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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
futtersack bis futterschrotmühle (Bd. 4, Sp. 1094 bis 1095)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) futtersack, m.
1) ein mit futter für das vieh gefüllter sack. mitteld.

ich wêne, um einen fuotersac
ër wolde einen ganzen tac
sich slahen mit dën heiden. Ludwigs kreuzfahrt 3404.

[Bd. 4, Sp. 1095]



nhd. die futter aufsuchenden reiter brachten eine menge futtersäcke ins lager und konnten so reichlich füttern. s. auch nachher die stelle von Jean Paul.
dann überhaupt
2) ein zum hineinthun von viehfutter bestimmter sack, ein sack in welchen viehfutter gethan und bei einer fahrt mitgeführt zu werden pflegt:

sich hinden in den kolwagen legt,
sein futtersack uber sich deckt.
H. Sachs I (1590), 374c;

bald in ein holen baum er (der bauer) schloff,
neben dem weg also trieff nasz
vor dem regen darein er sasz
und hült umb sich die futterseck. 374b;

zwey abgefeimte futtersäcke.
Picander ernstscherzh. ged. 1 (1727), 454, 50,

unter Cupidens inventarium von raren sachen. im besondern bei pferdeknechten ein sack, das futter vom boden zu holen. Zincke öconom. lex. (1764) 845.
auch schw. fodersäck, dän. fodersäck, foersäck.
bildlich: blos weil er sich vordichtete, diesen geistigen futtersack, der blos unter den lumpenhacker gehörte, hab er selber gefertigt und gefüllt. Jean Paul Hesp. 1, 6.
3) ein kleiner sack, ein beutel, in welchem speise mitgeführt oder wohin mitgenommen wird. so wol in folgender stelle: ein gewächsz mit der zwibel und grund auszzuheben und in futersack zu stecken. Fischart Garg. (Scheible) 339.
 
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futtersammler, m. einer der futter für das vieh im freien sucht und einsammelt, aber eben so wol einer der im kriege futter auftreibt und herbeischafft. ftersamler, pabulator. Dasypodius 334b. 166a. danach auch futersamler bei Serranus dict. r 3a. eben so bei Aler (1727) 829b. pabulatores, fuettersamler. Schönsleder. futtersammler, fouragirer, der futter hohlet. Weber lat.-deutsch. universalwb. 1734 s. 877a (1770 2, 271).
 
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futtersammlung, f. das suchen und einsammeln von futter für das vieh im freien, aber auch das auftreiben und herbeischaffen von futter im kriege. ftersamlung, pabulatio. Dasypodius 334b. 166a. danach dann auch futersamlung bei Serranus dict. r 3a. beide erklären vorher lat. pabulari durch ftersamlen, futer samlen.
schw. fodersamling, das aber besonders von dem sammeln des laubfutters für den winter gesagt wird.
 
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futterschlenge, f. livländ. was futterrahme, das gleichfalls livlandisch vorkommt. Gutzeit 1, 304a. mhd. slenge bedeutet schleuder (sumerl. 51, 41), ist aber hier in die bedeutung umschlingende einfassung übergegangen.
 
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futterschneide, f. 1) das sensenartige messer der futterbank, das futtermesser, falx stramentaria. Reyher 1, 972. 2 F 3c. 2) was futterbank (s. d.). auch 3) ein geräth zum schneiden von wurzelgewächsen und kartoffeln als viehfutter.
 
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futterschneider, m. ein arbeiter dem das häckerlingschneiden für das vieh obliegt. stroh- sive futterschneider, sector stramentarius. Stieler 1900. futterschneider, falcarius. Hederich (1753) 1002 und danach Nieremberger Ddd 3c. nnl. voedersnijder. auch einer der das futter- d. h. häckerlingschneiden als gewerbe treibt (s. strohschneider).
 
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futterschneidmaschine, f. eine mit messern versehene maschine zum schneiden der wurzelgewächse und kartoffeln als viehfutter entweder in scheiben oder in würfel. Weber ökonom. wb. 176b.
 
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futterschober, m. ein aufgeschichteter haufe dürres viehfutters, besonders wenn er, gewöhnlich zum schutze mit stroh bedeckt, im freien bleibt. auch blosz was heuschober (s. d.).
 
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futterschreiber, m. an höfen ein schreiber bei dem »futteramte«, ein dem futtermarschall oder dem futtermeister untergeordneter »schreiber«. Krünitz 15 (1786), 590. vgl. DWB futtermarschall, DWB futtermeister.
schw. foderskrifvare, dän. foderskriver.
 
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futterschrot, n., auch m., auf schrotmühlen zu futter grob gemahlene erbsen, wicken oder auch grob gemahlene gerste, die besonders dem rindvieh und zumal den ochsen gegeben werden. Weber ökonom. wb. 176b. s. DWB schrot und schrotfutter.
 
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futterschrotmühle, f. eine mühle zum mahlen des futterschrotes (s. DWB futterschrot). befreiung der landwirthschaftlichen futterschrotmühlen von der lästigen controle. öffentl. blatt aus Baiern.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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