spott, gabenar (narr) der andrer spotte zur zielscheibe dient, dän. dial. geffle possen treiben. schwed. gabb spott, begabba verspotten, vgl. Rietz 180a. man bemerke im engl., dän. die doppelte auslautstufe -ff und -bb, die unserm gabeln und gappeln entspricht.
d) und hier denn auch alte bezeugung: ags. gaffetung derisio, geaf jocosus Grein 1, 491 und gabban illudere, altn. gabba, gewisz urspr. von possenreiszen; vgl. altfries. gabbia verklagen, peinlich verfolgen Richthofen 771b.
e) auf roman. gebiete, wie vorhin franz. (s. c), so prov. gab, gap spasz, spott, ital. gabbo, als zeitwort gabbare, altspan. gabar, s. Diez 158 (1, 195).
3) Diefenbach goth. wb. 1, 169 vergleicht kelt. wörter, wie bret. goap spott, die aber zu einer entlehnung nicht ausreichen. bei uns ist das gaukeln, dann narren der begriffskern, und danach treten als wahrscheinlich verwandt herzu gampen, gumpen mit ihrer sippe, s. dort. Aber nahe liegt auch, durch auslautwandel (s. 5, 6) gagen schwanken, gagern, gageln, und gaukeln selbst. vergl. auch DWB käupeln, DWB kippeln (götting. kappeln), kaweln 5, 351, zunächst gäbisch.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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